Unterschiedliche Wege Wie gehen die Ganderkeseer Schulen mit Handynutzung um?

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die weiterführenden Schulen in Ganderkesee gehen unterschiedlich mit dem Thema Handynutzung um. Symbolfoto: Carmen Jaspersen/dpaDie weiterführenden Schulen in Ganderkesee gehen unterschiedlich mit dem Thema Handynutzung um. Symbolfoto: Carmen Jaspersen/dpa

Ganderkesee/Bookholzberg. Die Schulen in der Gemeinde Ganderkesee gehen bei der Handynutzung unterschiedliche Wege. Während an einigen weiterführenden Schulen ein striktes Verbot herrscht, dürfen die Schüler ihre Geräte an anderen umfassend nutzen.

Frankreich führt ab Herbst dieses Jahres ein gesetzliches Handyverbot an Schulen ein. Auch in Deutschland wird seit Jahren kontrovers darüber gestritten, ob ein Verbot von Handys und Smartphones sinnvoll ist. Die weiterführenden Schulen in der Gemeinde Ganderkesee gehen in Sachen Handynutzung unterschiedliche Wege: An der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg herrscht ein striktes Handyverbot. „Das Handy wird auch im Unterricht nicht zu Recherchezwecken genutzt“, sagt Schulleiter Jan-Michael Braun. Bei Verstößen werde das Handy bis zum Schulende einbehalten. „Die Schüler können in den Pausen unterhalten und müssen sich nicht dauerhaft berieseln lassen“, stellt Braun klar. Das Konzept werde von den meisten Eltern positiv aufgenommen. Der Schulleiter sagt: „Es gibt wenige Ausnahmen, die mit dem Einsammeln der Handys bei Verstößen nicht einverstanden sind.“ Zuhause können die Schüler mit ihren Handys auch auf das schulinterne Netzwerk „IServ“ zugreifen, um einen Blick auf den Stundenplan zu werfen. „Wir haben zudem jüngst eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die eine Lockerung des strikten Verbots in Betracht zieht. Das wollen wir mit den Schülern gemeinsam erarbeiten“, blickt Braun voraus.

Einheitliche Vorgehensweise

Dass die Nutzungsregeln mit den Schülern abgestimmt werden sollen, davon ist auch Jürgen Schliekau, pädagogischer Leiter der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ankum überzeugt. Die Klinik therapiert junge Abhängige. „Die Kinder müssen den Umgang mit Medien lernen, ohne die Medien übermäßig zu nutzen“, betont er. „Die Schulen tragen dabei auch Verantwortung.“ Einen Königsweg gebe es bei der Handynutzung in der Schule nicht. „Aber sobald sich die Schule ein Konzept gegeben hat, muss das auch konsequent umgesetzt werden“, macht Schlieckau deutlich.

Handys nur in der Mensa

Bei der Oberschule in Ganderkesee lautet das Konzept: Handys nur in der Mensa erlaubt. „Ansonsten muss das Handy leise gestellt sein“, erklärt Konrektor Steven Behrends, „für die Schüler bedeutet das Verbot auch eine Auszeit von der ständigen Erreichbarkeit.“ Bei Verstößen werden die Handys, wie an der Oberschule an der Ellerbäke, eingesammelt und erst am Ende des Schultags wieder ausgeben. „Hier liegen immer wieder Handys von Schülern, die sich nicht an das Verbot gehalten haben“, sagt Behrends. Im Unterricht selbst werden die Handys immer wieder eingebunden. „Es gibt dann vorher Absprachen, wozu es genutzt wird. Wir möchten den Schülern die technischen Möglichkeiten nicht vorenthalten“, führt der Konrektor aus. So werden unter anderem Videos von naturwissenschaftlichen Experimenten gemacht. Auch zur Kommunikation mit den Schülern nutzt die Schule digitale Medien. Behrends erklärt: „Wir nutzen ebenfalls Iserv und würden das gerne noch verstärken.“

Kein Verbot am Gymnasium

Auch die Lehrer am Gymnasium in Ganderkesee setzen private Handys im Unterricht ein. „Sehr häufig werden Vokabel-Apps genutzt“, sagt Schulleiterin Renate Richter. Außerhalb des Klassenraums dürfen die Handys ebenfalls genutzt werden. „In dem Bereich, in dem sich die Schüler des fünften und sechsten Jahrgangs aufhalten, ist die Handynutzung aber untersagt“, stellt Richter klar. Das Verbot werde auch von älteren Schülern eingehalten. „Und die Eltern stützen unser Vorgehen“, betont die Schulleiterin. Denn ein Verbot nütze dem verantwortungsvollen Umgang mit Medien wenig.


In Frankreich soll ab September wieder ein umfassendes Handyverbot. Damit soll ein Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron umgesetzt werden. Das Handyverbot soll an Vorschulen, Grund- und weiterführenden Schulen gelten. Ausgenommen ist nur das Gymnasium. Betroffen wären damit Kinder und Schüler im Alter von drei bis 15 Jahren. Das Verbot gilt auch in Pausen und außerhalb der Unterrichtsräume.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN