Flüchtlinge im Landkreis Oldenburg AfD löst im Kreistag Streit über Flüchtlingsarbeit aus

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Die Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Hilfestellung beim Aufspüren eines Arbeitsplatzes nimmt in der Sozialarbeit mit Flüchtlingen immer mehr Raum ein. Der Landkreis Oldenburg setzt weiter auf die Zusammenarbeit mit der Diakonie. Symbolfoto: dpaDie Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Hilfestellung beim Aufspüren eines Arbeitsplatzes nimmt in der Sozialarbeit mit Flüchtlingen immer mehr Raum ein. Der Landkreis Oldenburg setzt weiter auf die Zusammenarbeit mit der Diakonie. Symbolfoto: dpa

Landkreis Oldenburg. In der Flüchtlingssozialarbeit will der Landkreis Oldenburg weiter mit der Diakonie kooperieren. Wegen ihrer Nein-Stimmen im Kreistag handelt sich die AFD den Vorwurf der Menschenverachtung ein.

Der Landkreis Oldenburg setzt in der Flüchtlingssozialarbeit weiter auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land. Der Ende dieses Jahres auslaufende Kooperationsvertrag soll laut Beschluss des Kreistags um zwei weitere Jahre verlängert werden. Bei dieser Abstimmung endete am Dienstagabend allerdings die ansonsten fast durchgängig an den Tag gelegte Einmütigkeit der Kreistagsabgeordneten: Die vier AfD-Abgeordneten stimmten mit Nein.

Empörung beim Wort „Sogwirkung“

Die Begründung löste bei etliche Abgeordneten anderer Kreistagsparteien Empörung aus. AFD-Sprecher Patrick Scheelje stufte die Arbeit der sechs Sozialarbeiter und -arbeiterinnen, die die Diakonie an verschiedenen Orten im Landkreis einsetzt, als „toll“ ein. Die AfD stimme dennoch gegen die Verlängerung des Kooperationsvertrags, weil die gute Arbeit eine Sogwirkung auslöse. Die Sozialdemokratinnen Hannelore Hunter-Roßmann und Andrea Oefler werteten Scheeljes Äußerung als „menschenverachtend“. „Niemand verlässt seine Heimat freiwillig“, so Hunter Roßmann mit Hinweis auf „Flüchtlingsdramen, die sich aktuell auf dem Mittelmeer abspielen“. Die Linke Kreszentia Flauger schlug in die gleiche Kerbe: „Die Menschen sind nicht losgelaufen, weil es hier so tolles Hartz IV gibt.“

Kontinuierliche Sozialarbeit

Mit der frühzeitigen Verlängerung der Zusammenarbeit will der Landkreis bewirken, dass die Diakonie die bewährten Fachkräfte an sich binden kann. „Sozialarbeiter sind sehr begehrte Menschen“, betonte SPD-Sprecherin Hunter-Roßmann. Marion Daniel (FDP) betonte, Integration sei nicht nach zwei Jahren abgeschlossen, sondern ein langer Prozess. Die Sozialarbeit löse jetzt „ganz andere Aufgaben mit genau den gleichen Flüchtlingen. Es geht um die Auseinandersetzung mit unserer Lebensart.“ Auch die Alltagsprobleme Job- und Wohnungssuche wurden benannt.

Flüchtlingszahl rückläufig

Die Zuwanderung Geflüchteter ist laut Kreisverwaltung stark rückläufig. Zahlenmäßig werden sie wieder von zugewanderten Arbeitskräften aus Ost- und Südosteuropa übertroffen. Auch über integrative Sozialarbeit mit diesen Menschen spricht die Kreisverwaltung mit dem Diakonischen Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land.


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