Ungewöhnliche Müllbekämpfung Ganderkeseer trotzen Vandalimus an Ruhebänken

Von Mareike Bader

Vandalismus und Verschmutzung in Rethorn: Jürgen Raem fragt sich, wer hier gemütlich sitzen möchte. Foto: Melanie HohmannVandalismus und Verschmutzung in Rethorn: Jürgen Raem fragt sich, wer hier gemütlich sitzen möchte. Foto: Melanie Hohmann

Ganderkesee. Die Ortsvereine in der Gemeinde kümmern sich ehrenamtlich um die meisten Ruhebänke. Sie ärgern sich über Beschmutzung oder liegengelassenen Müll.

An Wegen und Plätzen in der Gemeinde Ganderkesee bieten Ruhebänke und Sitzgruppen einen Ort für eine Ruhepause. An großen öffentlichen Plätzen gehöre das „Straßenmobiliar“ zu den Baumaßnahmen, erläutert Meike Saalfeld von der Gemeinde Ganderkesee.

In den Bauerschaften kümmern sich die Ortsvereine um die Errichtung. Unterstützung erhalten sie oft durch Spenden von Bürgern, Institutionen oder anderen Vereinen, sagt Saalfeld. Eine neue Bank koste 300 Euro, mit Tisch kostet eine Gruppe 600 Euro, erklärt Jörg Thielhelm vom Ortsverein Rethorn. Aufstellen und Wartung wird in der Regel von freiwilligen Helfern übernommen.

Daher ärgern sich viele Ortsvereine, wenn die Sitzgelegenheiten nicht sorgsam behandelt werden. „Vandalismus ist schon ein großes Problem“, sagt Thielhelm. Auf den Tischen sei versucht worden, Feuer zu machen oder zu grillen. Auch das vom Verein errichtete Bushäuschen in der Nähe der Kindertagesstätte sei durch Graffiti verunstaltet worden. Reinhard Siemer vom Heimat- und Ortsverein Elmeloh-Almsloh berichtet ebenfalls von Bänken, die beschrieben oder geritzt werden.

Bänke werden gern mal umgeworfen

„Die Bänke werden gern mal umgeworfen oder mit Farbe beschmiert“, sagt Bernd Schulte vom Orts- und Verkehrsverein Schönemoor.

Der Verein hat Sitzbänke in Heide und Schönemoor aufgestellt und musste auch schon Bänke aus dem Graben oder dem Kanal bergen. Ein weiteres Ärgernis sei, wenn sich Personen auf die Rückenlehne setzen und so die eigentliche Sitzfläche verschmutzen, erklärt Schulte.

Im Rathaus sieht man die Lage gelassener: „Vandalismus ist eigentlich kein Problem in Ganderkesee“, sagt Meike Saalfeld. Auch Silke Tönjes vom Ortsverein Bürstel-Immer sieht keine Probleme mit den zehn dort stehenden Bänken. „Besonders die komplett eingerichteten Ruheplätze werden gut angenommen und sauber hinterlassen“, erklärt Friedhard Johannes vom Bergedorfer Dorfausschuss.

Saalfeld lobt vor allem die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, den Ortsvereinen und dem Kommunalservice Nordwest, der sich um die Pflege sowie um Müllbeseitigung kümmert: „Das geht Hand in Hand.“

Eine Lösung für das Müllproblem haben einige Ortsvereine darin gefunden, die öffentlichen Mülleimer zu entfernen. Es wirke einladend, dort Müll zu hinterlassen, sagt Gerold Ahlers vom Orts- und Heimatverein Ganderkesee.

Carsten Busch von der Dorfgemeinschaft Bookhorn berichtet sogar von Babywindeln sowie Kot. „Seit wir die Müllbehälter demontiert haben, hinterlassen Besucher nahezu keinen Müll mehr“, freut sich der Vorsitzende.

Um die Pfelge kümmern sich in Bürstel-Immer Paten, etwa bei den Grünflächen um die Bänke herum. Dort werden die pflegeintensiven Holzbänke nach und nach durch Anlagen aus Recyclingkunststoff ersetzt, erläutert Tönjes.

Ortsvereine kümmern sich engagiert

Die Ortsvereine kümmern sich engagiert um die Ruhebänke, auch darum, das weitere aufgestellt werden. „Ohne ehrenamtliche Helfer, egal für welche Tätigkeit wäre die Gesellschaft sehr viel ärmer“, lobt Siemer seine Mitstreiter.

In Falkenburg scheint die Welt dagegen noch in Ordnung zu sein: „Wir haben überhaupt keine Schäden an unseren 15 Bänken und drei Holztischen, außer durch Verrottung von Holz“, betont Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Hakkel. Auch die letzte Vandalismusattacke liege Jahre zurück. Entgegen andernorts setzen die Falkenburger auf Mülleimer an den Ratsplätzen – samt regelmäßiger Leerung.

Vandalismus und Verschmutzung in Rethorn: Jürgen Raem zeigt die Kehrseite eines Bushäuschens. Foto: Melanie Hohmann

„Das klappt richtig gut“, lobt Hakkel die passierenden Radtouristen und Spaziergänger.