Verurteilte sind gerichtsbekannt Bewährungsstrafen für Automatenraub in Ahlhorn

Von Ole Rosenbohm

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Für den Automatenraub in Ahlhorn verhängte das Gericht Bewährungsstrafen. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpaFür den Automatenraub in Ahlhorn verhängte das Gericht Bewährungsstrafen. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Wildeshausen Das war schon eine schräge Idee, auf die vier junge Männer im Alter von 18 bis 26 am 26. August vergangenen Jahres in Ahlhorn kamen

Nach einer durchzechten Nacht legten sie an einem Samstagmorgen um 7 Uhr ein Abschleppseil um einen Zigarettenautomaten auf dem Ahlhorner Dorfplatz, machten es an ihrem VW-Passat fest und gaben Gas. Mehrmals fuhren sie an, dann löste sich der Automat aus der Verankerung. Rein in den Kofferraum und weg. Kein Wunder für die Tageszeit, dass die vier beobachtet wurden.

Jetzt verhandelte das Amtsgericht Wildeshausen den Fall, der für die Polizei damals noch am selben Vormittag mit der vorläufigen Festnahme der mutmaßlichen Täter beendet war. Angeklagt waren der 22-jährige Besitzer des Wagens sowie ein Brüderpaar im Alter von 23 und 24, alle aus Großenkneten. Viel über die Sache musste vor Gericht nicht geklärt werden. Zwei Angeklagte gaben die Tat zu. Nach dem Diebstahl hatten sie den Automaten in einem Gebüsch versteckt. Später wollten sie ihn knacken – Geld und kostenlose Kippen lockten. Der Dritte, der 24-Jährige, gab an, nicht dabei gewesen zu sein, wurde durch Zeugenaussagen entlastet und freigesprochen.

Verurteilte sind „Stammgäste“ bei Gericht

Die beiden Verurteilten sind „Stammgäste“ vor Gericht. Der 23-Jährige etwa erhielt im vergangenen halben Jahr Strafbefehle über 30 und 50 Tagessätze, im August steht die nächste Verhandlung gegen ihn an. Diesmal kam er mit vier Monaten Haft auf Bewährung davon, zuzüglich 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit. „Mit jeder Verurteilung kommen Sie dem Gefängnis näher“, warnte ihn die Richterin. Gegen den 22-jährigen Fahrer wurde separat verhandelt, hauptsächlich ging es bei ihm ums Fahren ohne Fahrerlaubnis. Das betrieb der Mann offenbar jahrelang, immer mal in anderen Autos, mindestens einmal auch mit einem von einem anderen Wagen abgeschraubten Kennzeichen. Erwischt wurde er ständig. Zuletzt hatte er sich im Oktober wegen solcher Delikte eine Bewährungsstrafe eingehandelt. Es war sein neuntes Verfahren.

Immerhin zeigte es Wirkung. Nur Tage nach dem Urteil begann er eine Drogen-Entzugstherapie, seitdem scheint er ein anderer Mensch zu sein, bescheinigte ihm die Richterin und verurteilte ihn jetzt zu einer zusammengezogenen Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten plus 60 Stunden Arbeit. Der Automat übrigens musste repariert werden.

Obwohl Geld und Zigaretten unangetastet blieben, bezifferte der Aufsteller den Schaden auf 2821 Euro. Mit dem Urteil kann er das Geld bei den Tätern einklagen.


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