Alte Bäckerei jetzt Nussrösterei Neue Genuss-Ideen reifen in Ganderkeseer Backöfen

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Verkostung: (v.l.) Marion Vosteen, Christian Dürr und Hans-Jürgen Hespe dürfen in der Backstube Kevin Drasls neueste Nuss-Kreationen probieren.

            

              
                Foto: Thorsten KonkelVerkostung: (v.l.) Marion Vosteen, Christian Dürr und Hans-Jürgen Hespe dürfen in der Backstube Kevin Drasls neueste Nuss-Kreationen probieren. Foto: Thorsten Konkel

Ganderkesee. Erst Berufung, jetzt Beruf: In einer alten Bäckerei an der Grüppenbühren Straße in Ganderkesee produziert Kevin Drasls Unternehmen „Die Gewürznuss“ Knabbereien. Der Ganderkeseer FDP-Fraktion hat der Veganer am Mittwoch seine Geschäftsidee erläutert.

Er hat die ganze Welt bereist, doch seine Wahl fiel letztlich auf Ganderkesee: In der ehemaligen Bäckerei an der Grüppenbührener Straße produziert Jungunternehmer Kevin Drasl unter dem Namen „Die Gewürznuss“ hochwertige Nussprodukte für Genießer. Seinen beruflichen Werdegang – vom weit gereisten studentischen Hobbyröster zum erfolgreichen Start-up-Unternehmer – hat Drasl dort gestern der FDP-Fraktion und dem hiesigen Bundestagsabgeordneten Christian Dürr (FDP) erläutert.

Produkte gibt es beim „Platzhirsch“ an der Rathausstraße

Vertrieben werden die Gewürznüsse und Nusspasten des Bremers bundesweit in 60 Feinkostläden und gehobenen Supermärkten. In Ganderkesee sind die Produkte beim „Platzhirsch“ an der Rathausstraße erhältlich.

Ob Indien, China oder Marokko, der 27-jährige Sohn eines Piloten ist weit gereist und hat dabei reichhaltige kulinarische Erfahrungen gemacht. Schon als Student in München habe er sich vegan ernährt, berichtete er den Liberalen. Um das auch in Marokko bei der Tätigkeit für die Deutsche Außenhandelskammer tun zu können, experimentierte Drasl eigenen Angaben zufolge vor Ort mit dem Rösten von Nüssen und vielen Gewürzen – ein Weg, der alles andere als einfach war: „Die ersten Versuche missglückten kläglich“, verriet Drasl. Doch mit der Zeit stellte sich der Erfolg ein – bei den von der Vielfalt des Nuss-Genusses überwältigten Arbeitskollegen und allen, die er von seinen Kreationen kosten ließ.

Bewusster Weg in die Selbstständigkeit

Wieder zurück in Deutschland sei bei ihm der Entschluss gereift, sich gegen eine Karriere in einem Wirtschaftskonzern zu entscheiden. Stattdessen wagte er 2015 den Weg in die Selbstständigkeit, der ihn mit Umweg über Bremen nach Ganderkesee führte. Unterstützt hat den Jungunternehmer bei seinem Start-up auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises (WLO).

Vor der Ganderkeseer Betriebsstätte hatte Drasl eine Bremer Mietküche als Produktionsort genutzt. Mit dem wachsenden Erfolg sei dort auch das Platzproblem gewachsen. Auf einer Messe lernte er die beiden Ganderkeseer Antje Dobrin-Stein und Frank Dobrin kennen. Das Ehepaar produziert seit 2013 an der Grüppenbührener Straße in seiner Genussmanufaktur „Die Schlemmerei“ Senfe, Soßen und Confits. Nicht genutzt wurde von ihnen die Backstube mit den beiden alten, für Dasls Zwecke aber genau richtigen Backöfen. Seit 2017 schaffen der Jungunternehmer und inzwischen zwei Praktikanten, eine Teilzeitkraft und ein Minijobber dort hochwertige Knabbereien in Handarbeit, geröstet in Brotbacköfen. Noch liegt die mengenmäßige Produktion des Unternehmens „zwischen Handwerk und Industrie“, räumte Drasl ein.

Förderung könnte festen Arbeitsplatz schaffen

Seinen Minijobber, einen Geflüchteten, würde er gerne umfangreicher beschäftigen. „Doch dazu wären Förderungen nötig“, erklärte Drasl mit Blick zu den Politikern. Während sich das Geschäft inzwischen trägt, muss der Chef seine Brötchen noch dazuverdienen: „Ein Halbstagsjob im Familienunternehmen als Finanzbuchhalter“, beschrieb er seine Nebentätigkeit. Vollends rechnen solle es sich aber auch für ihn bald: „Man muss sich ein Ziel setzen“, beteuerte er. Das will er neben der guten Qualität seiner Produkte auch mit Expansion erreichen. Kevin Drasl: „Für den Vertrieb suchen wir noch Leute.“


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