Bauland in Hude Frauen retten Übergang ins Huder Moor

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Eigenheimbau knabbert in Hude an sensiblen Moorgebieten. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpaEigenheimbau knabbert in Hude an sensiblen Moorgebieten. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hude. Hude wächst an der Wilhelmstraße am Nordrand des Kernorts weiter ins Moor. Ein Mehrheitsbeschluss gegen die CDU soll eine Grünlandfläche weiter westlich als „grüne Zunge“ sichern.

Hude und das Huder Moor am Ortsrand haben eine eng verzahnte Geschichte. Bewohner des Ortskerns sind früher zum Torfstechen hinausgezogen und pflegen heute nach Feierabend und am Wochenende den Spaziergang über wallheckengesäumte Wege hinaus in die freie Landschaft. Doch die Wege werden länger, weil der Ort immer weiter über die historische und natürliche Grenze zum Moor hinauswächst.

Wohnbau auf „grüner Zunge“

Das aktuelle Beispiel ist der Bereich Wilhelmstraße/nordwestlich Luisenstraße. Lange galt er als unantastbare „grüne Zunge“ der Landschaft in die Wohnbereiche hinein mit positiven Auswirkungen auf das Landschaftsbild, das Kleinklima und die Artenvielfalt. Der Gemeinderat hat ihn am Dienstag dieser Woche per Beschluss für den Wohnbau freigegeben.

Ratsfrauen ergreifen Initiative

Das hat vor allem den Nerv der Grünen im Gemeinderat getroffen. Sie haben jetzt nicht nur gegen den Bebauungsplan gestimmt, sondern Ratsfrau Karin Rohde hat in Voraussicht der Abstimmungsniederlage frühzeitig und strategisch geschickt reagiert. Sie hat eine der regelmäßigen Zusammenkünfte der Ratsfrauen zu einem kleinen Ausflug in die moorige Nachbarschaft am Ortsrand von Hude-Nord genutzt und die natürlichen und kulturhistorischen Besonderheiten überzeugend erläutert.

Neue „grüne Zunge“ bestimmt

Das Ergebnis: Der Rat hat jetzt – bei Gegenstimmen nur von der CDU – festgelegt, dass gut vier Hektar Grünland nördlich des Fasanenwegs und östlich der Grundschule Jägerstraße bis hin zum Nonnenweg von Bebauung freizuhalten sind. „Wir wollten mehr als nur einen Ausgleich für die verlorenen Flächen im Bereich Wilhelmstraße/Luisenstraße, machen aber einen Schritt in die richtige Richtung“, kommentierte Rohde jetzt.

„Erst kaufen, dann schützen“

Das sieht man bei der CDU anders. „Sie greifen in Eigentumsrechte ein“, mahnte Andreas Otte. Die CDU-Empfehlung an die Gemeinde lautet, Flächen erst zu kaufen und dann zu schützen. Für die aktuell debattierte Fläche ließ Heiko Aschenbeck (SPD) Ottes Argumentationskette nicht gelten. „Der Eigentümer hat der Festlegung auf Nichtbebauung zugestimmt“, stellte er klar.

Lange Liste Bauwilliger

Im Blick hat man im Huder Rathaus auch stets die lange Liste jener Menschen, die gerne in Hude bauen würden, aber kein Grundstück finden. Sie ist laut Bürgermeister Holger Lebedinzew jetzt 600 Namen lang. Im Baugebiet Wilhelmstraße/nordwestlich Luisenstraße wird es für Eigenheimbauer rund 50 neue Wohneinheiten geben.


Der Huder Rat hat einstimmig beschlossen, den Beitrag der Anwohner zum Ausbau von Straßen abzuschaffen. Der bisher per Satzung geregelte Anwohnerbeitrag hat häufig Streit zwischen Anwohnern und Verwaltung mit den Ratspolitikern dazwischen ausgelöst.

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