„Machine Gun Preacher“ in Ganderkesee Ehemaliger Outlaw berichtet im Schützenhof über sein Leben

Von Dirk Hamm

Respekt und Zusammenhalt sind Sam Childers wichtig: Der als „Machine Gun Preacher“ bekannt gewordene Amerikaner berichtet im Schützenhof am Habbrügger Weg über sein von Höhen und Tiefen geprägtes Leben. Alexandra Wolf übersetzt aus dem Englischen. Foto: Dirk HammRespekt und Zusammenhalt sind Sam Childers wichtig: Der als „Machine Gun Preacher“ bekannt gewordene Amerikaner berichtet im Schützenhof am Habbrügger Weg über sein von Höhen und Tiefen geprägtes Leben. Alexandra Wolf übersetzt aus dem Englischen. Foto: Dirk Hamm

Ganderkesee. Sein Leben hat Hollywood-Format: Sam Childers, bekannt geworden als „Machine Gun Preacher“, warb im Schützenhof in Ganderkesee für seine Hilfsprojekte in Afrika.

Angsteinflößend sieht er gar nicht aus, wenn man von Angesicht zu Angesicht mit ihm spricht: Sam Childers, vielen besser bekannt als der „Machine Gun Preacher“, der in afrikanischen Krisengebieten mit der Waffe in der Hand entführte Kinder befreit und in seinem früheren Leben Drogenhandel im großen Stil betrieben hat. Der 56-Jährige wirkt eher wie ein in sich ruhender älterer Mann, der schon einiges erlebt hat und von Zeit zu Zeit immer noch gerne mit seinem geliebten Bike durch die Gegend braust.

Von Gerard Butler im Film gespielt

Am Samstag war es auch ein Bikertreffen im Schützenhof am Habbrügger Weg, das Childers die Plattform für einen seiner Auftritte in Deutschland bot. Seit der Amerikaner 2011 von Gerard Butler im Action-Biopic „Machine Gun Preacher“ verkörpert wurde, ist er weltweit als Redner gefragt.

Rund 50 Besucher wollten den ehemaligen Outlaw live erleben. Eintritt wurde nicht verlangt, aber die Zuschauer waren hinterher gerne bereit, etwas für die wohltätige Arbeit Childers’ mit Waisenkindern in Ostafrika zu spenden.

Streifen nicht ganz akkurat

„Nicht sehr akkurat“ sei der Film gewesen, gab der Gast auf Englisch – eine Oldenburger Studentin übersetzte – zu Beginn zu verstehen. So sei es nie der Fall gewesen, dass er als ehemaliger Drogenabhängiger einen Rückfall durchgemacht habe. Und als er die aus seiner Sicht „größte Lüge“ des Films verriet, hatte er die Lacher auf seiner Seite: „Ich sehe besser aus als Gerard Butler.“

Zu Gott gefunden

An Selbstbewusstsein mangelt es diesem kernigen Charakterkopf, der seine kriminelle Vergangenheit hinter sich ließ, als er zu Gott fand, nicht gerade. Voller Tatkraft nahm er die Dinge selbst in die Hand, als er über ein Hilfsprojekt nach Afrika kam und das Elend von Kindern hautnah erlebte, die als Kindersoldaten zum Kämpfen gezwungen wurden.

Hilfsprojekte in Ostafrika

Gebannt hing das Publikum an den Lippen des Charismatikers, der von seinen Projekten in Südsudan, Äthiopien und Uganda berichtete. Aus kleinen Anfängen hat er mit seiner Organisation Angels of East Africa Schutzdörfer und Schulen gebaut, die Tausenden Waisenkindern Hoffnung und eine Perspektive bieten. Ganz entscheidend sei dabei, dass die Schützlinge eine gute Ausbildung erhielten, nur so könne verhindert werden, dass sie später als Bettler oder in der Prostitution enden.

Vom Einsatz für die Kinder wolle er auch in Zukunft nicht lassen, obwohl er sich als erfolgreicher Geschäftsmann ein ruhiges Leben in den USA leisten könnte: „Ich werde weiter Kinder retten, sie ausbilden und füttern.“