Infos und Beteiligung gefordert Vereine untermauern Widerstand gegen Baugebiet in Heide

Von Thomas Deeken

Ein Grundstück am Heuweg in Heide ist der Gemeinde als Bauland angeboten worden. Seitens zahlreicher Anwohner gibt es Widerstand gegen ein mögliches Baugebiet. Archivfoto: Thomas DeekenEin Grundstück am Heuweg in Heide ist der Gemeinde als Bauland angeboten worden. Seitens zahlreicher Anwohner gibt es Widerstand gegen ein mögliches Baugebiet. Archivfoto: Thomas Deeken

Heide. Der Widerstand zahlreicher Anwohner gegen ein mögliches Baugebiet am Heuweg in Heide hält unvermindert an. Wie in der Bürgerversammlung vor zwei Wochen angekündigt, hat Hinnerk Twietmeyer, Vorsitzender des Bürgervereins Heide-Schönemoor, gemeinsam mit Bernd Schulte, Vorsitzender des Orts- und Verkehrsvereins Schönemoor, einen Katalog mit rund 60 Fragen, Anmerkungen und Vorwürfen an Bürgermeisterin Alice Gerken geschickt.

Diese Auflistung soll der Verwaltung und auch den Ratsmitgliedern ein Stimmungsbild vermitteln und aufzeigen, wie sehr sich die Bürger eine frühzeitige Beteiligung wünschen, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: „Solange die Bedenken der Orts- und Bürgervereine in Heide und der direkten Anlieger des neuen Baugebietes nicht ausgeräumt sind, können wir dem Baugebiet nicht zustimmen.“

Schreiben wird von Verwaltung geprüft

Gemeindesprecher Hauke Gruhn bestätigte, dass das Schreiben bei der Verwaltung angekommen ist. Eine Reaktion darauf gab es noch nicht. Es werde erst einmal geprüft.

„Für soziales Wohnen zu weit abseits“

Wie bereits in der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses am 26. April und in der Bürgerversammlung monieren die beiden Vereinsvorsitzenden unter anderem, dass das geplante Baugebiet für soziales Wohnen zu weit abseits von Bus, Bahn und Behörden liegen würde. „Wenn da vermutlich auch kinderreiche Familien angesiedelt werden, müssen die Kinder auch nach Ganderkesee – Busse und Schulen sind schon jetzt randvoll“, heißt es wörtlich in dem Schreiben. Insgesamt fehle die notwendige Infrastruktur für ein neues Wohngebiet.

Befürchtungen und Vorwürfe

Die Anwohner befürchten laut Twietmeyer und Schulte unter anderem, dass Bäume abgeholzt werden könnten und die Existenz eines Landwirts zerstört werden könnte, dass möglicherweise der Naherholungseffekt verloren gehe, dass es zu viel Verkehr, einen zu hohen Sozialwohnungsanteil und eine Abwertung der eigenen Immobilien geben könnte. Darüber hinaus formulierten die Vereinschefs Vorwürfe wie „Hier wird ,Bauwut‘-Politik betrieben“ und „Die Kurzsichtigkeit der Politik ist Programm“ sowie Forderungen wie „Es gibt keinen Entwicklungsplan für Heide. Der muss erstellt werden“ und „Zuerst muss die Infrastruktur geschaffen werden, dann darf erst gebaut werden“.

Fachbereichsleiter: Noch keine Detailplanungen

Ein Grundstück am Heuweg in Heide ist der Gemeinde als Bauland angeboten worden. Seitens zahlreicher Anwohner gibt es Widerstand gegen ein mögliches Baugebiet. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google / Grafik: Jan Eric Fiedler

Darüber hinaus stellen Twietmeyer und Schulte bereits konkrete Fragen zum Bauen. Fachbereichsleiter Peter Meyer hatte allerdings schon frühzeitig darauf hingewiesen, dass es noch keinerlei Detailplanungen gebe und dass alle Fragen im Planfeststellungsverfahren behandelt würden.