Kinder im Landkreis Oldenburg Landkreis Oldenburg entlastet Tagespflege-Eltern

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Claudia Siemers bietet in Ganderkesee Tagespflege an. Einrichtungen dieser Art werden durch Beitragsfreiheit und mehr Fortbildung gestärkt. Archivfoto: Reiner HaaseClaudia Siemers bietet in Ganderkesee Tagespflege an. Einrichtungen dieser Art werden durch Beitragsfreiheit und mehr Fortbildung gestärkt. Archivfoto: Reiner Haase

Landkreis Oldenburg/Bookholzberg Die Beitragsfreiheit für Dreijährige ist laut Kreistagsbeschuss auf die Tagespflege ausgedehnt. Die Gleichstellung mit Kitas nützt Eltern, Pflegekräften und Gemeinden.

Eltern, Tagespflegemütter und -väter und die Gemeinden im Landkreis Oldenburg profitieren von der Beitragsfreiheit für Kinder ab drei Jahren in Tagespflegeeinrichtungen, die der Kreistag am Dienstagabend einstimmig beschlossen hat. Die Tagespflegekinder sind somit mit Kindern gleichgestellt, die einen Kindergarten besuchen. Den Eltern der dreijährigen Kita-Kinder hat das Land Niedersachsen die Beitragsfreiheit garantiert.

45.000 Euro Einnahmeausfall

„Für die Eltern bedeutet das unheimlich viel“, betonte Axel Brammer (SPD), der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, im Kreistag. Das bekräftigt Sandra Eggers, Tagesmutter aus Bookholzberg: „Die Eltern werden massiv entlastet“, ist sie überzeugt. Der Kreistagsbeschluss kostet den Landkreis laut Landrat Carsten Harings rund 45.000 Euro Einnahme pro Jahr im Bereich „ersetzende Kindertagespflege“. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Vorlauf wies im Kreistag darauf hin, dass den Kommunen die Befürchtung genommen wird, dass Eltern ihr Kind aus Kostengründen in der Kita und nicht in der Tagespflege anmelden.

Etappenziel erreicht

Mit den Worten „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber nicht am Ziel“ mahnte Kreszentia Flauger (Die Linke) im Kreistag die Beitragsfreiheit für Kinder bis zu drei Jahren an. Für viele Eltern sei es nicht möglich, in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes aus dem Berufsleben auszuscheiden.

Kommunale Unterschiede

„Für die Eltern ist es mindestens genauso wichtig, dass in den Kitas und in der Tagespflege die personelle und sachlichte Ausstattung stimmt“, betonte die FDP-Kreistagsabgeordnete Marion Daniel. „Da müssen wir nacharbeiten“, fügte sie an. Tagesmutter Eggers berichtet, dass es Unterschiede von Gemeinde zu Gemeinde gibt: „In Hude bekommen Tagespflegekräfte Informationen und Materialien von der Gemeinde gestellt. In Ganderkesee fehlt wohl im Gemeinderat eine Tagesmutter, die diese Unterstützung auch bei uns initiiert.“

Bezahlung steigt mit Fortbildung

Landrat Harings und die Abgeordnete Daniel wiesen darauf hin, dass die Bezahlung der Tagespflegekräfte verstärkt von ihrer Bereitschaft abhängt, Fortbildungsangebote des Familien- und Kinderservicebüros zu nutzen. Eggers begrüßt die geplante Ausweitung des Fortbildungsangebots ausdrücklich: „Wir müssen auf dem Laufenden bleiben.“ Sie mahnt allerdings, dass die Angebote zu den Möglichkeiten der Tagespflegekräfte passen müssen.


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