Auch unerlaubter Waffenbesitz Junger Ahlhorner angeklagt wegen Bandendiebstahls

Von Ole Rosenbohm

Vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Wildeshausen muss sich derzeit ein 21-Jähriger verantworten. Symbolfoto: David Ebener/dpaVor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Wildeshausen muss sich derzeit ein 21-Jähriger verantworten. Symbolfoto: David Ebener/dpa

Wildeshausen. Vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Wildeshausen muss sich derzeit ein 21-Jähriger verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat eine lange Liste mit Vorwürfen zusammengetragen.

Drei Einbrüche, Hehlerei, unerlaubter Waffenbesitz und der Diebstahl eines Autokennzeichens: Eine lange Liste mit Anklagevorwürfen hat ein inzwischen 21-jähriger Ahlhorner zusammengetragen. Seit Oktober sitzt er in Untersuchungshaft, und seit Mittwoch muss er sich vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Wildeshausen verantworten. Der folgenreichste Anklagenpunkt könnte der Vorwurf des schweren Bandendiebstahls sein.

Vorwurf: vier Einbrüche verübt

Mit 20 Jahren, also noch als Heranwachsender, hatte der junge Mann laut Anklage zusammen mit anderen Tätern vier Einbrüche ausgeführt. Die sämtlichst an Einfamilienhäusern in der Gemeinde Großenkneten verübten Taten sollen sich von Februar bis Oktober vergangenen Jahres abgespielt haben. Einmal blieb es beim Versuch, dreimal stiegen der 21-Jährige und seine Komplizen ein und machten Beute: Meist nahmen sie Schmuck und Uhren mit, in einem Fall sollen sie 800 Euro Bargeld gefunden haben.

Insgesamt handele es sich um Diebesgut in einem Wert von 6000 Euro, wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor.

Vor Gericht sitzt der heute 21-Jährige allein, an den Einbrüchen beteiligt gewesen sein sollen aber noch fünf weitere Personen. Ihre Vergehen werden gesondert verfolgt, also zu einem anderen Zeitpunkt und möglicherweise vor einem anderen Gericht verhandelt. In Haft befinden sie sich derzeit nicht, teilte das Amtsgericht mit.

Für Erwachsenen liegt die Höchststrafe bei zehn Jahren

Auch bei einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht droht dem Angeklagten für schweren Bandendiebstahl eine Haftstrafe im Jugendgefängnis. Für Erwachsenen liegt die Höchststrafe bei zehn Jahren Haft. Die Entscheidung, ob ein Heranwachsender nach allgemeinem oder nach Jugendstrafrecht verurteilt wird, obliegt dem Gericht.

Der Vorwurf der Hehlerei bezieht sich allerdings nicht auf die in den Einfamilienhäusern gestohlenen Gegenstände.

Offenbar hatte der Angeklagte von einem Bekannten gestohlenen Goldschmuck mit einem Wert in fünfstelliger Höhe für einen Bruchteil bei einem Bremer Juwelier verkauft.

Vor Gericht gab der Angeklagte an, nichts vom Schmuck-Diebstahl des Bekannten gewusst zu haben.

Mit „Smith and Wesson“ gestellt

Mit der Waffe, eine Schreckschusspistole der Marke „Smith and Wesson“, wurde er von der Polizei bei einer Kontrolle im Februar vergangenen Jahres in der Nähe des Oldenburger Hauptbahnhofs erwischt. Träger einer solchen Waffe benötigen einen „Kleinwaffenschein“, den der Angeklagte nicht vorweisen konnte. Der 21-Jährige gab an, die Waffe mit etwas Munition am Tag der Kontrolle in Bremen gekauft zu haben. Zudem wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, in Delmenhorst ein Autokennzeichen von einem Fahrzeug abgeschraubt und es an seinem eigenen angebracht zu haben.

Angesetzt hat das Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Wildeshausen für diesen Fall drei Verhandlungstage. Prozessbeteiligte gehen allerdings davon aus, dass schon am zweiten Verhandlungstag kommenden Mittwoch ein Urteil gefällt werden kann.