Lehrerverabschiedung in Ganderkesee Norbert Klüh war „ein Großer für die Kleinen“

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Schulamtsleiter Maik Ehlers (links) übergibt dem gebürtigen Dortmunder und BVB-Fan Norbert Klüh ein Dankeschön des Landkreises. Foto: Marie BusseSchulamtsleiter Maik Ehlers (links) übergibt dem gebürtigen Dortmunder und BVB-Fan Norbert Klüh ein Dankeschön des Landkreises. Foto: Marie Busse

Ganderkesee. Norbert Klüh, Lehrer an der Schule am Habbrügger Weg in Ganderkesee, ist am Dienstag in einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit ihm geht ein Motor der Inklusion in der Gemeinde.

Über vier Jahrzehnte prägte Norbert Klüh die Schule am Habbrügger Weg. Schüler, Lehrer und Gästen verabschiedeten ihn gestern in den Ruhestand. Als er 1982 seinen Dienst als Förderschullehrer aufnahm, steckte die Inklusion an den Schulen noch in den Kinderschuhen. „Ich wollte, dass die Förderschule bis zu meiner Pensionierung abgeschafft wird“, sagte der gebürtige Dortmunder.

36 Jahre im Schuldienst

Gelungen ist das nicht, aber wichtige Schritte in Richtung Inklusion wurden getan. Die Schule am Habbrügger Weg steht in engem Kontakt mit den Oberschulen der Gemeinde und es gibt bereits erste Gespräche, um den Unterricht gemeinsam zu organisieren, berichtet Klüh: „Ich sehe die 36 Jahre im Schuldienst als Prozess“, stellte er klar. „Wir sind in Sachen Inklusion auf einem guten Weg, auch wenn es nicht so schnell geht, wie ich es mir wünsche.“ Wie viel Anteil Klüh an dieser Entwicklung hat, machte Landrat Carsten Harings bei der Feierstunde in der Schulaula deutlich: „Sie haben sich immer am Wohle der Schüler orientiert und den direkten Kontakt zur Politik gesucht.“ Zeitweise sei er wöchentlich im Kreishaus in Wildeshausen gewesen. Harings witzelte: „Ich dachte, Sie seien Mitglied der Kreisverwaltung.“ Für den 64-Jährigen selbst war das Engagement eine Selbstverständlichkeit. „Der Beruf des Lehrers endet nicht mit der Unterrichtsstunde. Der Lehrer muss den Schüler immer nach vorne bringen“, sagte er.

Seine Leidenschaft für den Lehrerberuf entdeckte der gebürtige Dortmunder beim Zivildienst, bei dem er mit Menschen mit Behinderung arbeitete. Zuvor absolvierte er eine Lehre zum Bankkaufmann. Darauf folgten das Studium der Geschichte, Politik sowie Erdkunde und das Referendariat in Osnabrück, bevor es ihn nach Ganderkesee verschlug. Seit 1982 lebt er nun in Kirchhatten.

Mitglied der Schulleitung

In seiner Schule setzte er sich nicht für die Belange der Schüler ein, sondern war auch jahrelang Mitglied der Schulleitung. „Du hast nicht nur hier vor Ort neue Ideen wie die Waldklasse eingebracht, sondern auch viele Behördengänge übernommen“, würdigte Schulleiter Rainer Müller die Arbeit seines Kollegen. Ein Großer für kleinen Leute sei Klüh gewesen. Seine Aufgaben bei der Schulleitung wurden bereits neu verteilt, einen direkten Nachfolger wird es nicht geben.

Klüh war nicht nur im Klassenzimmer tätig, sondern betreute für das Kultusministerium Schülerfirmen in Niedersachsen. „Das Projekt funktioniert in Förderschulen und Regelschulen. Wir müssen mit der Inklusion dort beginnen, wo der Erfolg am wahrscheinlichsten ist“, betonte der Förderschullehrer.

Dass Klühs Beitrag auch mit der Pensionierung nicht enden wird, betonte er:

„Ich bin Lehrer mir Leidenschaft und die endet nicht mit der Rente.“


Inklusive Schule

Die Einführung der Inklusiven Schule hat in Niedersachsen im Jahr 2013 begonnen. Eine Novelle des Schulgesetzes aus diesem Jahr sieht jedoch vor, dass Förderschulen für Lernen länger erhalten bleiben können, als bisher geplant. Die Kommunen sollen als Schulträger beantragen können, dass die Förderschulen noch bis zu Beginn des Schuljahres 2022/23 Fünftklässler aufnehmen können. Mit dieser Neuregelung erhält dieser Schultyp mehrere Jahre Aufschub. Andere weiterführende Schulen sollen sich dadurch noch länger auf die Aufnahme von Kindern mit Lern-Förderbedarf einstellen können.

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