Teure Einschulung Womit Ganderkeseer beim Schulstart rechnen müssen

Von Alexandra Wolff

Zur Einschulung brauchen Kinder viele neue Sachen. Foto: Frank May/dpaZur Einschulung brauchen Kinder viele neue Sachen. Foto: Frank May/dpa

Ganderkesee. Bevor die Kinder zählen lernen, müssen erst einmal die Eltern fleißig rechnen. Doch zum Glück gibt es durchaus Möglichkeiten, bei einer Einschulung etwas Geld zu sparen.

Wenn am 11. August der Ernst des Lebens für 283 Ganderkeseer Abc-Schützen beginnt, werden wohl – bei allem Stolz auf ihre „Großen“ – auch einige Mütter und Väter ernst dreinschauen. Denn eine Einschulung ist recht teuer.

„Mit den Schulbüchern schätze ich die Startkosten auf etwa 100 Euro ein“, sagte Gaby Goetz, Schulleiterin der Grundschule Schierbrok auf dk-Nachfrage. „An unserer Schule gibt es keine Möglichkeiten, Materialien günstiger zu bekommen. Aber die Fibel steht den Eltern im Rahmen der Lernmittelausleihe zur Verfügung.“

Schulbücher ausleihen

Die Rektorin der Grundschule Heide, Ulla Dunker, spricht im Namen der Grundschulen des Schulverbundes Ganderkesee, wenn sie verrät: „Schulbücher können an allen Schulen für ungefähr ein Drittel des Anschaffungspreises ausgeliehen werden. Wenn Eltern zum Beispiel bei uns die Ausleihe in Anspruch nehmen möchten, bezahlen sie momentan für die Ausleihe in Klasse 1 und Klasse 2 (also für insgesamt zwei Jahre) ungefähr 18 Euro.“

Eine weitere Möglichkeit, Geld zu sparen, gibt es für Eltern, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen. Die Gemeinde gewährt diesen Eltern, deren Kinder nach den Sommerferien eingeschult werden und die in Ganderkesee wohnen, das sogenannte „Tornistergeld“, also einen freiwilligen Zuschuss in Höhe von 100 Euro. Ansprechpartnerin ist Christa Wachtendorf. Sie gibt unter der Telefonnummer (04222) 44522 oder per E-Mail unter c.wachtendorf@ganderkesee.de gerne weitere Auskünfte.

Für Eltern, die die Schulbücher in der Buchhandlung Förster erwerben wollen, hat René Jonker, Leiter dieser Grundschule Lange Straße in Ganderkesee, einen Tipp: „Die Buchhandlung bietet den Service an, Elterntüten mit den Schulbüchern zu packen.“

Discounter- vs. Markenprodukte

Abgesehen von den Büchern, brauchen die Kinder auch noch eine Schultasche, ein Etui und einen Turnbeutel. Das Etui muss mit Stiften, einem Anspitzer, einem Radiergummi, einem Lineal und einer Schere gefüllt sein, zählt Dunker auf und ergänzt, was noch zur Erstausstattung gehört: „Klebestift, Hefte, Tuschkasten und Pinsel, Mappen in verschiedenen Farben für die einzelnen Fächer, Turnschuhe und Sportsachen.“ Was sonst noch alles gebraucht wird, erfahren die Eltern aus den sogenannten Materiallisten. In Schierbrok überarbeiten gerade die zukünftigen Klassenlehrer die Listen für die Erstklässler. Auf der Internetseite der Grundschule Lange Straße kann man diese Liste vorab einsehen.

„Bei dem Material haben die Eltern ja die Möglichkeit, über Discounter günstige Produkte zu erstehen“, weiß Goetz. Aber eigentlich rät sie, lieber hochwertige Materialien zu kaufen, da diese länger halten. „Für die Schultüte wird von meiner Seite immer empfohlen, einige Dinge aus der Materialliste dort hinein zu tun, so können sich Paten und Großeltern auch an den Kosten beteiligen.“

Das empfiehlt Dunker ebenfalls. Statt mit teuren Spielzeugen, die eventuell das soziale Gefälle unter den Schülern untermauern, sollten die Eltern lieber die Schultüten auch mit kleinen Geschenken füllen, „die sinnvoll für die Schule sind, zum Beispiel Wachsmalstifte.“

Pro Schule werden zehn bis 65 Kinder eingeschult

In Heide werden laut Gemeindesprecher Hauke Gruhn in diesem Jahr 41 Kinder eingeschult, im vergangenen Jahr waren es noch 50. Das liegt für diese Grundschule im normalen Schwankungsbereich. In der kleinsten Grundschule der Gemeinde, in Habbrügge, kommen seinen Angaben nach in diesem Jahr zehn Schüler in die erste Klasse, im Vorjahr waren es elf.

An der Grundschule Lange Straße werden nach den Sommerferien 65 Kinder in drei ersten Klassen unterrichtet. Im Schuljahr 2017/2018 waren es nur 40 Erstklässler. „Hier ist der Anstieg einerseits durch einen starken Jahrgang und andererseits durch eine Änderung der Schulbezirksgrenzen (jetzt inklusive Immer und Bürstel) zu erklären“, erläuterte Gruhn.

Auch in Bookholzberg und Schierbrok sind deutliche Zuwächse zu verzeichnen: in Bookholzberg von 36 auf 52 und in Schierbrok sogar von 33 auf 54. Auch hier werden jeweils drei erste Klassen eingerichtet. „An der Grundschule Dürerstraße ist die Zahl der einzuschulenden Kinder im Gegenzug von 75 auf 61 gesunken“, ergänzte der Gemeindesprecher. „Dort, wie auch in der Grundschule Heide wird das Modell der Eingangsstufen praktiziert.“ Das heißt, dass Erst- und Zweitklässler in gemischten Klassen zusammen unterrichtet werden.

In der Gemeinde kommen insgesamt in diesem Jahr 38 Kinder mehr zur Schule als im vergangenen Schuljahr.

Migrationshintergrund wird nicht erfasst

Die Frage, wie viele Kinder einen Migrationshintergrund haben, beantwortete Gruhns mit: „Abgesehen davon, dass es für die Gemeinde nicht relevant ist, welche Abstammung ein Schulkind hat – und ‚Migrationshintergrund’ ein sehr dehnbarer Begriff ist –, werden derlei Daten auch nicht erhoben.“

Kinder, die der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind, werden zunächst in der Sprachlernklasse der Grundschule Schierbrok unterrichtet – unabhängig vom Einzugsgebiet. „In diesem Jahr kommen vier Kinder in die Sprachlernklasse und zwei verlassen sie“, informierte Schulleiterin Gaby Goetz. Die Kinder können ein Jahr lang in der Sprachlernklasse bleiben, danach kommen sie in die Regelklassen. Bei begründeten Einzelfällen können die Kinder aber auch noch länger in der Sprachlernklasse bleiben.


Wie viele Schüler in Delmenhorst eingeschult werden, steht noch nicht fest, teilt Hero Mennebäck, Fachbereichsleiter für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur, mit: „In den vergangenen Jahren gab es etwa 700 Schulanfänger.“ Die Anzahl der einzuschulenden Kinder ist laut Stadtsprecher Timo Frers zurzeit noch eher gleichbleibend. Signifikante Steigerungen seien nach aktuellem Stand in ungefähr drei Jahren zu erwarten.

Wer Arbeitslosengeld II, beziehungsweise Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz anspruchsberechtigt ist, kann bei der Stadt beantragen, mit 70 Euro für die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf unterstützt zu werden. Der Antrag ist unter www.delmenhorst.de unter dem Stichwort „Schulbedarfe“ zu finden.