Gottesdienst am Landheim Immer Gläubige feiern Fest der Gemeinschaft mitten im Wald

Von Dirk Hamm

Segen unter freiem Himmel: Pfarrer Christoph Martsch-Grunau aus Delmenhorst hält den traditionellen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt am Landheim Immer. Foto: Dirk HammSegen unter freiem Himmel: Pfarrer Christoph Martsch-Grunau aus Delmenhorst hält den traditionellen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt am Landheim Immer. Foto: Dirk Hamm

Immer. Das Landheimfest des CVJM in Immer hat wieder viele Besucher in den Wald gelockt. Der Gemeinschaftsgedanke stand auch im Mittelpunkt des Freiluftgottesdienstes.

Singen und beten unter freiem Himmel, Spiele für Jung und Alt spielen, dazwischen die leckere Erbsensuppe genießen: Für die regelmäßigen Besucher des Landheimfests in Immer gehört das zu Christi Himmelfahrt einfach dazu. Schon seit vielen Jahren lädt der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Delmenhorst Gläubige aller Konfessionen zum großen Familienfest auf dem Gelände des Landheims Immer ein.

Rund 140 Besucher haben am Donnerstagmorgen auf ein Ausbleiben des angekündigten Unwetters spekuliert und sich mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß zu dem idyllisch mitten im Wald gelegenen Landheim der evangelischen Jugend Delmenhorst aufgemacht. Die Variante „per pedes“ wählte gestern auch ein Bonner, der zu seinen Wurzeln zurückkehrte: Rolf Roemer stammt aus Delmenhorst und war in seiner Jugend im dortigen CVJM aktiv. Jetzt hat er sich vorgenommen, an seinem jetzigen Wohnort eine Erwachsenengruppe der christlichen Jugendorganisation zu gründen. Für den 59-Jährigen gab es gestern reichlich Gelegenheit, ehemalige Weggefährten nach längerer Zeit wiederzusehen: „Es ist schön, wieder am Landheim zu sein. Das hier ist ein großes Familien-Feeling.“

Ähnlich mögen viele der Besucher gestern empfunden haben, so manche Erinnerung an die eigene Kindheit und Jugend wurde geweckt. Für Birgit Bödeker, Vorstandsmitglied des CVJM Delmenhorst, ist das völlig normal: „Viele treten aus, wenn Studium und Beruf in den Vordergrund rücken. Aber die Bindung bleibt weiter bestehen.“

„Mittendrin statt nur dabei“ als Motto

Der Waldgottesdienst führte Pfarrer Christoph Martsch-Grunau, der seit Beginn des Jahres in der Heilig-Geist-Kirche in Delmenhorst wirkt, zum ersten Mal zum Landheim Immer. „Mittendrin statt nur dabei“, dieses Motto stand über dem gesamten Tag und zog sich auch durch den Gottesdienst. Es steht für den Gemeinschaftsgedanken, der sich laut Martsch-Grunau zum Beispiel in den Aktivitäten des CVJM widerspiegelt: „Die Jugendlichen feiern, lernen, planen und spielen gemeinsam.“

In seiner Predigt beleuchtete der evangelische Pfarrer aber auch die Kehrseite der Medaille: „Besonders schmerzhaft ist Gemeinschaft für die, die nicht dabei sind. Zum Beispiel Schüler, die gemobbt werden, oder Menschen, die geflohen sind und in unserem Land von einigen ‚Gesellen’ angefeindet werden.“

Der Gottesdienst wurde, wie es seit Langem gute Tradition ist, vom Posaunenchor Delmenhorst begleitet. Einen Sonderapplaus gab es für das Ensemble unter der Leitung von Holger Heinrich, als Markus Funk vom CVJM auf das in diesem Jahr 90-jährige Bestehen des Posaunenchors hinwies. Ende September wird es dazu ein Jubiläumskonzert und einen festgottesdienst in der Stadtkirche in delmenhorst geben.

Für die Zeit zwischen Erbsensuppe und Bratwurst am Mittag und der Kuchenvielfalt am Nachmittag haben sich die Ehrenamtlichen des CVJM wieder einige Spiele einfallen lassen. Auch hierbei stand ein Gedanke im Vordergrund: Nur gemeinschaftlich ließen sich die Geschicklichkeitsaufgaben lösen.