Leinenpflicht-Aktion in Schlutter Bodenbrüter gehen bei Hunde-Witterung nicht zum Gelege zurück

Von Thomas Deeken

Sie appellieren an die Vernunft von Frauchen und Herrchen, ihre Hunde an die Leine zu nehmen: (von links) Hans Fingerhut und Günther Sommer vom Nabu, Ortsgruppe Ganderkesee, Manfred Bode von der Jagdgemeinschaft Schlutter sowie Volker Kropik vom Nabu. Foto: Thomas DeekenSie appellieren an die Vernunft von Frauchen und Herrchen, ihre Hunde an die Leine zu nehmen: (von links) Hans Fingerhut und Günther Sommer vom Nabu, Ortsgruppe Ganderkesee, Manfred Bode von der Jagdgemeinschaft Schlutter sowie Volker Kropik vom Nabu. Foto: Thomas Deeken

Schlutter. In der Setz- und Brutzeit sind Hunde an die kurze Leine zu nehmen. Darauf weisen Hans Fingerhut vom Nabu, Ortsgruppe Ganderkesee, und Manfred Bode von der Jagdgemeinschaft Schlutter hin. Das Problem: Viele Hundebesitzer bemerken gar nicht, dass ihre Hunde etwas aufstöbern. Dann sei es aber schon zu spät, weil die Bodenbrüter wegen der Hunde-Witterung nicht wieder zum Gelege zurückgehen.

Herr Fingerhut, Herr Bode, Sie stellen jetzt im vierten Jahr auf dem Schlutter Berg Schilder für Hundehalter auf und weisen auf die Leinenpflicht hin. Nützt das was?

Hans Fingerhut: Alle Hundehalter müssen eigentlich wissen, dass während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli Hunde an die Leine zu nehmen sind. Und zwar nicht nur hier am Schlutter Berg und vor der Sandkuhle in Schlutter. Wir wollen mit unserer Aktion einen zusätzlichen Hinweis geben und auch niemanden anzeigen – anders als beispielsweise Revierförster Jens Meier im Hasbruch, der ganz resolut ist und auch Geldstrafen verhängt. Wir möchten, dass Hundebesitzer die Leinenpflicht ernst nehmen.

Manfred Bode: Wir wollen höflich darauf hinweisen und nicht aggressiv vorgehen.

Sind Ihnen denn schon Aggressionen entgegengeschlagen?

Fingerhut: Einige Hundehalter sind ganz schön verbohrt. Vor Kurzem hatte ich ein unfreundliches Gespräch mit einer Dame, die mich fragte, warum wir uns als Nabu nicht für Freilaufflächen für Hunde einsetzen würden.

Bode: Ich habe an anderer Stelle auch schon die Antwort erhalten, dass es sich dort doch um Bundeswehrgelände handele. Dabei gilt dieses niedersächsische Gesetz für die gesamte freie Landschaft.

Welche Tiere sind denn auf dem Schlutter Berg zu Hause?

Fingerhut: Vom Feder- bis zum Haarwild alles. Von Rebhühnern über Fasane, Wachteln, Feldlerchen und Kiebitze bis zum Hasen und zum Rehwild.

Bode: Das Problem ist, dass ein Spaziergänger – also ein Hundehalter – es häufig gar nicht mitkriegt, wenn sein Hund etwas aufstöbert. Nur dann, wenn er etwas gerissen hat. Aber das wird der Hundehalter dann natürlich nicht zugeben.

Und was passiert, wenn ein Vierbeiner etwas aufstöbert, aber sonst nichts macht?

Fingerhut: Die Bodenbrüter gehen nicht wieder zurück zum Gelege, weil die Witterung, die Hunde hinterlassen, eine Woche lang bleibt. So wird die Brut alleine gelassen, ...

Bode: ... und das Gelege erkaltet.

Fingerhut: Wir wissen beispielsweise, dass sich in der Sandkuhle in Schlutter Rebhuhnbrut befindet. Für diese Bodenbrüter ist Ruhe das A und O.

Sind denn tatsächlich so viele Frauchen und Herrchen mit ihren Hunden auf dem Schlutter Berg unterwegs?

Bode: Sehr viele, die ihre Hunde in diesem beliebten Ausführgebiet auch frei laufen lassen. Was sie außerhalb der Brut- und Setzzeit auch dürfen.

Fingerhut: Es gibt auch einige, die ihre Hunde auch anleinen. Aber eine 20-Meter-Leine nützt nichts. Wichtig ist es: kurz anleinen und auf den Wegen bleiben.

Wie viele Schilder haben Nabu und Jagdgemeinschaft aufgestellt?

Fingerhut: Hier stehen fünf, die zum Teil so aufgestellt sind, dass man dagegen läuft, wenn man sich nicht bückt. Man kann also nicht sagen, dass man sie nicht gesehen hat. Wir haben aber auch noch weitere Hinweissschilder angefertigt, die sich Interessierte bei mir abholen können, um sie aufzustellen.