Betriebsführung mit Ortsverein Palfinger in Hoykenkamp „krempelt sich um“

Von Alexandra Wolff

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Torsten Herbst, Entwicklungsleiter für Einstiegssysteme und Hai Ly Oppermann, Auszubildende zur Industriemechanikerin im dritten Lehrjahr, bauen an einem Lift, der Rollstuhlfahrer in Schienenfahrzeuge heben soll. Foto: Alexandra WolffTorsten Herbst, Entwicklungsleiter für Einstiegssysteme und Hai Ly Oppermann, Auszubildende zur Industriemechanikerin im dritten Lehrjahr, bauen an einem Lift, der Rollstuhlfahrer in Schienenfahrzeuge heben soll. Foto: Alexandra Wolff

Hoykenkamp. Da hat das Unternehmen Palfinger Tail Lifts seinen Sitz direkt am Bahnhof Hoykenkamp, setzt bei seinen Transporten aber auf Lastkraftwagen. Warum Palfinger den Transport nicht auf die Schiene verlegt, war eine der Fragen des Ortsvereins Hoykenkamp während der Betriebsführung am Mittwoch, 20. Juni.

60,3 Millionen Euro hat Palfinger Tail Lifts mit Sitz in Hoykenkamp im vergangenen Jahr umgesetzt. Das teilte Andreas Boch, Prokurist beim Hebebühnenhersteller am Mittwoch, 20. Juni, bei einer Betriebsführung mit. 16 Mitglieder des Ortsvereins Hoykenkamp haben an der Werksbesichtigung teilgenommen. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir im laufenden Betrieb unser Unternehmen von links nach rechts umgekrempelt“, sagte Boch. „Und das geht auch so weiter: Maler renovieren gerade das Erdgeschoss und wir bauen unsere Büros um.“

Und auch personell soll sich einiges tun: „Wir suchen 25 gelernte Schlosser für die Fertigung“, informierte Facility Manager und Betriebsratsvorsitzender Frank Meyer.

Geschichte des Unternehmens

In seinem Vortrag erläuterte Boch unter anderem, warum die Straße, an der das Unternehmen seinen Sitz hat, Fockestraße heißt: „1937 hat die Focke, Achgelis und Co GmbH hier ihren ersten flugfähigen Serienhubschrauber produziert.“ Daraus wurde dann über mehrere Schritte 2007 die MBB Palfinger GmbH und 2016 die Palfinger Tail Lifts GmbH. Seinen Stammsitz hat das Unternehmen in Salzburg und ist weltweit, beispielsweise in der Slowakei, in Frankreich, in Taiwan, Singapur, China und in den Vereinigten Arabischen Emiraten, vertreten. Die Kernkompetenz des Ganderkeseer Unternehmens liegt bei der Hubwerksmontage und der Aluminiumplattformfertigung.

„Unsere neuen Mitarbeiter können kaum noch auf der Autobahn hinter einem Lastwagen fahren, ohne herauskriegen zu wollen, ob der eine Hebevorrichtung von uns hinten dran hat“, scherzte Boch während seines Beamer-Vortrags vor der Führung. „Und auch die Hebevorrichtungen für Rollstuhlfahrer an öffentlichen Verkehrsmitteln stammen oft von uns.“

Lastwagen flexibler als Güterzüge

Nach seinem knapp einstündigen Vortrag konnten die Mitglieder des Ortsvereins auch noch Fragen stellen. Eine Zuhörerin wunderte sich, dass so viele Lastkraftwagen an- und abliefern, obwohl doch der Bahnhof direkt vor der Tür ist: „Warum verlegen Sie Ihre Transporte nicht auf die Schiene, um die Autobahnen und Straßen zu entlasten?“ Boch antwortete, dass das mit dem Personenverkehr auf der Bahnstrecke zu tun hat. Zwar halte nur jede Stunde ein Zug an dem Bahnhof, aber es gebe ja auch Zugdurchfahrten.

„Mit Lastkraftwagen sind wir bei unseren Abfuhrzeiten unabhängiger und außerdem können wir unsere Ware auf der Schiene nicht durchgehend von hier nach, beispielsweise, Augsburg bringen“, ergänzte Meyer. „Gleichzeitig hat ein Lastwagen den Vorteil, dass er unterwegs verschiedene Stationen abfahren kann, um dort Ware abzuliefern. Außerdem müssten die Rampen zu den Güterzügen wieder instandgesetzt werden.“


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