Mehrheitsbeschluss in Bookholzberg BTB stimmt Verkauf von vereinseigenem Sportplatz zu

Von Thomas Deeken und Richard Schmid

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Bookholzberg. Die Debatte dauerte viele Jahre. Jetzt haben sich die Mitglieder des Bookholzberger TB dazu durchgerungen, den vereinseigenen Sportplatz an der Huder Straße zu verkaufen, um finanzielle Forderungen der Gemeinde zu begleichen und die Renovierung des Vereinsheims einzuleiten.

Der Bookholzberger Turnerbund (TB) will seinen vereinseigenen Sportplatz an der Huder Straße an die Gemeinde verkaufen, um finanzielle Forderungen der Gemeinde wegen der Sportplatz-Sanierung in den Jahren 2011 und 2012 begleichen zu können. Außerdem kann der BTB dann einen Eigenteil an der Renovierung des Vereinsheims leisten. Darauf haben sich die Mitglieder des Vereins am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung nach langer kontroverser Debatte „und eher zähneknirschend“ geeinigt, wie der Vereinsvorsitzende Helmut Steinmann dem dk mitteilte. Am Ende stimmten zehn Mitglieder für den Verkauf, zwei dagegen, zwei enthielten sich.

Schwache Beteiligung bei Hauptversammlung

Über das Ergebnis war der Vereinschef am Ende froh, nicht aber über die Resonanz auf die Hauptversammlung und das seit vielen Jahren diskutierte Thema. „14 von 573 Mitgliedern und davon lediglich vier aus der Fußballabteilung – das ist eine schwache Beteiligung“, ärgerte sich Steinmann, der eigenen Angaben zufolge jede Menge Überzeugungsarbeit leisten musste. Schließlich sei ein großer Teil der Vereinsmitglieder der Auffassung, die Gemeinde sei in der Pflicht, dem Verein bei der Sanierung des Vereinsheims unter die Arme zu greifen. Und zwar ohne Sportplatzverkauf.

Gemeinde will Geld für Sportplatz-Sanierung zurück

Steinmann erinnerte allerdings daran, dass die Gemeinde damals die Sanierung der beiden Sportplätze alleine bezahlt hatte – ohne Beteiligung des BTB. Im Gegenzug wollten sich die Bookholzberger beim Neubau des Vereinsheims stärker beteiligen. Das Projekt kam aber nicht zustande, sodass die Gemeinde rückwirkend den BTB-Anteil für die Platzsanierung einforderte, was bislang jedoch noch nicht passiert war. Dazu erklärte Steinmann bei der Versammlung: „Die Gemeinde wird keinerlei Zahlungen für die Sanierung des Vereinsheims leisten, solange der BTB sich nicht an den angefallenen Kosten der Sanierung der Sportanlagen beteiligt.“ Weitere Gespräche würden zu keinem anderen Ergebnis führen.

Verkauf für 96.000 Euro

Jetzt plant der Vorstand so: Verkauf des hinteren rund 16.000 Quadratmeter großen Sportplatzbereiches für 96.000 Euro, Rückzahlung in Höhe von rund 56.000 Euro an die Gemeinde wegen der Platzsanierung, möglichst Verlängerung des Nutzungsrechts der Anlage über das Jahr 2044 hinaus und Start für das Projekt Vereinsheim-Renovierung. Geschätzte Kosten dafür: zwischen 70.000 und 120.000 Euro. Aus dem Sportplatz-Verkauf würden dem Verein etwa 40.000 Euro bleiben. Einen Teil davon könne er jetzt in den Umbau des Vereinsheims stecken, erläuterte Steinmann. Außerdem rechnet der Vereinsvorsitzende mit einem Zuschuss von der Gemeinde in Höhe von 30 Prozent, vom Landessportbund bis 30 Prozent sowie vom Landkreis bis 20 Prozent. Die Anträge würden bis Ende Juni beziehungsweise Ende August dieses Jahres gestellt. Wenn alles gut läuft, könne eventuell im Frühjahr 2019 mit den Bauarbeiten losgelegt werden.

„Treffpunkt für alle Vereinsmitglieder“

Wichtig seien ein neues Dach und eine neue Heizung. Außerdem sind laut Steinmann die Fenster defekt und die Türen wackeln. Darüber hinaus müsse der Sanitärbereich mit Duschen und Toiletten neu gebaut werden. Und auch der wenig einladende Raum für Zusammenkünfte und Feiern soll „aufgehübscht“ werden. Kommentar des Vereinschefs: „Wir wollen diesem Ort wieder Leben einhauchen. Er soll nicht nur Treffpunkt für die Fußballer, sondern für alle Vereinsmitglieder werden.“


Finanziell konnte der 573 Mitglieder starke Verein im letzten Jahr, nachdem zuvor in drei aufeinanderfolgenden Jahren Verluste eingefahren wurden, mit einem Gewinn von 7.800 Euro ein positives Ergebnis erzielen. „Wir können positiv in die Zukunft schauen“, so das Fazit von Vereinschef Helmut Steinmann. Erfreulich endete die Versammlung: Hajo Dirks, seit 64 Jahren Mitglied im Verein und langjähriger Handball-Abteilungsleiter, wurde unter großem Beifall zum Ehrenmitglied ernannt.

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