Diskofahrt endet vor Gericht Rausch direkt vor Wildeshauser Polizeiwache ausgeschlafen

Von Ole Rosenbohm

Das Amtsgericht Wildeshausen hat jetzt den Fall eines 30-jährigen Autofahrers aus Cloppenburg behandelt, der ausgerechnet gegenüber der Wildeshauser Polizeistation seinen Rausch ausgeschlafen hatte. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaDas Amtsgericht Wildeshausen hat jetzt den Fall eines 30-jährigen Autofahrers aus Cloppenburg behandelt, der ausgerechnet gegenüber der Wildeshauser Polizeistation seinen Rausch ausgeschlafen hatte. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Wildeshausen. Ausgerechnet gegenüber der Wildeshauser Polizeistation hat ein 30-jähriger Autofahrer seinen Rausch ausgeschlafen. Das Amtsgericht Wildeshausen hat jetzt den Fall des Cloppenburgers verhandelt – betrunken schlief er in dem Auto mit laufendem Motor und einem zerstörten Reifen.

Angeklagt wurde der Mann wegen Trunkenheit im Verkehr. Doch die Richterin stellte das Verfahren gegen eine Geldbuße ein und gab dem Cloppenburger nach der Verhandlung auch noch seinen Führerschein zurück.

Über die Stunden vor seinem Aufwachen war dem Mann wenig Substantielles zu entlocken. Nur so viel: Nach einer Weihnachtsfeier in Cloppenburg wollte der Angeklagte mit einigen Leuten noch in die Diskothek Fun Factory. Klar war wohl, dass mit seinem Auto gefahren werden sollte.

Nur die Autoheizung sollte weiterlaufen

Allerdings habe er, sagte der 30-Jährige, von Anfang an deutlich gemacht, nicht selber am Steuer sitzen zu wollen. Vermutlich habe er sich im Auto hingelegt, vermutlich blieb der Motor an, damit die Heizung weiterlaufen könnte. Wer gefahren ist, wer überhaupt im Auto saß oder warum in Wildeshausen gehalten wurde, wüsste er nicht, ließ er über seinen Anwalt mitteilen.

„Lebensfremd“, fand das der Staatsanwalt.

Nachdem ihm die Polizei am Morgen quer im Wagen liegend mit 1,1 Promille Alkohol, reichlich Erbrochenem um ihn herum und einem nicht mehr auf der Felge sitzenden Reifen angetroffen hatte, musste er sich doch im Freundeskreis umgehört haben, was passiert war.

Fahrt ist nicht nachzuweisen

Da auch die Polizei nichts mehr beizutragen hatte – unter anderem auch keine mit der Felge erzeugten Schleifspuren in der Nähe fand – war dem Angeklagten im Strafverfahren nicht nachzuweisen, selber gefahren zu sein.

Staatsanwaltschaft und Gericht stimmten so einer Einstellung des Verfahrens mit Geldauflage zu.

Binnen sechs Monaten muss der Mann demnach 800 Euro an den „Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ zahlen. Seinen Führerschein erhielt er nach fünf Monaten Entzug noch im Sitzungssaal zurück.