Umgang mit Defibrillatoren Ganderkeseer Bürgerbusfahrer als Retter in der Not

Von Alexandra Wolff

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Burckhard Ewig (2. v. l.) erläutert fünf Bürgerbusfahrern, der Vorsitzenden Hanna Otter-Sandstedt (2. v. l.) und Karol Menkens von der Volksbank Delmenhorst-Schierbrok (r.) den Umgang mit dem Defibrillator. Die Volksband hat die Miete der Geräte finanziell unterstützt. Foto: Alexandra WolffBurckhard Ewig (2. v. l.) erläutert fünf Bürgerbusfahrern, der Vorsitzenden Hanna Otter-Sandstedt (2. v. l.) und Karol Menkens von der Volksbank Delmenhorst-Schierbrok (r.) den Umgang mit dem Defibrillator. Die Volksband hat die Miete der Geräte finanziell unterstützt. Foto: Alexandra Wolff

Rethorn. Jeder hofft, dass er dieses Gerät nie benutzen muss, dennoch sollte jeder wissen, wie es funktioniert. Den Umgang mit Defibrillatoren haben am Mittwoch, 16. Mai, fünf ehrenamtliche Bürgerbusfahrer gelernt.

Die Bürgerbusse sind jetzt mit Defibrillatoren, kurz Defis, ausgestattet. Damit die Fahrer auch sicher damit umgehen können, haben gestern fünf von ihnen in einem zweistündigen Training in Rethorn den Umgang mit den Geräten gelernt. Defibrillatoren sind medizinische Schockgeber, die bei Kammerflimmern dem Herz wieder den richtigen Rhythmus vorgeben.

Herz mit Blitz

Ein Aufkleber, der ein Herz mit einem Blitz zeigt, wird auf den Bussen prangen. „Das ist das internationale Zeichen dafür, dass sich hier ein Defi befindet“, erläuterte Hanna Otter-Sandstedt. Die Vorsitzende des Vereins Bürgerbus Ganderkesee, hat die Schulung an den Defibrillatoren initiiert. Dank des Aufklebers könne jeder bereits von außen erkennen, dass es in dem entsprechenden Bus Hilfe gibt. Wer bei einem Notfall helfen will, kann also den Busfahrer ansprechen.

Kursleiter war Burckhard Ewig, einer der ehrenamtlichen Fahrer. Als hauptamtlicher Heart Safe Instructor hatte er schon viele Erste-Hilfe-Kurse gegeben, und er hatte auch schon vorher das Bürgerbus-Team für entsprechende Rettungsmaßnahmen geschult. „Früher waren Erste-Hilfe-Schulungen Voraussetzung für einen Personenbeförderungsschein“, erläuterte Otter-Sandstedt. „Manche halten es nicht für nötig, mit dem Defibrillator umgehen zu können. Ich sehe das anders.“ Als Heilpädagogin weiß sie, „dass die ersten Sekunden nach einem Herzstillstand lebensrettend sein können. Viele unserer Fahrgäste sind etwas älter, da kann es schnell passieren, dass plötzlich ein Fahrgast zusammenbricht. Und im Straßenverkehr kann natürlich auch schnell etwas passieren.“

„Jeder kann einen Herzstillstand bekommen“

Burckhard Ewig untermauerte diese Aussage mit Zahlen: „Jede Sekunde, in der der Defibrillator nicht eingesetzt wird, lässt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent sinken. Und jeder kann plötzlich einen Herzstillstand bekommen, auch junge und gesunde Menschen.“

Der Umgang mit dem Defibrillator sei nicht schwer, erläuterte Ewig: „Das Gerät spricht mit uns. Es beschreibt jeden einzelnen Schritt. Und wenn etwas nicht richtig ist, wiederholt es den Schritt so lange, bis wir verstanden haben, was zu tun ist.“ Dennoch sollten Menschen, die mit dem Gerät umgehen, bestimmte Fakten wissen: „Der Defi arbeitet mit Strom. Das heißt, wenn der Patient im Wasser, also in einer Pfütze oder in der Badewanne liegt, muss ich den Patienten dort rausholen, bevor ich den Defi einsetze. Auch sollten im Moment des Stromstoßes keine anderen Menschen den Patienten berühren, weil sie sonst wie Blitzableiter wirken.“ Schlimm sei das nicht, aber der Stromstoß sei dann wirkungslos und müsse wiederholt werden. Auch räumte Ewig mit Bildern aus dem Fernsehen auf: „Es ist dann nicht so, dass der Patient bei dem Stromstoß die Arme und Beine um sich wirft, er zuckt dann nur etwas mit dem Oberkörper.“


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