„Mahl der Arbeit“ in Kirchhatten Minister Lies für attraktivere Arbeitsbedingungen

Von Thomas Deeken

Sozialdemokraten und Gewerkschafter trafen sich zum „Mahl der Arbeit“ in Kirchhatten: (von links) AfA-Vorsitzender Bernd Bischof, MdL Deniz Kurku, MdB Susanne Mittag, Umweltminister Olaf Lies, DGB-Kreisverbandsvorsitzender Olaf Sasse, MdL Karin Logemann und MdL Axel Brammer. Foto: Thomas DeekenSozialdemokraten und Gewerkschafter trafen sich zum „Mahl der Arbeit“ in Kirchhatten: (von links) AfA-Vorsitzender Bernd Bischof, MdL Deniz Kurku, MdB Susanne Mittag, Umweltminister Olaf Lies, DGB-Kreisverbandsvorsitzender Olaf Sasse, MdL Karin Logemann und MdL Axel Brammer. Foto: Thomas Deeken

Kirchhatten. Die Betriebe müssen dafür sorgen, dass sie die Arbeitsbedingungen attraktiver gestalten, um erfolgreich sein zu können. Das hat Umweltminister Olaf Lies am Montagabend in Kirchhatten betont.

Die Menschen müssen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben und Möglichkeiten bekommen, sich in ihrem Beruf weiterentwickeln zu können – und das, so das Ziel, mit festem Arbeitsvertrag und unter Tarifbedingungen. Das hat der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies am Montagabend als Hauptredner beim „Mahl der Arbeit“ in Kirchhatten vor dem Tag der Arbeit am 1. Mai gefordert. Eingeladen hatten der SPD-Landtagsabgeordnete Axel Brammer und Bernd Bischof, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen Oldenburg-Land. Rund 60 Sozialdemokraten wollten den Minister zum Thema „Starke Wirtschaft und Digitalisierung – Gute Arbeit als Garant für den Erfolg“ hören. Dabei schlug er den großen Bogen von der Arbeitszeit bis hin zum Zusammenspiel von Wirtschaft und Ökologie, wenn es beispielsweise um das Bienensterben geht.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Lies gab sich kämpferisch und setzt auf eine gute Zusammenarbeit von starker SPD und starken Gewerkschaften. Außerdem betonte er, es sei gelungen, nicht Arbeitslosigkeit zu finanzieren, sondern Arbeit. Es müssten allerdings die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Berufen verbessert werden. „Junge Leute achten auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist die Lebensrealität von heute“, sagte der Minister und richtete einen Appell an die Betriebe, attraktive, kluge und vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen, um auch Erfolge erzielen zu können.

Chance durch Digitalisierung

Zum Thema Digitalisierung versuchte Lies, einer Besucherin der Veranstaltung die Angst vor einer Zeit mit fahrerlosen Autos und Robotern in den Fabriken zu nehmen. Die Arbeit werde sich zwar verändern, erklärte der Minister: „Wir werden aber auch davon profitieren.“ Autonom fahrende Busse seien beispielsweise eine Chance, die Mobilität für Menschen in der Fläche zu erhöhen. Digitalisierung sei die Chance, die Wertschöpfung zu steigern.

Frauen schlecht bezahlt

Ein anderer Besucher beschwerte sich darüber, dass Frauen nach wie vor in ihren Berufen schlechter bezahlt würden als Männer und dass es bei vielen große Probleme gebe, wenn es um die Rente geht. Darauf antwortete Lies, es müsse nicht nur gleicher Lohn für gleiche Arbeit gelten. Auch wer gleichwertige Arbeit leiste, müsse gut bezahlt werden. Womit er unter anderem Pflegekräfte meinte, die weniger verdienten als beispielsweise Mitarbeiter bei VW.

Bezahlbares Wohnen Daseinsvorsorge

Gastgeber Bischof nutzte die Möglichkeit des Ministerbesuchs, auch das Thema hohe Mieten anzusprechen. Lies wies in diesem Zusammenhang auf das neu gegründete Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen hin, um nicht nur in den Großstädten, sondern auch in der Fläche Wohnraum für Menschen mit kleinerem Geldbeutel zu schaffen. Bezahlbares Wohnen sei ein Grundbedürfnis der Bürger und Daseinsvorsorge.

Tarifflucht und Leiharbeit angeprangert

Vor dem Minister hatte Olaf Sasse, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Oldenburg-Land, Schutz der Arbeitnehmer durch Tarifbindung gefordert. Er prangerte unter anderem die Tarifflucht von Arbeitgebern, Leiharbeit, Lohndumping und Minijobs an.