Praktikumsmesse Schüler beraten Schüler in Bookholzberg zu Berufen

Von Alexandra Wolff

Der 15-jährige Keno aus der neunten Klasse erzählt einem anderen Schüler bei der Infomesse in der Schule an der Ellerbäke von seinem Praktikum beim Agrarservice Meyer. Foto: Alexandra WolffDer 15-jährige Keno aus der neunten Klasse erzählt einem anderen Schüler bei der Infomesse in der Schule an der Ellerbäke von seinem Praktikum beim Agrarservice Meyer. Foto: Alexandra Wolff

Bookholzberg. Bei der Infomesse der Schule an der Ellerbäke haben nicht Betriebe für Nachwuchs geworben. Die Siebtklässler erhielten dort von ihren älteren Mitschülern Tipps für ihr Praktikum.

Bunte, selbst gestaltete Plakate hingen am Dienstag an den Wänden und lagen auf den Tischen der Mensa der Schule an der Ellerbäke in Bookholzberg. Die Neuntklässler hatten sie gebastelt, um Eindrücke von ihren Praktika zu vermitteln. Diese Infomesse sollte den jüngeren Schülern der siebten Klassen helfen, sich für ein bestimmtes Praktikum zu entscheiden.

Franco durchlief vom 5. bis 16. März ein Praktikum im Kindergarten Montessori-Kinderhaus in Ganderkesee. „Ich spiele sehr gerne mit meiner kleinen Nichte und da dachte ich: ‚Kinder liegen mir‘“, sagte der 15-Jährige. „Aber so viele Kinder auf einmal – das war dann doch ganz schön anstrengend.“ Ein Jahr vorher hatte er als Praktikant bei der Tischlerei Schwarte gearbeitet. „Das Handwerkliche liegt mehr eher“, glaubt Franco. „Vielleicht nicht unbedingt mit Holz, aber handwerklich zu arbeiten, das macht mir schon Spaß.“

Jedes Jahr ein Praktikum

Bei der Oberschule in Bookholzberg machen die Schüler mehrere Praktika: Ein Schnupperpraktikum für ein paar Tage in der siebten Klasse, ein einwöchiges Praktikum in der achten, ein zweiwöchiges Praktikum vor den Osterferien in der neunten und ein zwei- bis dreiwöchiges Praktikum in der zehnten Klasse.

Dass die Schüler immer wieder in einem anderen Betrieb mitarbeiten, sei durchaus Sinn der Sache, erläuterte Antje Kalmlage, Wirtschaftslehrerin an der Oberschule: „Vor allem, wenn sie noch nicht genau wissen, was sie werden sollen, ist es wichtig, in unterschiedliche Bereiche reinzuschnuppern. Wir achten auch darauf, dass sich Mädchen mal an technische Berufe wagen und Jungen an soziale.“ Wenn die Kinder aber ein bestimmtes Ziel verfolgen, sei es hingegen vollkommen in Ordnung, wenn die Schüler immer wieder im selben Betrieb oder im selben Beruf arbeiten. Keno zum Beispiel: „Während andere Jungs als kleines Kind Feuerwehrmann oder so etwas werden wollten, stand für mich schon immer fest: Ich will Bauer werden, wie mein Opa“, sagte der 15-Jährige. Er hatte als Achtklässler beim Milchviehbetrieb Tönjes gearbeitet und in diesem Jahr als Neuntklässler beim Agrarservice Meyer, jeweils in Vielstedt. „Draußen sein, große Technik – das gefällt mir. Ich fahre Trecker, seitdem ich laufen kann.“

Nur die Bundeswehr ist der Einladung gefolgt

Zu dem Infotag waren eigentlich auch Vertreter der Betriebe eingeladen, bei denen die Schüler ihr Praktikum durchlaufen hatten. Aber Leutnant Marc Kantelhardt vom Bundeswehrstandort Adelheide war der einzige, der gekommen ist. „Die Schüler, aber auch die Lehrer staunen immer, dass man bei der Bundeswehr viel mehr leisten kann als den Dienst an der Waffe“, sagte der Zugführer. „Vier Jungen und zwei Mädchen aus Ganderkesee und Delmenhorst haben bei uns im vergangenen Jahr Einblicke in das Instandsetzungswesen, die Logistik und vieles mehr bekommen.“