Menschen mit gleichem Schicksal St.-Bernhard-Kirche in Bookholzberg wird 50 Jahre alt

Von Bettina Dogs-Prößler


Bookholzberg. Am 11. August 1968 wurde die Bookholzberger St.-Bernhard-Kirche feierlich geweiht. Architektonisch verkörperte das Gotteshaus die Aufbruchstimmung seiner Zeit.

Pfarrer Norbert Lach nennt sie liebevoll seine „kleine Basilika“, der Architekt Adolf Gustav Falkenhain sah in ihr eine „Hippie-Kirche“. Als 1968 die neue St.-Bernhard-Kirche eingeweiht wurde, befand sich das Land im Aufbruch. Und auch für die Bookholzberger Katholiken sollte eine neue Zeitrechnung beginnen.

50 Jahre St.-Bernhard-Kirche: In diesem August feiern die Bookholzberger Katholiken einen ganz besonderen Geburtstag. Untrennbar ist die Geschichte der eigenwillig gestalteten Kapelle mit der Geschichte der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. „Wo vorher keine Katholiken lebten, entstand nun eine Gemeinschaft aus Menschen, die dasselbe Schicksal teilen mussten und sich im Glauben vereinten“, resümiert Sandra Eggers, Vorsitzende des Gemeindeausschusses von St. Marien.

Gottesdienst in Ausweichquartieren

Bis zur Weihung der St.-Bernhard-Kirche am 11. August 1968 mussten die neuen gläubigen Katholiken für den Gottesdienst mit Ausweichquartieren auskommen. Ihre ersten Gottesdienste feierten sie ab 1946 in einem Raum der Versehrtenschule, ab 1950 dann als Gast in der St.-Michael-Kapelle in Stenum. Auf Dauer wurden die Busfahrten in den Nachbarort zu teuer und so ging es wieder zurück in die Versehrtenschule. Hier wurde der Raum schnell zu klein – also bekamen sie 1962 von der evangelischen Kirche die Möglichkeit, ihre Messen sonntags dort zu feiern.

„Doch die katholische Gemeinde wollte nicht immer auf die Gastfreundschaft der beiden Orte zurückgreifen“, schildert Eggers. Und so wurde zwei Jahre später der „Kirchenbauverein Bookholzberg“ gegründet mit dem Ziel: Eine eigene katholische Kirche zu verwirklichen.

Adolf Gustav Falkenhain schuf modernen Kirchenbau

Beauftragt mit der Gestaltung wurde der junge Architekt Adolf Gustav Falkenhain. Der damals 30-Jährige orientierte sich dabei an der Aufbruchsstimmung seiner Zeit. Der Kirchturm bekam keine Spitze, stattdessen gleicht er einer Bischofsmütze, der Mitra. Ein ellipsenförmig angelegtes Kirchenschiff, in dem die Bankreihen im Halbkreis angelegt sind, sollte die Bedeutung der Gemeindemitglieder als Gemeinschaft hervorheben, und auch der Altar war ganz in neuem Stil gedacht. „Das zweite Vatikanische Konzil, mit dem auch die Gottesdienste reformiert wurden, war gerade vorbei“, schildert Pfarrer Norbert Lach. „Und so steht der Pfarrer bei uns nicht mehr mit dem Rücken zur Gemeinde, sondern schaut sie an.“

Gefeiert wird das große Jubiläum am Sonntag, 12. August, nach einem Festgottesdienst mit Weihbischof Wilfried Theising, der von den Kindern des St.-Bernhard-Kindergartens mitgestaltet wird. Rund um den Kirchturm werden ab 12.30 Uhr dann verschiedene Aktionen angeboten.