Kurztripps und Abendtermine Immer mehr junge Landfrauen – auch in Dehlthun

Von Alexandra Wolff

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Sandra Stöver (48), Tanja Schwarting (40), Sonja Schlesier (46) und Christine Brinkmann (43) entsprechen nicht unbedingt dem Klischee der Landfrauen. Foto: Alexandra WolffSandra Stöver (48), Tanja Schwarting (40), Sonja Schlesier (46) und Christine Brinkmann (43) entsprechen nicht unbedingt dem Klischee der Landfrauen. Foto: Alexandra Wolff

Dehlthun. Die Landfrauen sind nicht unbedingt ältere Bauersfrauen in Kittelschürze und Gummistiefel. Mit diesem Klischee räumen vier junge Landfrauen aus Dehlthun auf, in Jeans und Sneakers.

Der Niedersächsische Landfrauenverband bekommt immer mehr jungen Zuwachs. So ist es auch beim Landfrauenverein Ganderkesee. Grund dafür: Abendveranstaltungen und Wochenendfahren ermöglichen auch berufstätigen Frauen, an den Angeboten der Vereine teilzunehmen. Zu den jüngsten Mitgliedern in Ganderkesee gehören Tanja Schwarting (40), Christine Brinkmann (43), Sonja Schlesier (46) und Sandra Stöver (48). „Ein Großteil der Mitglieder ist über 60 Jahre alt“, sagt Sandra Stöver. „Aber das Klischee, das Leute aus der Stadt von Landfrauen haben, entspricht nicht mehr der Realität, so mit Kittelschürze und Gummistiefeln.“ In der Tat, so kleidet sich keine der vier Frauen. „Die typische Landfrau gibt es sowieso nicht mehr“, meint Stöver. „Vor 25 Jahren waren die Frauen eher noch zu Hause. Heute ist es eher ungewöhnlich, wenn eine Frau nicht arbeiten geht.“

Die vier Nachbarinnen aus Dehlthun sind alle berufstätig. Schlesier und Schwarting arbeiten im ländlichen Bereich: Schlesier ist ländliche Hauswirtschafterin und Tanja Schwarting Hauswirtschaftsleiterin. Stöver und Brinkmann arbeiten hingegen in ganz anderen Berufen: Stöver als Steuerfachangestellte in Wildeshausen und Brinkmann ist Krankenschwester in Oldenburg.

Aus Liebe nach Dehlthun gezogen

Sie alle sind wegen ihrer Ehemänner nach Dehlthun gezogen. „So ist das halt, wenn man einen Landwirt heiratet“, sagte Stöver und zuckt schmunzelnd mit den Schultern. „Ich kann ja nicht erwarten, dass mein Mann mit seinem Hof zu mir nach Wardenburg zieht.“ Ursprünglich stammt keine der Frauen aus Dehlthun: Schlesier kommt aus Döhlen (Großenkneten), Schwarting aus Dingstede (Hatten) und Brinkmann aus Oldenburg, gebürtig aber aus Kassel.

Zu den Landfrauen sind drei der vier Nachbarinnen vor vier Jahren gekommen, Schwarting ist erst seit zwei Jahren dabei. „So leicht bin ich nicht zu kriegen“, scherzt sie.

Viele junge Frauen kommen wegen der Fahrten

„Unsere Vertrauensfrau hatte uns damals gefragt, ob wir nicht noch mit nach London wollen, es seien noch zwei Plätze frei“, erzählt Brinkmann. „Und da haben Sonja und ich spontan zugesagt.“ Und auch Schwarting ist über eine der Veranstaltungen bei den Landfrauen gelandet, wollte aber nicht alleine hingehen. Und so sind nach und nach alle vier Mitglieder bei den Landfrauen geworden. „Tatsächlich treten viele junge Frauen wegen der interessanten Reisen ein“, ist Meike Ahlers, der ersten Vorsitzenden des Ortsvereins Ganderkesee, aufgefallen. „Bei Intensiv-Städtereisen, die von Freitag bis Sonntag gehen, kommen auch mal fünf junge Frauen auf einmal mit.“

Für die jungen Frauen sei so ein Wochenende einfach angenehmer als eine Reise, die über eine Woche geht, sind sich die vier Dehlthunerinnen einig. Denn so müssten sie nicht extra Urlaub nehmen. „Außerdem gibt es jetzt immer häufiger Vorträge, die nicht nachmittags, sondern abends beginnen“, lobt Schwarting. So könnten sie auch noch nach der Arbeit diese Veranstaltungen besuchen. Um gleichzeitig aber nicht die älteren Mitglieder zu vergraulen, die spät abends nicht mehr unterwegs seien wollen, finden deswegen einige Vorträge doppelt statt, also nachmittags und abends. „Das ist toll, dass unser Vorstand da sehr offen ist“, fand Schwarting. „Junge Landfrauen wollen öfters mal etwas Neues wagen – aber auch das Alte bewahren.“


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