Schullandschaft in Hude Hude verkauft marode Schule an den Landkreis

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Abbruchreif: Anstelle der geräumten katholischen Grundschule in Hude will der Landkreis Oldenburg einen Neubau für die Förderschule errichten. Foto: Reiner HaaseAbbruchreif: Anstelle der geräumten katholischen Grundschule in Hude will der Landkreis Oldenburg einen Neubau für die Förderschule errichten. Foto: Reiner Haase

Hude. Die ehemalige katholische Grundschule in Hude wird durch einen Erweiterungsbau für die Förderschule ersetzt. Hude sagt Ja zum Verkauf an den Landkreis, der jetzt zügig Pläne zeichnen lassen will.

Das von der katholischen Grundschule geräumte Anwesen in Hude wechselt den Besitzer. Die Gemeinde verkauft das Grundstück und die Gebäude an der Ulmenstraße an den Landkreis Oldenburg. Der Landkreis will auf das Grundstück einen Erweiterungsbau für die einige dutzend Meter entfernte Förderschule Vielstedter Straße setzen.

Gebäude werden abgerissen

Der Verkauf an den Landkreis muss noch vertraglich besiegelt werden. Per Ratsbeschluss ist festgelegt, dass die alten, wegen übermäßigen Sanierungsbedarfs im vergangenen Sommer von der Grundschule geräumten Gebäude abgerissen werden. Der Verkaufspreis pro Quadratmeter ist auf 150 Euro festgelegt.

Marktüblicher Preis

„Wir verkaufen zum marktüblichen Preis“, stellte Bürgermeister Holger Lebedinzew in der Ratssitzung fest. „Die Gemeinde ist mit dem Landkreis vielfach verflochten. Sein Kaufgesuch konnten wir deshalb nicht ausschlagen“, ergänzte er.

Wohnbaupläne aufgeschoben

„Wir hatten für das Grundstück andere Pläne“, erinnerte Lebedinzew in der Ratssitzung: Es sollte an einen Investor verkauft werden, der hier Wohnbau mit niedrigen Mieten realisiert.

630.000 Euro Einnahmen

Die zu erwartende Einnahme verzuckert den Hudern den Kurswechsel. In den Haushalt 2018 sind als Einnahme 400.000 Euro eingepreist. Für das gut 4200 Quadratmeter große Grundstück kann die Gemeinde jetzt mit gut 630000 Euro kalkulieren. „Wir brauchen die Einnahme, um an anderer Stelle ein Grundstück fürs preiswerte Wohnen ankaufen zu können“, so Lebedinzew.

Raumplan wird ermittelt

Ratsfrau Karin Rohde (Grüne) bemängelte, dass der Verkauf ohne Kenntnis genauerer Pläne des Landkreises über die Bühne geht. Der Leiter des Schulamts im Kreishaus Maik Ehlers stellt auf Nachfrage klar, dass er noch keine gezeichneten Pläne in der Schublade hat. „Wir klären zurzeit mit der Leitung der Förderschule die Möglichkeiten in den Gebäuden an der Vielstedter Straße. Daraus wird der Raumplan für den Neubau entwickelt“, erklärt Ehlers. Sein Ziel ist es, dem Schulausschuss des Landkreises nach den Sommerferien so viel Klarheit zu übermitteln, dass die Neubauplanung im Haushaltsplan 2019 verankert werden kann. Auch die Abrisskosten müssten noch ermittelt werden.

Landkreis schon Mieter der Schule

Die katholische Grundschule steht kurz vor dem Ende des ersten Schuljahres als selbstständige Einheit unter dem Dach der Grundschule Hude-Süd. Der Landkreis ist seit dem Beginn dieses Schuljahrs Mieter der alten katholischen Grundschule für zwei Lerngruppen, weil die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen und geistige Entwicklung wegen drastisch gestiegener Anmeldezahlen aus den Nähten platzt.

Grüner in der Zwickmühle

Der Huder CDU-Ratsherr und Kreistagsabgeordnete Wilfried Siems sieht das Zeichen dafür, dass Eltern die Inklusion an der Regelschule umgehen wollen. Des Ratsherrn und Kreistagsabgeordneten Hilko Finke Stimmenthaltung beim Verkaufsbeschluss ist anders motiviert: Mehr Einnahmen für Hude sind gut, aber noch besser wäre es, Geld in die Inklusion zu investieren als in den Ausbau der Förderschule.


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