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Polizei setzt Schlagstöcke ein Massenschlägerei bei Vatertagsfeier in Hoykenkamp

Von Jan Eric Fiedler und Thorsten Konkel


Hoykenkamp. Zu einer Massenschlägerei ist es am Donnerstag bei einer Vatertagsfeier auf dem Parkplatz vor der Gaststätte „Zum grünen Hof“ in Hoykenkamp gekommen. Laut Polizei gab es mehrere Körperverletzungen. Auch ein Bremer Polizist wurde leicht verletzt.

Ausgang für die späteren Tumulte sei ein Polizeieinsatz gegen 18 Uhr gewesen. Der Polizei wurde durch Anwohner eine Auseinandersetzung mit zehn bis 15 Beteiligten gemeldet, die sich zum Teil auch auf die Schierbroker Straße verlagert hatte, erläuterte Polizeisprecherin Merle Behle am Freitagvormittag. Vor Ort habe eine hoch aggressive Stimmung geherrscht, die sich immer weiter aufheizte. Die einschreitenden Polizeikräfte seien massiv angegangen und mit Flaschen beworfen worden. Auch die Rettungskräfte seien vor Ort bei ihrer Arbeit behindert worden. „Rund 700 Gäste feierten vor der Gastronomie und im Biergarten“, so die Polizeisprecherin. Aus der Menschenmenge auf dem Parkplatz heraus hätten dann viele Angreifer die Beamten angegangen. Verstärkung sei angefordert worden. „Insgesamt waren 49 Beamte aus Delmenhorst, Syke, Oldenburg, Ahlhorn, Wildeshausen, Hundeführer und ein halber Zug der Bereitschaftspolizei aus Bremen vor Ort“, so die Polizeisprecherin.

Pfefferspray eingesetzt

Die Veranstaltung wurde um 20.30 Uhr aufgelöst. Nur durch ein konsequentes Einschreiten unter dem Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken habe die Lage bis gegen 22.20 Uhr beruhigt werden können.

Laut der Sprecherin wurde auch ein Bremer Beamter leicht verletzt. Durch einen Flaschenwurf der Angreifer zersplitterte die Heckscheibe eines Einsatzfahrzeugs. Eine Person wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, ist inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Die genaue Anzahl der Beteiligten sowie die Anzahl der Verletzten unter den Verursachern und gegebenenfalls auch unter Unbeteiligten sind derzeit noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Seitens der Polizei ist angestrebt, den gesamten Einsatz mit dem Veranstalter und der Ordnungsbehörde nachzubereiten.

Es wurden laut Polizei mehrere Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs, Widerstands, Körperverletzung und Sachbeschädigung gefertigt. Neben den starken Polizeikräften waren auch vier Rettungswagen im Einsatz. Die Feuerwehr rückte zudem zur Ausleuchtung des Einsatzorts an.

Tumulte durch ,Flash-Mob’ auf dem Parkplatz

Nach Angaben von Festwirt Gerhard Menkens hat sich das Geschehen ausschließlich auf dem Parkplatz seiner Gastronomie ereignet, eigene Gäste seien daran nicht beteiligt gewesen. „In Art eines ,Flash-Mobs’ haben junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren lediglich meinen öffentlich zugänglichen Parkplatz als Anlaufpunkt genutzt, um dort selbst mitgebrachte Getränke zu verzehren und zu feiern“, beteuerte Menkens. Dabei sei auch gegrillt und Musik abgespielt worden.

Die in seinem Biergarten von einem Sicherheitsdienst betreuten Gäste hätten diesmal so friedlich wie seit Jahren nicht mehr gefeiert: „Wir hatten lediglich um 14 Uhr und dann später noch einmal ein Problem mit jeweils einem Betrunkenen“, betonte der Wirt. Richtig sei auch sein neues Konzept gewesen, in der Gastronomie am Vatertag komplett auf den Ausschank in Gläsern oder Flaschen zu verzichten. „Innen gab es somit keine Scherben“, so Menkens.

Auf dem Parkplatz habe das aber anders ausgesehen: Noch in der Nacht sei er mit Helfern bemüht gewesen, die Fläche von Scherben zu befreien. Am Freitagmittag zogen Menkens und seine freiwilligen Helfer, darunter Nachbarn, Bilanz: „Wir haben rund zwei Kubikmeter Müll aufgelesen“, berichtet Menkens. Offenbar seien die ungebetenen Partygäste im Übermaß vorbereitet gewesen, das belege die Art des zusammengetragenen Mülls: „Viele der aufgesammelten Alkoholflaschen waren noch nicht einmal geöffnet, auch Flachmannwürfel haben wir original verpackt in die Tonnen geworfen“, sagte Menkens.