Ausschuss für Gemeindeentwicklung Erste Weiche für mögliches Bauland am Heuweg in Heide gestellt

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ein Grundstück am Heuweg in Heide könnte Bauland werden. Dazu haben sich am Donnerstagabend zahlreiche besorgte Anlieger im Ausschuss für Gemeindeentwicklung geäußert. Foto: Thomas DeekenEin Grundstück am Heuweg in Heide könnte Bauland werden. Dazu haben sich am Donnerstagabend zahlreiche besorgte Anlieger im Ausschuss für Gemeindeentwicklung geäußert. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Im Ganderkeseer Ausschuss für Gemeindeentwicklung gab es am Donnerstagabend kontroverse Diskussionen über zwei Themen: Bauland in Heide und Baugebiet „Schönemoor westlich Zum Altengraben“.

Die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung haben am Donnerstagabend mehrheitlich die erste Weiche für ein mögliches neues Baugebiet in Heide gestellt. Der Großteil des Ausschusses hat sich dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung das Verfahren einleitet, für ein Areal am Heuweg einen Bebauungsplan aufzustellen. Dabei handelt es sich um ein rund 9500 großes Grundstück zwischen dem Randgraben und dem Weg Heider See. Nein-Stimmen kamen von Wilfried Samtleben (Freie Wähler), Michael Sorg (Grüne) und Thorsten Busch (UWG).

Besorgte Anlieger

Zuvor hatten in der Einwohnerfragestunde mehrere Anwohner Bedenken gegen das Baugebiet geäußert. Es wurde gefragt, ob das Bauen überhaupt im Einklang mit dem nahegelegenen Überschwemmungsgebiet Randgraben stehen würde, ob der Landwirt, der die Flächen dort gepachtet hat, ein Alternativgrundstück bekommen werde und ob der Heuweg überhaupt mehr Verkehr aushalte. Dort dürfe auch kein Baum gefällt werden, hieß es weiter. Und es wurde befürchtet, dass möglicherweise – wie beim Gut Hohenböken – zu viele Flüchtlinge die geplanten öffentlich geförderten Wohnungen beziehen könnten.

Meyer: Noch keine Detailplanungen

Fachbereichsleiter Peter Meyer wies darauf hin, dass es noch keinerlei Detailplanungen gebe und dass alle Fragen im Planfeststellungsverfahren behandelt würden. Auf einen Nenner gebracht: Gebe es zu große Hindernisse, werde dort auch nicht gebaut. Auch die Bürger könnten sich vor einer endgültigen Entscheidung noch einbringen.

Beratungsbedarf abgelehnt

Bedenken äußerte unter anderem UWG-Ratsherr Busch. Er hatte „das Gefühl, dass die Masse der Anwohner nicht für dieses Gebiet ist“ und stimmte deshalb mit Nein. Wilfried Samtleben hätte gerne noch mit Anliegern gesprochen und meldete Beratungsbedarf an. Der wurde jedoch mehrheitlich im Ausschuss abgelehnt.

Wessel sieht kein generelles Nein

CDU-Ratsherr Ralf Wessel stimmte beispielsweise für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, weil er bei den Anwohnern keine generelle Ablehnung erkennen konnte. Es gehe ihnen beim Bauen eher um das Wie. Es müsse eine angemessene Bebauung geben, betonte der Ratsherr.

„Schönemoor westlich Zum Altengraben“

Der Ausschuss hat der Verwaltung außerdem den Auftrag gegeben, für das Baugebiet „Schönemoor westlich Zum Altengraben“ einen Bebauungsplan-Entwurf für eine öffentliche Auslegung vorzulegen. Neun Ausschussmitglieder wollten das, vier nicht.

Gerüche sind das Problem

Wesentlicher Knackpunkt: Gerüche aus einem Stallgebäude mit Rindern 30 Meter vom geplanten Wohngebiet entfernt könnten zum Problem werden. Das sieht Fachbereichsleiter Meyer nach einem Gutachten der Landwirtschaftskammer allerdings nicht. Große Entwicklungsmöglichkeiten für den Landwirt – sprich: weitere Ställe – werde es wegen des Wohngebiets künftig allerdings auch nicht geben. Das wiederum passte Busch und Samtleben nicht: Sie seien dagegen, die Landwirtschaft zu beschneiden. Und Hartmut Rippena von der neuen Bürgerinitiative gegen das Baugebiet wies in der Einwohnerfragestunde darauf hin: „Die Landwirtschaft steht hier an erster Stelle. Der Hof war vor dem Baugebiet da.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN