Umweltverschmutzung Rethorner See-Anwohner von Behörden enttäuscht

Von Marie Busse

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Rethorn. Zwei Privatseen und der Kamerner See in Rethorn werden bei starkem Niederschlag verunreinigt. Was deren Sauberkeit angeht, herrscht ein Wirrwarr an Zuständigkeiten.

Die Eigentümer des Privatteichs am Schwanensee in Rethorn sind sich sicher: Bei starkem Niederschlag fließt Gülle aus der Kamerner Bäke nahezu ungefiltert in ihren Teich. „Es gibt zwar einen Sandfang, aber der ist nicht ausreichend“, sagt Anwohner Markus Haferkorn. Ein Gutachten habe die Fäkalienbelastung des Teichs bestätigt.

Gülle aus der Karmener Bäke

Nach zwei erfolglosen Versuchen, mit der Bürgermeisterin zu sprechen, schalteten Haferkorn und einige Nachbarn im Februar einen Anwalt ein und stellten Strafanzeige gegen unbekannt wegen Umweltgefährdung. „Wir sind nicht die Verursacher, die Gülle kommt aus der Bäke“, erläutert Haferkorn. Und was die Sauberkeit des Gewässers angeht, herrsche ein regelrechtes Wirrwarr an Zuständigkeiten: Da sei die Gemeinde, der Ochtumverband und die Untere Wasserbehörde, die beim Landkreis angesiedelt ist. „Wir haben alle Beteiligten angeschrieben und nach fast zwei Monaten nur von der Gemeinde eine Antwort erhalten. Darin heißt es, sie ist nicht zuständig“, erklärt Haferkorn.

Karmener See betroffen

Das sei frustrierend, vor allem weil durch den Privatteich auch der größere Karmener See verschmutzt wird. „Es gibt einen Überlauf zum großen See, der die Gülle gefiltert durch unseren Teich abbekommt“, so Haferkorn. Am Ufer seien dadurch seltene Vogelarten gefährdet. Frank Schneider wohnt direkt am Kamerner See und betont: „Das ist als Naherholungsgebiet ausgewiesen. Aber man kann das Fenster nicht aufmachen, weil es stinkt.“

Aus dem Kamerner See bekommt wiederum ein weiterer Privatsee sein frisches Wasser. „Unser See ist mittlerweile total verschlammt. Wir müssen ihn auf eigene Kosten reinigen“, sagt Tom Fuhrmann. Gemeinsam mit 16 weiteren Eigentümern gehört ihm der Teich.

Grüne formulieren Antrag

Drei Mitglieder der Grünen-Fraktion des Gemeinderats machten sich gestern vor Ort selbst ein Bild. „Die Verschmutzung muss an der Ursache bekämpft werden und die liegt nicht bei den Anwohnern“, stellt Fraktionsvorsitzender Volker Schulz-Behrend klar und ergänzt: „Zunächst muss der Sandfang gereinigt werden und der Gülle-Zulauf gestoppt werden.“ Er plädiert für eine Zusammenarbeit mit allen Behörden und den Anwohnern und kündigt an: „Wir werden einen Antrag in den Gemeinderat einbringen, damit das Thema öffentlich diskutiert wird.“


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