Rückkehr des Raubtiers In Ganderkesee klare Regeln im Umgang mit Wölfen gefordert

Von Nadine Rabe

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Stieß auf großes Interesse: Rund 150 Gäste wohnten der von Astrid Grotelüschen initiierten Infoveranstaltung im Oldenburger Hof zum Wolf mit dem Experten Helmut Dammann-Tamke (rechts)  bei. Foto: Nadine RabeStieß auf großes Interesse: Rund 150 Gäste wohnten der von Astrid Grotelüschen initiierten Infoveranstaltung im Oldenburger Hof zum Wolf mit dem Experten Helmut Dammann-Tamke (rechts) bei. Foto: Nadine Rabe

Ganderkesee. Der Wolf ist wieder da – für viele besorgte Bürger und Landwirte ein Fluch, und für Tier- und Artenschützer ein Segen, so scheint es. Über den Umgang mit dem neuen Mitbewohner haben sich am Donnerstagabend auf Einladung der örtlichen Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU) im Oldenburger Hof etwa 150 Interessierte informiert.

Die Rückkehr des Raubtiers in die Kulturlandschaft polarisiert. Das hat die Expertenrunde im Oldenburger Hof gezeigt.

Sie sei in den letzten Monaten vermehrt auf das Thema Wolf angesprochen worden und fühle sich als Politikerin zuständig für Aufklärung, denn die Rückkehr des Wolfs führe bei vielen zu Ängsten und Sorgen, führte Astrid Grotelüschen ins Thema ein.

„Wir brauchen eine kluge und sachliche Debatte, aber auch klare, präventive Regeln im Umgang mit dem Wolf“, forderte sie. Schließlich werde der Naturraum von vielen Menschen genutzt.

Übergriffen des Wolfs entgegenwirken

Auch Gastredner und Experte Helmut Dammann-Tamke, seit Mai 2008 Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, seit 2017 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, spricht sich für klare Regeln im Umgang mit dem Raubtier aus, um einer unkontrollierten Verbreitung und Übergriffen entgegenzuwirken.

Dammann-Tamke betrachtet die unkontrollierte Verbreitung skeptisch: „Die Biologie kennt nur eine Richtung – exponentielles Wachstum“.

Und er sieht im Anstieg der Population auch eine Zunahme der Probleme. Dabei kritisiert er vor allem den Umgang mit den Wölfen vonseiten der Politik.

Rascher bei „Problemwölfen“ handeln

Gerade bei sogenannten „Problemwölfen“, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt haben, sei nicht schnell genug entgegengesteuert worden.

Diese hätten vermehrt Nutztiere, darunter hauptsächlich Schafe, gerissen und würden ihre Jagdstrategien an ihre Nachkommen weitergeben. Dammann-Tamke ist der Auffassung, eine natürliche Scheu gäbe es vonseiten der Wildtiere nicht, diese müsse ihnen erst beigebracht werden.

„Ein gutes Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf kann es in Deutschland nur geben, wenn der Wolf lernt, dass er den Menschen und das Nutztier zu meiden hat“. Gegen Ende der Veranstaltung meldeten sich vorwiegend Landwirte zu Wort, die kritisierten, dass Herdenschutzmaßnahmen in vielen Gebieten kaum greifen würden und die sich im Umgang mit dem Wolf im Stich gelassen fühlten.

Forderungen, den Wolf aus der gesamten Weideregion zu vertreiben, erhielten lautstarke Zustimmung.

Neben besorgten Tierhalten waren auch zahlreiche Jäger vertreten: „Der richtige Umgang mit dem Wolf muss auch von Jägern erst noch gelernt werden“, räumte Jäger Rudolf Busse aus Dötlingen ein.


Danke vermehrter Schutzbemühungen siedeln sich seit der Jahrtausendwende Wölfe wieder in Deutschland an, berichtete Dammann-Tamke. Sie unterliegen dem höchsten Schutzstatus im Naturschutzrecht und dürfen nicht bejagt werden. In Niedersachsen sind aktuell etwa 15 Rudel, zwei Wolfspaare und zwei Einzeltiere, ihre Territorien liegen meist in der Lüneburger Heide.

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