Hitzewelle Ganderkeseer Bauern befürchten Ernteeinbußen

Von Marie Busse

Das Getreide ist von der anhaltenden Hitze besonders betroffen. Foto: Marie BusseDas Getreide ist von der anhaltenden Hitze besonders betroffen. Foto: Marie Busse

Ganderkesee. Hitze,Wind und Trockenheit machen dem Getreide zu schaffen. Die Bauern in Ganderkesee rechnen damit, dass die Ernte von Getreide, Erdbeeren und Frühkartoffeln schlechter ausfällt aus erwartet. Die Tiere erhalten durch Ventilatoren und Kühlungsanlagen eine Erfrischung.

Die anhaltende Hitze der vergangenen Wochen sorgt für schlechte Bedingungen auf den Feldern und Ernteeinbußen in Ganderkesee. Betroffen ist vor allem Getreide: „Der hohe Ertrag beim Weizen ist jetzt schon weg“, sagt Landwirt Cord Wübbenhorst aus Hohenböken. Auch bei Gerste, Roggen und Raps seien Einbußen zu erwarten.

Getreide in Gefahr

Hochsommerliche Temperaturen lassen die Ähren vertrocknen. Hinzu kommt der Wind, der die Feuchtigkeit aus dem Boden zieht. Die Körner bleiben dadurch klein und auch die Qualität sinkt. „Die Körner werden jetzt ausgebildet. Das Wasser ist nötig, damit sie wachsen können und sich füllen“, erklärt Rainer Bücking aus Ganderkesee. Er hat auf 65 Hektar verschiedene Getreidesorten ausgesät. Vor allem an leichten, sandigen Stellen gibt es Probleme. „Wir haben hier keine Möglichkeit, zu bewässern. Das ist nur in trockeneren Regionen üblich und lohnt sich hier nicht“, führt Bücking aus.

Erdbeerernte kann nicht komplett eingeholt werden

Die Erdbeeren von Markus Wempe in Holzkamp werden zwar regelmäßig bewässert, aber durch die Hitze entstehen ebenfalls Probleme. Wempe baut auf einer 14 Hektar großen Fläche Erdbeeren in der Gemeinde an: „Die Früchte wachsen nicht mehr und alle Beeren werden gleichzeitig reif“, sagt der Landwirt. „Wir kommen mit der Ernte nicht nach und rechnen damit, dass wir 1,5 Hektar liegen lassen müssen.“ Er erwartet noch Erntehelfer aus Polen und Rumänien, um noch so viele Erdbeeren wie möglich zu pflücken. Zudem seien die kleinen Erdbeeren auf dem Großmarkt schwer zu verkaufen. Seinem Spargel macht die Hitze weniger zu schaffen: „Der hat lange Wurzeln und kann mehr Wasser halten“, erläutert er. Zudem reflektiere die weiße Folie auf den Feldern die Sonne.

Kartoffelernte ungewiss

Auch beim Mais erwarten die Bauern bislang nur geringe Schäden. „Die Pflanze wurde erst vor wenigen Wochen ausgesät und braucht noch nicht so viel Wasser“, erklärt Bücking.

Die Ernte der Frühkartoffeln ist jedoch durch die Hitze bedroht: „Wenn es nicht bald regnet, fällt die Ernte geringer aus“, sagt Insa Moorschlatt aus Hengsterholz. Der Kartoffelhof Moorschlatt baut rund 30 verschiedene Sorten an. Die ersten Kartoffeln werden eigentlich bereits Ende Juni geerntet. „Ob das jetzt klappt, wissen wir nicht“, sagt Moorschlatt. Für eine gute Ernte mit großen Früchten sei regelmäßiger Regen nötig. „Ein Schauer zwischendurch ist zu wenig.“ Die späteren Kartoffeln seien nicht gefährdet.

Tiere werden gekühlt

Die Hitze macht auch den Tieren in den Ställen zu schaffen. „Sie sind weniger aktiv und fressen nicht so viel – wie beim Menschen“, erklärt Landwirt Onno Osterloh aus Immer. Seine Puten- und Schweineställe sind mit modernen Kühlungsanlagen ausgestattet: „Mit moderner Technik lässt sich so die Temperatur in den Ställen gut regulieren, ohne die Tiere zu stressen“, erklärt er. Die Mastbullen von Cord Wübbenhorst erhalten durch Ventilatoren in den Ställen eine Abkühlung: „Für Rindvieh sind Temperaturen über 15 Grad schon fast zu hoch.“

Etwas Optimismus zeigt sich dennoch. „Wenn es so langsam anfängt zu regnen, dann können wir noch einiges retten“, sagt Bücking.


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