Artenschwund und Bienensterben Sonnentag für die Bienen bei Melle und auf BUND-Hof

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Ganderkesee/Prinzhöfte. Fast alle heimischen Nutz- und Wildpflanzen und 85 Prozent der lanwirtschaftlichen Erträge sind von der Biene abhängig. Imker und Naturschützer rücken sie in den Fokus.

„Uns verhungern die Bienen“, warnt Eckhard Eifler. „Nicht jetzt, wo die Natur explodiert und massenhaft Pollen produziert“, ergänzt der Imker aus Ganderkesee. Im Spätsommer aber werde das Nahrungsangebot für die unermüdlichen Bestäubungsarbeiter knapp.

Monokulturen in Feld und Siedlung

Verursacher ist, da ist sich Eifler mit dem Insektenkundler Dr. Wulf Carius vom BUND-Hof Ton Wendbüdel in Prinzhöfte einig, der Mensch: Damit die Landwirtschaft so billig produzieren kann, wie der Verbraucher es fordert, wird der Bewuchs der Felder und Wiesen dank chemische Keulen zu Monokulturen ohne Kräuter und Wildblumen. Und in den Gärten der Siedlungen dominieren neben dem Pflasterstein und der Terrassenplatte Rasen und exotische Zierpflanzen. „Rasen ist für mich grün angestrichener Beton“, sagt Carius.

Offene Gärtnerei als Plattform

Imker Eifler hat am Sonntag mit Klaus Kriegel vom Fuhrenkamp-Schutzverein am Aktionstag mit Familienfest-Charakter und sehr gutem Besuch in der Gärtnerei Melle an der Birkenheider Straße aufgezeigt, dass sich jeder Gartenbesitzer für den Artenschutz einsetzen kann. „Für den guten Start ins Jahr brauchen Bienen Frühblüher wie Krokus, Schneeglöckchen und Kornelkirsche. Insgesamt brauchen wir mehr Kräuter und Sträucher, gerne auch eine ,wilde Ecke‘ im Garten.“ Die perfekte Samenmischung für zehn Quadratmeter Pollenparadies hat Kriegel zusammen mit einem Informationsblatt über den Schutzverein unter die Gärtnerei-Besucher gebracht.

Spalierobst spart Platz

Obstbäume seien wichtig, betont Eifler mit Hinweis auf eine platzsparende Variante für den kleinen Garten: „Spalierobst. Das habe ich seit ein paar Jahren im Garten, und ich frage mich, warum ich darauf nicht früher gekommen bin.“

Honig aus der Region

„Nur wer Honig aus der Region kauft, hat etwas für den Erhalt der Natur in seinem Lebensumfeld getan“, sagt Imker Eifler in einem kleinen Werbeblock in eigener Sache. Während seine Sache die Honigbiene ist, rückt BUND-Experte Carius nahezu zeitgleich die Wildbiene in den Fokus. „Die Erkenntnis setzt sich durch, dass Erd- und Holzbienen wichtiger fürs Bestäuben und die Artenvielfalt sind als die Honigbienen“, betont der Insektenkundler.

Neuer Wildbienen-Rundweg

Carius hat am Sonntag einige Dutzend Besucher des Wildbienen-Nachmittags auf dem BUND-Hof über den neu angelegten, gut einen Kilometer langen Wildbienen-Rundweg geführt und mit Informationen gefüttert. Eine wichtige Botschaft: Das Artensterben trifft die Pflanzen-, Insekten- und Vogelwelt gleichermaßen.


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