Saison beginnt mit Verspätung Nächste Woche gibt es Spargel aus Ganderkesee

Von Alexandra Wolff

Spargelbauer Markus Wempe kann in seinen Dämmen noch keinen Spargel entdecken. Die Saison beginn in diesem Jahr mit einer Woche Verspätung. Foto: Alexandra WolffSpargelbauer Markus Wempe kann in seinen Dämmen noch keinen Spargel entdecken. Die Saison beginn in diesem Jahr mit einer Woche Verspätung. Foto: Alexandra Wolff

Neuholzkamp. Die Zeit des Darbens ist vorbei: Das Königsgemüse wird in Ganderkesee ab dem 19. oder 20. April verkauft. Allerdings wird der Spargel wohl etwas teurer werden.

Noch ragt kein Spargelkopf aus den Feldern des Spargelhofs Wempe in Neuholzkamp. Aber spätestens Ende kommender Woche soll es soweit sein, hat Markus Wempe den Startpunkt für die Spargelsaison eingeschätzt. Wempe ist der einzige Spargelbauer in der Gemeinde.

„Es war in den vergangenen Tagen einfach zu kalt“, sagte er. „Seit dem Wochenende ist es zwar schön warm, aber die Wurzel braucht zwölf Grad, um zu wachsen. Die liegt in 35 Zentimetern Tiefe und das dauert, bis die Wärme so tief dringt.“ Die frühe Ernte sei aber nur bei den Feldern so früh möglich, die mit schwarzer Folie überzogen und zusätzlich mit transparenter Folie bedeckt sind. Die schwarze Folie zieht das Sonnenlicht und damit die Wärme an. Die durchsichtige sorgt für einen Effekt wie in einem Gartenhaus. Klappt man die Folie hoch, steigt einem sofort ein Schwall heißer Luft entgegen. „Darunter ist es so heiß und so dunkel, dass sich kein Unkraut halten kann“, erläutert Wempe. Und Spargel brauche die Dunkelheit. Bei Licht werde er schnell violett. „Das ist aber nicht schlimm“, sagte Wempe. „Der Geschmack wird dann sogar intensiver. Aber manche Leute mögen das nicht.“

Folien sind umstritten

Unter Umweltschützern sind die Folien auf den Spargelfeldern sehr umstritten. Der Nabu beispielsweise befürchtet, dass die Kunststofffolie der Vogelwelt schade. „Die Folie liegt aber nur vier Wochen auf den Feldern“, versicherte Wempe. Und sie könne im kommenden Jahr wiederverwendet werden, sodass sie auch nicht sehr viel Kunststoffmüll verursache. Wempe sieht sogar ökologische Vorteile in der Folie: „Da unter der Folie kein Unkraut wachsen kann, spart man Herbizide. Und wir können den Zeitpunkt der Ernte besser planen.“ Durch die bessere Planbarkeit würden sowohl Engpässe als auch Überschüsse vermieden: Ist der Spargel nur mit schwarzer Folie bedeckt, kann er zwei Wochen früher geerntet werden, als wenn er gar nicht abgedeckt ist. Unter weißer Folie, die das Sonnenlicht und damit die Wärme abstößt, gedeiht der Spargel etwas langsamer.

Entsprechend früh enden dann aber auch die Erntezeiten. „Weil die Saison in diesem Jahr eine Woche später als üblich beginnt, könnten wir den Spargel auch noch nach dem 24. Juni ernten“, erläuterte Wempe. Am Johannistag, dem 24. Juni, endet traditionell die Spargelsaison. „Aber nach dem 24. Juni kaufen die Leute keinen Spargel mehr, weil sie denken, der schmeckt dann nicht mehr, er sei dann nicht mehr frisch.“ Dabei wurde das Datum nur deswegen festgelegt, damit die Pflanzen genug Sonnenenergie für das kommende Jahr tanken können. Beginnt die Ernte eine Woche später, könnte man den Spargel auch eine Woche länger ernten.

Preis soll elf Euro pro Kilogramm nicht übersteigen

In diesem Jahr wird der Spargel bei Wempe übrigens auch etwas teurer. Nicht nur wegen des kalten Frühlings, sondern auch, weil der Mindestlohn für die Saisonarbeiter von 8,60 Euro im vergangenen Jahr auf 8,84 Euro gestiegen ist. Der Spargel werde entsprechend um zehn Cent teuer als 2017. Da lag der Preis bei 10,90 Euro pro Kilogramm. „Wir wollen die Elf-Euro-Grenze aber nicht übersteigen“, verspricht der Spargelbauer. Diesen Preis werde er auch nur für den ersten, frühen Spargel verlangen. Nach gut zwei Wochen könnte der Spargel auch günstiger werden. „Der erste Spargel ist immer deswegen am teuersten, weil die Arbeiter länger für die Ernte brauchen. Sie müssen die Folien jedes Mal anheben und es kann sein, dass nur alle paar Meter eine Spargelstange aus der Erde ragt.“

Den Spargel verkauft Wempe ausschließlich in seinem Laden und in Gaststätten in Ganderkesee und Delmenhorst. Seine Verkaufsstelle an der Straße Neuholzkamp 3a wird voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag, 19. oder 20. April, öffnen.