Experiment geglückt Bookholzberger Schüler lassen Wetterballon steigen

Von Alexandra Wolff

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Die Schülerfirma Elektrotechnik der Oberschule an der Ellerbäke lässt am Flugplatz Ganderkesee den Wetterballon steigen. Foto: Alexandra WolffDie Schülerfirma Elektrotechnik der Oberschule an der Ellerbäke lässt am Flugplatz Ganderkesee den Wetterballon steigen. Foto: Alexandra Wolff

Ganderkesee. Bis in die Stratosphäre ist der Wetterballon der Bookholzberger Oberschüler geflogen. Die 15 Jungen der Schülerfirma Elektrotechnik haben mehrere Monate lang an diesem Projekt gebastelt.

Schüler der Oberschule Bookholzberg haben ein aufregendes und geglücktes Experiment hinter sich: Gut 80 Kilometer weit ist der Wetterballon der Schule an der Ellerbäke geschwebt. Die Schülerfirma Elektrotechnik der Oberschule hatte ihn am Freitag, 27. April, am Flugplatz Ganderkesee steigen lassen.

„... Drei ... Zwei ... Eins ... Null.“ Nach wenigen Momenten in der Luft war der Wetterballon kaum noch am Himmel zu erkennen. Mit fünf Metern pro Sekunde stieg der weiße Latex-Ballon in die Höhe. Im Gepäck, besser gesagt, in der Kanzel hatte der Wetterballon einen Datenlogger, der Geschwindigkeit, Temperatur, Höhe und Driftrichtung misst. In der kleinen, weißen Kiste, die als Kanzel diente, waren außerdem noch zwei Videokameras, von denen die eine schräg nach oben und die andere schräg nach unten filme, und ein GPS-Gerät. So ließ sich der Flug des Ballons verfolgen und die Kiste bald wiederfinden. Ganz besondere Batterien haben die Technik mit Strom versorgt. „In der Stratosphäre kann es bis zu minus 60 Grad kalt werden“, erläuterte Techniklehrer Björn Hoff, der mit den 15 Neunt- und Zehntklässlern das Projekt umgesetzt hatte. „Das halten nicht alle Batterien aus.“ Außerdem war noch ein kleiner Pilot an Bord: „Mein Sohn wollte, dass diese kleine Playmobilfigur mitfliegt“, sagte Hoff. Und auf dem Deckel der Kanzel thronte ein roter Ganter, eine Miniaturausgabe der bunten Figuren, die auch in der Gemeinde Ganderkesee häufig anzutreffen sind.

Selbstvertrauen und technisches Know-how

33 Kilometer hoch ist der Ballon geflogen, bis in die Ozonschicht. So hoch kommen nicht einmal Flugzeuge. Damit diese nicht gegen den steigenden Ballon fliegen, hing noch unter der Kanzel ein goldfarbener Radarreflektor.

„119 Minuten wird der Ballon aufsteigen, dann platzt er“, sagte Hoff. „Danach fällt die Kanzel wieder auf die Erde.“ Dass sie dabei jemandem auf dem Kopf stürzt und verletzt, hielt der Lehrer für unwahrscheinlich: „Derjenige, der nicht sieht, dass da etwas runterfällt, wird auch von einem Fahrrad überfahren“, antwortete Hoff schmunzelnd. „Die Kanzel segelt mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 17 Stundenkilometer nach unten.“ Ein kleiner Fallschirm bremste ihren Fall. Übrigens: Kurz hinter Zeven ist die Kanzel gelandet.

„Die Schüler haben bei diesem Projekt nicht nur technisches Know-how erworben“, zeigte sich der Lehrer von der Aktion überzeugt. „Sie haben auch Selbstvertrauen gewonnen und gelernt, dass es sich lohnt, durchzuhalten.“ Deswegen will die Schülerfirma auch gerne weitermachen und beim nächsten Mal ein paar Details optimieren.


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