3-D-Rekonstruktion präsentiert Virtueller Rundgang durch Huder Klosterkirche

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Werfen einen Blick auf die neue Archäologieausstellung im Klostermuseum: (v. l.) Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Wolfgang Schaller und Dr. Jörg Eckert. Foto: Dirk HammWerfen einen Blick auf die neue Archäologieausstellung im Klostermuseum: (v. l.) Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Wolfgang Schaller und Dr. Jörg Eckert. Foto: Dirk Hamm

Hude. Einen virtuellen Rundgang durch die nur noch als Ruine existierende Klosterkirche in Hude haben die Besucher am Sonntagvormittag im Klostermuseum an der Von-Witzleben-Allee unternommen.

Dank der Digitaltechnologie war es erstmals möglich, einen Eindruck von den imposanten Gewölben des Backsteinbaus zu gewinnen, wie ihn die Zisterziensermönche im Mittelalter „live“ erlebten. Die an die gewölbte Decke des Museums projizierte 3-D-Präsentation war der Höhepunkt des örtlichen Programms zum Internationalen Museumstag, zu dem am Sonntag in ganz Deutschland rund 6500 museale Einrichtungen ihre Pforten öffneten.

Erarbeitet hat die virtuelle Rekonstruktion der Klosterkirche der Huder Christian Klonz-Cronshagen, der in Oldenburg als 3-D-Grafiker arbeitet. Eine akribische, auf ausgiebiger Recherche basierende Arbeit, die rein ehrenamtlich erfolgte.

Imposanter Innenraum wird wieder lebendig

Wolfgang Schaller, Vorsitzender der Freunde des Klosters Hude, zeigte sich ebenso wie die Museumsbesucher begeistert davon, dass mithilfe der modernen Technologie eine realitätsnahe Vorstellung von dem gewaltigen Innenraum des Kirchenbaus möglich geworden ist. Eine vergleichbare Anlage wie das 1536 aufgelöste und in der Folgezeit zur Ruine verfallene Kloster Hude sei in der Umgebung nicht zu finden, gab der Archäologe Dr. Jörg Eckert zu bedenken, „da müssen sie schon nach Ostfriesland schauen“.

Arbeit noch nicht abgeschlossen

Die Arbeit an seiner 3-D-Animation sei noch nicht ganz abgeschlossen, erläuterte der Grafikexperte, es handele sich um ein „work in progress“, wie es auf Neudeutsch heißt. Besucher des Klostermuseums können das um 360 Grad schwenkbare Panorama mit Hilfe einer 3-D-Brille aber jetzt schon betrachten. Wann, wie und eventuell zu welchen Kosten die 3-D-Animation später dann im Internet zugänglich gemacht werde, stehe noch nicht fest, sagte Klonz-Cronshagen.

Wolfgang Schaller und als Gast der Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Thomas Kossendey, staunten am Vormittag nicht schlecht, auf welch großes Interesse die Veranstaltung zum Internationalen Museumstag gestoßen ist. Rund 90 Gäste waren gekommen, sodass zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten.

Ausstellung informiert über Archäologie

Jörg Eckert gewährte dann in einem Diavortrag spannende Einblicke in die Grabungsarbeit der von ihm geleiteten Arbeitsgemeinschaft Archäologie in der Oldenburgischen Landschaft. Solche Grabungskampagnen wurden etwa 1989 in der Gemeinde Dötlingen unternommen, wobei wichtige Erkenntnisse über die Welsburg der Grafen von Oldenburg-Delmenhorst gewonnen wurden.

Die Aktivitäten der seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich tätigen Archäologen werden noch bis zum 15. Juli in einer Sonderausstellung im Klostermuseum dokumentiert.


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