Verschärfte Tempokontrollen Polizei nimmt Temposünder scharf ins Visier

Von Reiner Haase

Polizeihauptmeister Michael Lüken hat einen Temposünder im Visier, seine Kollegin das Display: An der Kontrollstelle in Groß Ippener wird strikt nach dem „Drei-Augen-Prinzip“ gearbeitet, damit gerichtsfeste Ergebnisse erzielt werden. Foto: Reiner HaasePolizeihauptmeister Michael Lüken hat einen Temposünder im Visier, seine Kollegin das Display: An der Kontrollstelle in Groß Ippener wird strikt nach dem „Drei-Augen-Prinzip“ gearbeitet, damit gerichtsfeste Ergebnisse erzielt werden. Foto: Reiner Haase

Gross Ippener. Die Polizei erfasst in dieser Woche in Delmenhorst und Umgebung mit geballten Kräften Tempoüberschreitungen. Das direkte Gespräch mit den Fahrern soll auch erzieherisch wirken.

Auf der Fahrt von Düren, dem „Tor zur Nordeifel“, Richtung Norden haben die Insassen gestern gegen 14.30 Uhr an der Landstraße zwischen Groß Ippener und Delmenhorst eine Zwangspause eingelegt. Der Fahrer hat in einem Tempo-70 Bereich mit 118 Stundenkilometern andere Fahrzeuge überholt, und das ist vom Messgerät der Polizei festgehalten worden. Das Auto wird an der Einmündung der Straße Schüttenkamp in eine Haltebucht gewinkt. Der Fahrer kann den Messwert auf dem Display des Geräts nachlesen. Vor der Weiterfahrt wird er von zwei Polizisten sachlich informiert und belehrt.

Direkte Ansprache wichtig

„Es kommt uns besonders auf dieses Gespräch an“, erklärt Bernd Deutschmann, der Vizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, beim Besuch der Kontrollstelle in Groß Ippener. „Der erzieherische Effekt des persönlichen Gesprächs ist größer als der eines Briefes, der vier Wochen nach dem Tempoverstoß ankommt“, bekräftigt Michael Lüken, der Leiter der Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/ Wesermarsch.

Dichtes Netz von Messstellen

Lükens Einheit ist in der Geschwindigkeitsmesswoche der Polizeiinspektion bis zum kommenden Sonntag an vielen Orten mit Messgeräten präsent, ebenso entsprechend ausgestattete Beamte aus den einzelnen Kommissariaten. „Wir wollen ein genaues Bild davon bekommen, was sich auf unseren Straßen abspielt“, sagt Deutschmann. Der Abgleich mit früheren Messwochen gebe Aufschluss über Veränderungen, ergänzt Lüken.

Vorsatz verdoppelt Bußgeld

Sachliche und aufklärende Worte sind die eine Sache, die andere die Konsequenzen für den Fahrer: Bei 118 im Tempo-70-Bereich drohen ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei und 160 Euro Bußgeld. Für den Autofahrer, der schon wenige Minuten nach dem Aufbau der Kontrollstelle von den Infrarotstrahlen des Messgeräts mit Tempo 126 erfasst wurde, kann es lau Lüken noch dicker kommen. „Richter können bei Geschwindigkeitsüberschreitungen auch Vorsatz unterstellen“, sagt der erfahrene Polizist. Dann werde das Bußgeld verdoppelt.