Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst Jäger haben Wildschweine und Nutrias im Visier

Von Marie Busse

Der Nutria ist eine aus Südamerika stammende und in Mitteleuropa eingebürgerte Nagetierart. Foto: dpaDer Nutria ist eine aus Südamerika stammende und in Mitteleuropa eingebürgerte Nagetierart. Foto: dpa

Dötlingen. 61 neue Jäger, die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest und eine eigene Jagdschule: Die Jäger der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst haben auf ihrer Jahreshauptversammlung am Samstag, 28. April, auf Gut Altona auf ein abwechslungsreiches Jahr zurückgeblickt.

Rund 200 Gäste, größtenteils Mitglieder der elf Hegeringe, aber auch Vertreter aus Politik und Forstwirtschaft folgten der Einladung des Vorstandes der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst zur Jahreshauptversammlung. Karl-Wilhelm Jacobi, Vorsitzender der Jägerschaft, fand deutliche Worte für die Anliegen der Jäger: „ Sowohl Bundesregierung, als auch Landesregierung werden von SPD und CDU geführt. Es gibt niemanden mehr, hinter dem sich die Politik verstecken kann, der die naturrelevanten grundsätzlich anders sieht als SPD und CDU.“

Bedrohung durch Schweinepest

Die Jäger müssten mit ihren Erfahrungen in die politische Ergebnisfindung beim Insektenschutz oder beim Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest eingebunden werden. „Wir haben 2017 150 Hektar Blühstreifen angelegt, um die heimische Tier- und Insektenwelt zu schützen“, sagte Jacobi. 2014 sei zu diesem Zweck der Biotopfonds gegründet worden. Es gebe kaum einen Verein, der sich in solch großem Maße für den Naturschutz einsetze.

Auch bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sei die Jägerschaft aktiv. „Wir haben beim Landkreis den Antrag gestellt, die Trichinengebühr abzuschaffen.“ Die Trichinen-Untersuchung ist der amtliche Nachweis, dass Fleisch von Wildschweinen verzehrt werden darf. Mit der Abschaffung erhoffe sich die Jägerschaft, mehr Wildschweine zu erlegen. Jacobi unterstrich: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Kreisveterinär Carsten Görner appellierte an die Jäger, Auffälligkeiten im Revier zu melden: „Ein Ausbruch hätte verheerende Folgen.“

Nutrias bejagen

Bei den Nutrias entfalle die Gebühr bereits. Auch die Schonzeit sei aufgehoben. Ein Ende der Ausbreitung sei dennoch nicht abzusehen. Jacobi rief die Jäger auf: „Bejagt scharf und intensiv.“ In den letzten drei Jahren sei die Zahl der getöteten Nutrias von 5000 auf über 22.000 gestiegen.

Eigene Jagdschule

Im September vergangenen Jahres gründete die Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst eine eigene Jagdschule. Der erste Jahrgang mit 14 Jägern nahm bei der Versammlung den Jagdschein entgegen. Von drei anderen Schulen erhielten weitere 47 Jäger den Schein. „Wir freuen uns über so viel Nachwuchs“, sagte Jacobi.

Langjährige Mitglieder geehrt

Wilhelm Niggemann (2. von links) wurde von Kreisjägermeister Friedrich Hollmann (links), dem Vorsitzenden Karl-Wilhelm Jacobi (3. von links) und dem stellvertretenden Vorsitzenden Helmut Blauth für seine 50-jährige Verbandszugehörigkeit ausgezeichnet. Foto: Marie Busse

Über eine besondere Ehrung konnten sich Claudia Ventker und Lars Kosten freuen. Sie erhielten für ihre langjährige Vorstandsarbeit die bronzene Verdienstnadel der Landesjägerschaft. Wilhelm Niggemann wurde für seine 50-jährige Verbandstreue ausgezeichnet.