Umfrage in Ganderkesee Fraktionen befürworten mehrheitlich ehrenamtliche Ferienjobs

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Endlich Ferien! Einige Ganderkeseer Fraktionen befürworten allerdings ehrenamtliche Ferienjobs, die das gesellschaftliche Engagement stärken sollen.Symbolfoto: Arne Dedert/dpaEndlich Ferien! Einige Ganderkeseer Fraktionen befürworten allerdings ehrenamtliche Ferienjobs, die das gesellschaftliche Engagement stärken sollen.Symbolfoto: Arne Dedert/dpa

Ganderkesee. Noch können Jugendliche in der Gemeinde Ganderkesee in den Ferien nur beim Kommunalservice in der Grünpflege arbeiten. Viele Fraktionen befürworten allerdings auch ehrenamtliche Ferienjobs, die das gesellschaftliche Engagement stärken sollen.

Diese Idee ist nicht neu: Die Sozialdemokraten in Wildeshausen beantragten im Mai dieses Jahres, dass die Verwaltung Ferienjobs für Schüler zur Förderung des sozialen Einsatzes anbietet.

SPD: Angebot muss freiwillig sein

Auch die örtliche SPD zeigt sich offen für die Idee. Rolf Oetken, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erklärt: „Die Gemeinde kann die Jugendlichen dadurch sensibilisieren und Ehrenamtliche gewinnen.“ Die Jugendlichen könnten zudem erste Berufserfahrung sammeln. „Das Angebot muss aber freiwillig sein. Mit Zwang kann man niemanden begeistern“, ergänzt Oetken.

Grüne: Bei Fair-Trade-Projekt mitmachen

Die FDP sieht in der Freiwilligenagentur „Machmit“ eine Vermittlerin. „Das Angebot könnte besser auf die Schüler und die Ferienzeiten zugeschnitten werden“, sagt Marion Daniel, Fraktionsvorsitzende der FDP. Daneben gebe es bereits die Möglichkeit, sich in Vereinen oder bei der Feuerwehr unentgeltlich zu engagieren. „Ein Angebot der Gemeinde kann da eine gute Ergänzung sein“, betont Daniel. Die Jugendlichen könnten beispielsweise bei dem Fair-Trade-Projekt der Gemeinde mitwirken, schlägt Volker Schulz-Berendt von den Grünen vor. Er sagt: „Wenn die Schüler mit sozialem Engagement in Berührung kommen, bringen sie sich selbst ein.“

Fachdienstleiterin: Nicht Aufgabe der Gemeinde

Sieglinde Jahn, Leiterin des Fachdiensts Schulen, Jugend und Sport, sieht die Gemeinde jedoch nicht in der Pflicht, Ferienjobs als Maßnahme zur Förderung des sozialen Engagements zu schaffen: „Es ist nicht die Aufgabe der Gemeinde, die Jugendlichen vom Rumhängen abzuhalten.“ Der zweiwöchige Einsatz beim Kommunalservice biete zudem bereits die Möglichkeit, Einblicke in den Beruf zu erhalten.

CDU: Hauptaufgabe fürs Elternhaus

Aus Sicht der CDU-Vorsitzenden Cindy Klüner könne die Gemeinde dennoch einen wichtigen Beitrag leisten. „Es gibt bereits viele Jugendliche, die sich einbringen. Mit einem größeren Angebot könnte man noch mehr erreichen“, stellt sie klar. Die Hauptaufgabe falle aber stets dem Elternhaus zu. „Das kann die Gemeinde nicht ersetzen“, stellt Klüner klar. Noch vor der Kommune sollte die Schule die Jugendlichen für ehrenamtliches Engagement begeistern, führt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Volker Schmidt, an. „Eine Projektwoche zum Thema wäre zum Beispiel möglich“, betont Schmidt.

UWG: Ferien zur Erholung

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) stellt klar, dass die Ferien der Erholung der Jugendlichen dienen sollen. Carsten Jesußek, Fraktionsvorsitzender der UWG, sagt: „Die Jugendlichen sind schon in der Schule stark eingebunden und müssen in den Ferien zur Ruhe kommen.“

Linke: Eintrittskarten als Anerkennung

Dass die Ferien der Ruhe dienen, steht auch für Susanne Steffgen von den Linken außer Frage: „Wenn die Jugendlichen aber eine Woche in die Berufswelt schnuppern und das Ehrenamt kennenlernen, ist das sinnvoll“, meint sie und ergänzt: „Die Gemeinde könnte als Anerkennung beispielsweise Eintrittskarten für die Bücherei vergeben.“


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