Ganderkeseer Klimaschutzmanager Gewerbe und Verkehr wirken sich weiter negativ auf Klimaschutz aus

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Klimaschutzmanager Lars Gremlowski hat im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz über das Klimaschutzmanagement in der Gemeinde Ganderkesee berichtet. Foto: Hauke Gruhn/Gemeinde GanderkeseeKlimaschutzmanager Lars Gremlowski hat im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz über das Klimaschutzmanagement in der Gemeinde Ganderkesee berichtet. Foto: Hauke Gruhn/Gemeinde Ganderkesee

Ganderkesee. „Es gibt leichte positive Trends, wenn auch keine überragenden. Negativ wirken sich derzeit allerdings die Bereiche produzierendes Gewerbe und Verkehr auf den Klimaschutz aus.“ Dieses Fazit hat Ganderkesees Klimaschutzmanager Lars Gremlowski am Mittwochabend im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz gezogen, nachdem er über eine Stunde über das Klimaschutzmanagement der vergangenen fünfeinhalb Jahre in der Gemeinde Ganderkesee berichtet hatte.

Die erste Reaktion kam von Dr. Volker Schulz-Berendt, Fraktionsvorsitzender der Grünen: Es sei zwar viel unternommen worden. Und es habe sich auch etwas getan. Trotzdem erreiche man nicht das, was man sich auch vorgenommen hat. Er kritisierte in diesem Zusammenhang zum wiederholten Mal die Ausweisung immer neuer Baugebiete, wodurch sich die CO2-Werte weiter erhöhen würden.

Landwirtschaft nicht berücksichtigt

Ganz sicher schien sich auch Gremlowski nicht zu sein, ob die Ziele tatsächlich erreicht werden können. „Das Klimaschutzkonzept ist sehr früh entwickelt worden. Und wir haben die Ziele dabei sehr hoch gesteckt“, sagte der Klimaschutzmanager, der auch Probleme beim Bilanz-Vergleich mit anderen Kommunen sieht. Denn für Ganderkesee sei beispielsweise die Landwirtschaft nicht berücksichtigt. In den Kommunen seien auch Ziele und Annahmen bei Bilanzen sehr unterschiedlich.

Weiter Emissionen einsparen

Der Klimaschutzmanager hatte zunächst darauf hingewiesen, dass erst im nächsten Jahr die CO2-Bilanz für die Gemeinde und den Landkreis vorliegen werde. Ziel sei es aber nach wie vor, kontinuierlich CO2 einzusparen – von 6,7 Tonnen pro Kopf in Ganderkesee aus dem Jahr 2009 zurück auf 4,5 Tonnen bis 2020.

Prioritätenliste mit 16 Maßnahmen

Gremlowski verwies auf eine Prioritätenliste mit 16 Maßnahmen von der Optimierung der Wärmenutzung aus Biogasanlagen über das Energiesparprogramm in Schulen und Kitas bis hin zur Radverkehrsförderung. Er erklärte, dass beispielsweise bei der kompletten Umrüstung der Straßenlaternen auf LED jährlich 320 Tonnen CO2 eingespart werden könnten, dass viele Einsparungen durch die energetische Sanierung von Gebäuden und durch Fotovoltaikanlagen möglich seien. Und er zeigte auf, dass durch den Windpark Sannauer Helmer mit seinen 14 Windkraftanlagen etwa 60.000 Tonnen CO2 eingespart werden könnten – wenn er denn realisiert werde. Nach Auffassung Gremlowskis müssen außerdem noch viel mehr Gebäude saniert und dafür jährlich 200.000 Euro bereitgestellt werden. Weitere Forderungen: weniger Individualverkehr mit dem Auto, erst recht auf kurzen Strecken, Carsharing-Ausbau, mehr Elektro-Mobilität und öfter aufs Rad.

Ökosiedlung in Heide ein als Beispiel

„Wir brauchen keine Zahl, die wir erreichen wollen, sondern Projekte, die man greifen kann“, sagte FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Hespe und nannte mit der Ökosiedlung in Heide ein Beispiel. „Das hat sich allerdings nicht so fortgesetzt, wie wir es uns gewünscht haben.“ Darüber hinaus fragte er in Bezug auf die hohen Belastungen durch das produzierende Gewerbe nach, ob die Gemeinde auf Unternehmen in künftigen Gewerbegebieten einwirken könne. Darauf Gremlowski: Es gehöre zu den Aufgaben, bei Neubau- und Gewerbegebieten den Fokus auf Energieeffizienz und Klimaschutz sowie auf mehr Begrünung zu legen.


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