Verkehr in der Gemeinde Hude Bahnübergang Wüsting bleibt ein Knackpunkt

Von Reiner Haase

Die Schrankensicherung des Bahnübergangs in Wüsting bleibt nach Mitteilung der Bahn noch für Jahre so, wie sie ist. Symbolfoto: Marcel Kusch/dpaDie Schrankensicherung des Bahnübergangs in Wüsting bleibt nach Mitteilung der Bahn noch für Jahre so, wie sie ist. Symbolfoto: Marcel Kusch/dpa

Wüsting. Die Wüstinger warten seit etlichen Jahren auf die Entschärfung der Gefahrenstelle Bahnübergang. Überraschend schnell kommt dagegen eine Lärmschutzwand zum alten Dorf hin.

Seit mehr als zehn Jahren prangert der Bürgerverein Wüsting Gefahren für Fußgänger und Radfahrer im Bereich des Bahnübergangs Hauptstraße an. Die Hoffnung, dass kurzfristig in mehr Sicherheit investiert wird, ist geschwunden: Laut Bürgermeister Holger Lebedinzew hat die für Bahnübergänge zuständige DB Netz mitgeteilt, dass sie auf Jahre hinaus für Wüsting keine Umbaupläne verfolgen will.

Filmreifes Abbiegen

„Filmreif“ nennt der Bürgermeister den kürzlich beobachteten Versuch eines Lastzugfahrers, von der Bahnhofstraße nach rechts auf die Hauptstraße abzubiegen, um den Bahnübergang zu überqueren. Die Nutzung beider Fahrbahnen der Hauptstraße hat nicht ausgereicht, um das große Gefährt um die Kurve zu kriegen – der befestigte Streifen für Fußgänger und Radfahrer wurde mitgenutzt.

Bekannte Gefahrenstelle

„Da ist es einfach zu eng“, bestätigt Friedolf Evers. Der Vorsitzende des Bürgervereins erinnert sich an einen Lokaltermin mit Lebedinzews Vorgänger Axel Jahnz sowie mit Vertretern des Landkreises und der Bahn vor sieben Jahren: „Hätten wir uns nicht ganz an den Rand gedrückt, wäre uns das Gespann eines Lohnunternehmers über die Füße gefahren.“

Pfähle ohne Wirkung

Die Pfähle, die auf Geheiß des Bürgermeisters Jahnz an der Einmündung gesetzt wurden, haben laut Evers wenig bewirkt. „Sie sind -zigmal ausgewechselt und noch häufiger überfahren worden“, berichtet er. Im Raum steht nach wie vor die Forderung, die Fuß- und Radwege baulich deutlich von den Fahrbahnen abzusetzen und die Schrankenbäume zu verlängern. „Mal sagt die Bahn, dass sie neu planen muss, und mal, dass das gar nicht geht. Wir hängen in der Luft“, stellt Evers fest. Er geht davon aus, dass die DB Netz auf stur schaltet und die errechnete Restlaufzeit der Bahnübergangssicherung von zehn bis 15 Jahren ausnutzt.

Kleiner Umweg möglich

Der Bürgerverein fordere schon lange, schwere Fahrzeuge ganz aus der Wüstinger Ortsmitte herauszuhalten, erinnert Evers. Im Raum stehe auch der Vorschlag, Lastwagen und Traktoren nicht mehr über die Bahnhofstraße, sondern über die Raiffeisenstraße zur Hauptstraße zu führen und so die Einmündung direkt am Bahnübergang zu entschärfen.

Beim Lärmschutz auf Überholspur

Bürgermeister Holger Lebedinzew und ein Vertreter der DB Projektbau haben den Wüstingern in der vergangenen Woche während einer Bürgerversammlung die Pläne für Lärmschutz entlang der Bahn in der Ortsdurchfahrt vorgestellt. Ursprünglich sollte Wüsting beim Lärmschutz leer ausgehen. Der Bürgermeister freut sich, dass neue Grenzwerte den Bau doch noch ermöglichen.

Drei Meter hoher Lärmschutz

Die Lärmschutzwand, 1,2 Kilometer lang, soll schon im nächsten Jahr aufgestellt werden, noch vor dem nächsten Bauabschnitt in Hude. Die grün lackierte Wand soll drei Meter hoch werden. Im Bereich des Bahnhofs gewähren einige gläserne Bauelemente Durchblick.

Bürger befürchten Reflexionen

Anwohner kritisieren, dass die Wand nur einseitig zum alten Dorf nördlich der Bahn errichtet werden soll. Wer in den neueren Ortslagen südlich der Bahn lebe, müsse wegen Widerhalls mit mehr Lärm rechnen. Das bestreitet die Bahn: Die Schutzwand sei absorbierend, nicht reflektierend.