Wechsel an Oberschule Ganderkesee Ganderkeseer Rektor Manfred Gliese geht in den Ruhestand

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Noch ist er im Dienst: Manfred Gliese vor der Oberschule Ganderkesee. Foto: Bettina Dogs-PrößlerNoch ist er im Dienst: Manfred Gliese vor der Oberschule Ganderkesee. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Ganderkesee. Dreieinhalb Jahre hat Manfred Gliese die Oberschule in Ganderkesee geleitet, jetzt ist Schluss. Der 63-Jährige geht vorzeitig in den Ruhestand.

Ein bisschen Zeit hätte er noch gehabt, aber Manfred Gliese hat sich entschieden zu gehen. Wenn am kommenden Donnerstag die Sommerferien beginnen, dann heißt es für den Schulleiter der Ganderkeseer Oberschule Abschied nehmen von 27 Jahren im Dienst der Schule.

„Wenn ich im Moment durch die Schule gehe, sehe ich überall tuschelnde Grüppchen, die aufhören zu reden, sobald ich dazukomme“, sagt der 63-Jährige mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Bis Montag werden Lehrerkollegen und Schüler auch noch einiges zu besprechen haben – dann steigt der große Festakt zum Abschied des Schulleiters mit offiziellen Reden und Showprogramm.

Mit jedem Regierungswechsel neue Bedingungen

Bedingungen Dreieinhalb Jahre hat Manfred Gliese die Einrichtung am Steinacker geleitet, die 2011 aus der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule hervorging. Davor war der Kirchhatter 15 Jahre lang an der Hauptschule West in Delmenhorst im Einsatz, als Schulleiter und Konrektor. Mit dem Wechsel nach Ganderkesee wollte er einige Jahre vor seinem Ruhestand noch mal etwas anderes sehen; was Neues ausprobieren. „Ich habe viele Wandel miterlebt“, resümiert Gliese. Die er als zermürbend empfunden hat – „G8“, „IGS“, Inklusion: „Mit jedem Regierungswechsel kamen neue Bedingungen.“

Mit einer Änderung wird Manfred Gliese auch die Oberschule Ganderkesee verlassen: Die Einrichtung wird den Unterricht nach den Sommerferien bereits ab der siebten Klasse auf die Schulzweige Haupt- oder Realschule ausrichten. Bislang wurden die Schüler erst nach der achten Klasse aufgeteilt.

Für Manfred Gliese hingegen werden die kommenden Sommerferien für immer sein, von der Umstellung an seiner alten Schule wird er nur noch am Rande etwas mitbekommen.„Ich freue mich auf einen neuen Abschnitt“, sagt er, „trotzdem hat mir die Arbeit mit den Schülern immer sehr viel Spaß gemacht. Ich habe immer gerne unterrichtet.“ Leider sei das zuletzt viel zu kurz gekommen. „Als Schulleiter bleibt dafür nicht mehr sehr viel Zeit.“ Angefangen hatte Gliese mal als Lehrer für Arbeitslehre Technik und Kunst, später kamen Fächer wie Geschichte, Erdkunde, Politik und Mathe dazu. Sein zweites Diplom als Sozialpädagoge hat dem 63-Jährige immer auch einen besonderen Blick auf die Schüler werfen lassen. „Es hat mir andere Sichtweisen eröffnet, die Schüler in ihrer Persönlichkeit zu sehen.“ Und das, so Gliese, sei für ihn heute mehr denn je untrennbar mit dem Lehrerberuf verbunden. „Dass wir die Schüler immer auch als eigene Persönlichkeiten sehen.“ Was bei der zunehmenden Bürokratisierung des Schuldienstes zunehmend schwieriger werde.

Offiziell geht Manfred Gliese Ende Januar 2019 in den Ruhestand, bis dahin wird Konrektor Steven Behrens die Schule kommissarisch leiten. Ein Nachfolger für Manfred Gliese steht noch nicht fest.


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