Autor hat mit Stück angefangen Freilichttheater in Bergedorf nimmt konkretere Formen an

Von Thomas Deeken

Für das 2020 geplante Freilichttheater auf der Engelswiese in Bergedorf gibt es die ersten Schauspieler: (von links) Gaby, Gerd und Herwig Logemann, Annegret Martens und Marcel Dietrich vor dem neuen „Kiek in’t Land“-Schild, das über Hof und Kloster informiert. Foto: Thomas DeekenFür das 2020 geplante Freilichttheater auf der Engelswiese in Bergedorf gibt es die ersten Schauspieler: (von links) Gaby, Gerd und Herwig Logemann, Annegret Martens und Marcel Dietrich vor dem neuen „Kiek in’t Land“-Schild, das über Hof und Kloster informiert. Foto: Thomas Deeken

Bergedorf. 2020 soll es in einem neuen Freilichttheater in Bergedorf elf Aufführungen eines Stückes über die Ermordung des Grafen Christian im Jahr 1182 geben. Die Planungen laufen auf Hochtouren. In Kürze soll der Verein „Dorf un Kultur“ gegründet werden, um besser Förderanträge stellen zu können.

Das für 2020 vorgesehene Freilichttheater auf dem Hof von Gerd Logemann in Bergedorf nimmt immer konkretere Formen an. Die ersten elf von rund 70 Seiten des geplanten Stückes aus der Feder eines Delmenhorster Autors, dessen Namen Logemann noch nicht verraten wollte, seien fertig. Ein paar Schauspieler gebe es auch schon. Außerdem habe Bürgermeisterin Alice Gerken Anfang Mai beim Besuch seines Melkhuses Unterstützung für das Projekt zugesagt, sagte der Bergedorfer am Mittwoch, als er über den Stand der Planungen berichtete. Eigenen Angaben zufolge orientiert er sich an den Passionsspielen in Oberammergau.

30 bis 40 Laiendarsteller gesucht

„Natürlich ist Oberammergau eine ganz andere Nummer“, weiß Logemann. Er fühle sich aber an die Passionsspiele erinnert, weil auch dort Hunderte von Laiendarstellern mitwirken. Hunderte seien allerdings für das Bergedorfer Projekt nicht vorgesehen. Er rechne vielmehr mit 30 bis 40, die auf der Engelswiese bei der Klosterkapelle mitmachen – als Bettler, Bauern oder Nonnen beispielsweise. Zwei von ihnen stellte Logemann am Mittwoch vor: Annegret Martens, Gästeführerin aus Butjadingen, und Steinmetz Marcel Dietrich aus Bookhorn, die schon seit Jahren beim Klosterfest mitwirken und auch am kommenden Sonntag, 3. Juni, 11 bis 18 Uhr, wieder mit von der Partie sind. Die Hauptdarsteller des Stückes sollten dagegen schon professionelle Künstler sein.

Geschichte von Graf Christian

Erzählt werden soll die Geschichte vom oldenburgischen Grafen Christian, der 1182 genau dort ermordet wurde, wo die Familie Logemann zu Hause ist. „Das soll kein Bauerntheater mit Gummistiefeln und Mistforke werden. Das Stück soll Witz, aber auch Tiefgang haben. Liebe, Moral und Mord sind dabei die Eckpunkte“, so Logemann, der elf Aufführungen plant, bei denen das Publikum auch auf die Ohe, die Kornkammer von Bergedorf, und das Tal der Wiesen, schauen kann.

„Dorf und Kultur“ soll gegründet werden

Der nächste Schritt: Der Bergedorfer will in Kürze den Verein „Dorf und Kultur“ gründen, um so besser Fördermittel für das Projekt beantragen zu können. Er plane, die Gemeinde, den Landkreis, das Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie verschiedene Stiftungen zu fragen. Bei der Oldenburgischen Landschaft habe er das Projekt bereits vorgestellt und sei dabei auf offene Ohren gestoßen, erklärte Logemann: „Sie will mit bis zu 50 Prozent bezuschussen, allerdings höchstens mit 10.000 Euro.“

Dr. Brandt: Fördersummen noch nicht zugesagt

Ganz so sieht Dr. Michael Brandt, Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, das nicht. Wie er auf dk-Nachfrage mitteilte, sei eine Förderung möglich – allerdings vorbehaltlich einer positiven Entscheidung einer Vergabekommission. Bisher sei die Landschaft weder inhaltlich noch finanziell an dem Projekt beteiligt.