Blühstreifen ausgesät Ganderkeseer Bauern sind aktiv gegen Insektensterben

Von Marie Busse

Gerade erst gekeimt, brauchen die Pflanzen jetzt Regen. Jan-Bernd Meyerholz hat 3800 Quadratmeter Blühstreifen angelegt. Foto: Marie BusseGerade erst gekeimt, brauchen die Pflanzen jetzt Regen. Jan-Bernd Meyerholz hat 3800 Quadratmeter Blühstreifen angelegt. Foto: Marie Busse

Ganderkesee/ Landkreis Oldenburg. Um das Insektensterben zu stoppen, legen viel Landwirte aus Ganderkesee schon seit zehn Jahren Blühstreifen an. Niedersachsens Umweltminister Lies prüft nun finanzielle Anreize für die Bauern.

Das Niedersächsiche Umweltminister hat gerade einen Aktionsplan gegen das Insektensterben angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Blühstreifen, die Nahrung für Insekten bieten sollen. Für Ganderkesees Landwirte ist das nichts Neues: Sie säen bereits seit zehn Jahren derartige Blühstreifen aus, um Insekten zu versorgen.

Freiwilliges Projekt

„75 Prozent weniger Insekten – das ist einfach zu viel. Die Bauern haben das erkannt und stellen inzwischen freiwillig 30 Hektar Land für einen Blühstreifen zur Verfügung“, sagt Hegeringsleiter und Landwirt Jan-Bernd Meyerholz. Er initiierte das Blühstreifen Projekt dereinst mit dem Runden Tisch Natur. Die Jägerschaft stellt das Saatgut zur Verfügung und die Gemeinde übernimmt die Kosten für die Einsaat. „Das sind einjährige Mischungen. So kann man jedes Jahr neu entscheiden, welche Fläche man nutzen möchte“, erklärt Meyerholz. Landwirt Jürgen Holschen bringt das Saatgut dann auf den Feldern aus.

Aktionsprogramm des Umweltministeriums

„Die Landwirtschaft hat erkannt, dass etwas getan werden muss“ , sagt Landwirt Rainer Bücking. Er hat eine 4000 Quadratmeter große Fläche aus der Produktion genommen und am Fahrener Weg einen Blühstreifen angelegt. Sein Saatgut soll vor allem Bienen anlocken. „Die Insekten tragen auch dazu bei, dass sich unsere Erträge stabilisieren. Sie sind für uns unverzichtbar“, stellt er klar. Neben dem sorgsamen Umgang mit Spritzmitteln seien die Blühstreifen ein einfacher Schritt, um das Nahrungsangebot für die Insekten zu erweitern.

Das soll auch das Ziel des landesweiten Aktionsprogramms von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies sein: „Unser Ziel ist es, verloren gegangene Wegeraine zurückzugewinnen und die Entwicklung dieser besonderen Landschafts- und Naturräume für Pflanzen und Insekten zu fördern“, erklärt Lies in einer Pressemitteilung.

Ein Aspekt könnten finanzielle Hilfen für Landwirte sein, die Blühstreifen anlegen. „Das wäre natürlich ein zusätzlicher Anreiz, der für noch mehr Blühstreifen sorgen würde“, betont Meyerholz.

Hude und Dötlingen aktiv

Die Gemeinde Hude lockt die Landwirte bereits mit finanziellen Anreizen. Mit 10000 Euro bezuschusst Hude den Anbau von Blühpflanzen und zahlt damit 500 Euro pro angelegtem Hektar Blühfläche. Jäger, Landwirte und Imker arbeiten daran mit.

Auch in Dötlingen werden die Landwirte aktiv gegen das Insektensterben: Beim Honighof am Heideweg haben sie auf einem Versuchsfeld verschiedene Blühmischungen ausgesät. Imker Fred Klockgether unterstützt die Aktion mit seinem Fachwissen. Sein Ziel: Vor allem Bienen sollen von dem Nahrungsangebot profitieren.