Trainings- und Spielabsagen Stenumer Fußballer hoffen auf Kunstrasenplatz

Von Thomas Deeken

Weil die Sportplätze wegen des schlechten Wetters häufig gesperrt sind, setzt sich Ingo Scholz, Vorsitzender des VfL Stenum, für einen Kunstrasenplatz für seine Fußballer ein. Foto: Thomas DeekenWeil die Sportplätze wegen des schlechten Wetters häufig gesperrt sind, setzt sich Ingo Scholz, Vorsitzender des VfL Stenum, für einen Kunstrasenplatz für seine Fußballer ein. Foto: Thomas Deeken

Stenum. Immer wieder fallen beim VfL Stenum wegen schlechter Wetterbedingungen Punktspiele und Training bei den Fußballern aus. Ein Kunstrasenplatz soll die Situation verbessern.

Seit Jahren macht das Wetter den Fußballern immer mal wieder einen dicken Strich durch die Rechnung: Gerade in den „dunklen“ Monaten gießt es so häufig, dass die Sportplätze oft unbespielbar sind und gesperrt werden müssen. „Von Oktober bis März gibt es keinen regelmäßigen Spielbetrieb“, sagt Ingo Scholz, erster Vorsitzender des rund 1700 Mitglieder starken VfL Stenum. Und weil das nicht nur den Vereinschef ärgert, sondern auch viele Kicker des Vereins, soll möglichst ein Kunstrasenplatz her, damit auch bei schlechten Wetterbedingungen der Punktspiel- und der Trainingsbetrieb weiterlaufen können.

Bis Ende des Jahres 71 Prozent ausgefallen

Das Problem sei zwar nicht neu, habe sich allerdings verschärft, weiß Scholz. In dieser Spielzeit habe es am 24. Oktober den ersten Spielausfall gegeben. Danach seien die Plätze kontinuierlich gesperrt gewesen. Bis zum 31. Dezember seien 71 Prozent der Partien auf dem Spielplan ausgefallen, vom 1. Januar bis zum 31. März 60 Prozent. Betroffen sind nach Angaben des Vereinsvorsitzenden 32 Fußballteams, davon 23 im Kinder- und Jugendbereich und neun bei den Erwachsenen. Vier Mannschaften – die „Erste“ sowie die A-, B- und C-Jugendteams – kicken als Leistungsmannschaften in der Bezirksliga. Die meisten anderen betreiben Fußball als Breitensport.(Weiterlesen: Spielplan der Fußball-Bezirksliga sorgt für Ärger)

Aktiv haben Anspruch darauf, ihren Sport auszuüben

Um beim VfL sportlich aktiv zu sein, zahlen die Mitglieder wie überall einen Vereinsbeitrag. Darüber hinaus sind laut Mitgliederbeschluss Zusatzbeiträge zu entrichten – auch für die Fußballer, um beispielsweise die Mehrkosten für die Pflege der Sportplätze aufzufangen, so Scholz. „Und wenn sie schon einen zusätzlichen Beitrag leisten, haben sie auch einen Anspruch darauf, ihren Sport auszuüben“, betont der 45-Jährige, der sich immer wieder mal Klagen von Eltern anhören muss, wenn sie ihre Kinder zum Training oder Punktspiel bringen wollen und dann vorab die Nachricht erhalten: Fällt aus.

Nachholspiele teilweise auch unter Flutlicht

Würden dann in der Woche neue Begegnungen angesetzt, die zwischen Oktober und März ausgefallen sind, müssten sie dann teilweise unter Flutlicht ausgetragen werden. Da es insgesamt nur zwei Plätze mit Licht gibt, müsste der Trainingsbetrieb auf dem verbleibenden Platz mit Flutlicht stattfinden. Mit einem Kunstrasenplatz könnte die Situation verbessert werden.

Kostenvoranschlag: rund 800.000 Euro

Das Hauptproblem bei diesem Projekt ist laut Vereinschef nicht die Fläche, weil einer der oberen Plätze umgebaut werden könnte, sondern die Finanzierung. Denn ein kompletter Kunstrasenplatz mit allem Drum und Dran kostet nach aktuellem Kostenvoranschlag rund 800.000 Euro.

Planungsgruppe im Einsatz

Inzwischen ist Scholz zufolge eine Gruppe des Vereins mitten in der Projektplanung. Das bedeutet unter anderem, rechtzeitig Anträge auf Förderung beim Landes- und Kreissportbund sowie bei der Gemeinde einzureichen und auszuloten, welche Fördertöpfe noch angezapft werden könnten. Das alles vor dem Hintergrund, dass der Verein selbst 20 Prozent an Eigenmitteln einbringen muss.

Informationen bei Jahreshauptversammlung

Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag, 13. April, will die Planungsgruppe die Vereinsmitglieder über den aktuellen Stand des Projekts informieren. Anschließend geht es am Mittwoch, 25. April, zu den Politikern in den Schul- und Sportausschuss – allerdings in den nichtöffentlichen Teil.

„Je schneller desto besser“

Konkrete zeitliche Vorstellungen für den Kunstrasenplatz gibt es nach Angaben von Scholz derzeit nicht: „Wenn die Finanzierung steht, soll das Projekt vorangetrieben werden – je schneller desto besser. Aber was realistisch ist, wird sich noch zeigen.“

Initiative auch in Delmenhorst

Auch in Delmenhorst machen die zunehmenden Platzsperren den Vereinen in der kalten Jahreszeit zu schaffen. Nachdem seit Jahren eine politische Diskussion im Sande verläuft und sich bisher kein einzelner Verein gewagt hat, bei der Planung voran zu gehen, hat sich Ende März eine Initiative aus zwölf Delmenhorster Fußballvereinen gegründet, die den Bau von Kunstrasenplätzen in der Stadt beschleunigen will.