Abfall im Landkreis Oldenburg Bürger sollen mitreden beim Thema Gelber Sack

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Der Gelbe Sack ist immer wieder ein Streitthema, die Gelbe Tonne eine Alternative. Symbolfoto: Marijan Murat/dpaDer Gelbe Sack ist immer wieder ein Streitthema, die Gelbe Tonne eine Alternative. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa

Landkreis Oldenburg. Im Landkreis Oldenburg wird immer wieder der Ruf nach der Gelben Tonne laut. Das im Kreishaus zur Debatte stehende Abfallwirtschaftskonzept kann als Verstärker wirken.

Von den Unzulänglichkeiten des Gelben Sacks genervte Bewohner des Landkreises Oldenburg können sich mehr Hoffnung denn je auf die Einführung der Gelben Tonne machen. Im nun fertiggestellten Entwurf für ein neues Abfallwirtschaftskonzept zeigt Gutachter Dr. Christoph Tiebel vom Büro Atus, Hamburg, deutlich auf, dass das Abfuhrsystem durchaus auf Initiative des Landkreises Oldenburg auf Tonne statt Sack umgestellt werden kann. Der Gutachter empfiehlt, den Bürger mittels einer repräsentativen Umfrage mitentscheiden zu lassen.

4500 Tonnen Verpackungsmüll

Mit gelben Säcken werden im Landkreis Oldenburg jährlich 4500 Tonnen Verpackungsmaterial aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen eingesammelt, Tendenz deutlich steigend. Die Entsorgung ist privatwirtschaftlich organisiert. Zuständig sind die Hersteller, die sich der Dualen Systeme bedienen. Die Gelben Säcke werden hier von der Firma Remondis eingesammelt und in Sortieranlagen gebracht, unter anderem nach Bassum-Kastendiek. Gutachter Tiebel stellt klar, dass der Landkreis gestaltend eingreifen kann, auch was die Alternative Tonne zum Sack betrifft.

Vor- und Nachteile

Der Gutachter listet Entscheidungshilfen auf. Für Sackabfuhr spricht für ihn, dass sie flexibel gelagert werden können und dass die Menge des angefallenen Verpackungsmaterials die Zahl der Säcke pro Abfuhr bestimmen kann. Nachteilig sind das leichte Zerreißen und die praktisch nicht vorhandene Bissfestigkeit der dünnen Folie bei Nagerattacken, die Geruchsbildung bei Lagerung im Haus und die Windempfindlichkeit, wenn Säcke für die Abfuhr am Straßenrand liegen. Die Tonne reiße nicht, sei einfach zu handhaben, benötige aber einen Stellplatz – ein Problem vor allem in dichter besiedelten Bereichen. Gerade hier werde allerdings auch über große Gelbe-Säcke-Haufen geklagt.

Trend zur Tonne

Anders als in anderen Bundesländern ist das Verpackungsmaterial in Niedersachsen lange Zeit ausschließlich in Säcken eingesammelt worden. Aktuell erkennt der Gutachter „einen deutlichen Trend zur Behälterabfuhr“: Im Landkreis Aurich wird seit 2015 in Tonnen abgefahren, die Landkreise Diepholz und Emsland wollen demnächst auf Tonne umstellen, und in Friesland haben sich die meisten Teilnehmer einer Online-Befragung für die Tonne ausgesprochen.

Ein Jahr Vorlauf

Die Absicht, vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne umzusteigen, kann laut Gutachter Tiebel nicht von heute auf morgen verwirklicht werden. Änderungen müssten den Dualen Systemen mit einem angemessenen zeitlichen Vorlauf bekannt gegeben werden. Und das sei mindestens ein Jahr.


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