Milchlandpreis 2017 Hof in Schönemoor für Nachhaltigkeit ausgezeichnet

Von Alexandra Wolff

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Herbert Hayen von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen und Landwirtin Jana Eilers bringen das Hofschild an der Stallwand an. Foto: Alexandra WolffHerbert Hayen von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen und Landwirtin Jana Eilers bringen das Hofschild an der Stallwand an. Foto: Alexandra Wolff

Schönemoor. „Dieser Hof gehört zu den besten Milcherzeugern in Niedersachsen“, steht seit Dienstag auf einem Schild, dass an einer Stallwand des Familienbetriebs von Heike, Hans-Gerd und Tochter Jana Eilers prangt. Der Milchlandpreis zeichnet Unternehmer für Nachhaltigkeit aus, aber auch wirtschaftlich stehen sich die Eilers trotz Milchpreiskrise und neuer Gülleverordnung ganz gut.

Der Milchviehbetrieb der Familie Eilers hat am Dienstag ein Hofschild bekommen, das das Unternehmen als eines der 15 besten Milcherzeuger Niedersachsens 2017 auszeichnet. Der Hof setzte sich unter insgesamt 8900 Milchviehhaltern durch und wurde mit dem „Milchlandpreis 2017“ ausgezeichnet, einem „Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften“.

Herbert Heyen, Vorstand der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, überreichte der Familie als Anerkennung der herausragenden Arbeit des Betriebes im Rahmen einer Feierstunde ein Schild, dass über die Qualität des Hofs informiert.

Sogar ein paar Ehrengäste machten sich auf den Weg nach Schönemoor: der stellvertretende Bürgermeister von Ganderkesee Günter Westermann, der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Oldenburg Bernhard Wolff, Jörn Uwe Starcke, Prokurist der Frischli-Milchwerke GmbH und Willfried Siems vom Vorstand des Landeskontrollverbandes Weser-Ems.

„Der mit viel Sachverstand geführte Betrieb engagiert sich aktiv für den Berufsstand und gewährt der Öffentlichkeit einen genauen Einblick in die moderne Milchwirtschaft“, sagte Heyen. „Hier ist Tochter Jana besonders aktiv.“

Stall sieht nicht aus wie im Fernsehen

Heike Eilers erzählte, was ihr aufgefallen ist, wenn Kindergruppen den Hof besichtigen: „Die sind überrascht, dass es hier gar nicht so aussieht, wie im Fernsehen.“ Dass viele Leute bei Nutztierhaltung immer an nicht-artgerechte Massentierhaltung denken, findet sie übertrieben. „Sind wir mit unseren 125 Kühen eine Massentierhaltung? Und wenn ja: Ist das so schlimm? Kann man 30 Tiere nicht auch auf eine schlechte Art halten?“

Hoftierarzt Uli Rathjens jedenfalls zeigte sich von der Art, wie die Eilers ihre Tiere halten, überzeugt: „Die Tiere strahlen aus: ‚Ich bin zufrieden‘. Vielleicht haben nicht alle einen Namen, aber wenigstens eine Nummer und Jana kann die Tiere zuordnen, ohne auf die Nummer auf dem Halsband zu schauen.“

Jana Eilers ist das auch besonders wichtig: „Man muss die Kühe gut kennen, damit man früh reagieren kann, wenn etwas mit den Kühen nicht stimmt.“

Milchpreiskrise gut überstanden

Die Milchpreiskrise in den Jahren 2015/2016, als der Milchpreis bei knapp 22 Cent pro Liter lag, haben die Eilers überstanden, indem sie „kostengünstig produziert haben“, erläuterte Jana Eilers.

„Wir haben auf Neuanschaffungen und Stallumbauten verzichtet“, ergänzte ihre Mutter Heike. „Zum Teil konnten wir das inzwischen aber nachholen.“ Momentan liegt der Milchpreis bei 32 Cent, 2017 ist er sogar auf 40 Cent gestiegen, führte sie weiter aus: „Der Milchpreis unterliegt unheimlichen Schwankungen. Aber wenn er so bei Mitte 30 Cent liegen könnte und beständig bleibt, kann man damit leben.“ Insgesamt ist Heike Eilers aber mit ihrer Situation zufrieden.

„Die Gülleverordnung beschäftigt uns momentan mehr als der Milchpreis“, warf Jana Eilers noch ein. Seit Juni ist die neue Düngeverordnung in Kraft, die besagt, dass nur noch eine bestimmte Menge Stickstoff je Hektar und Jahr auf den Acker darf. „Auf unseren Betrieb passt das aber ganz gut, weil wir unser Futter für die Rinder selbst erzeugen“, sagte Jana Eilers.

Die Familie kaufte den Hof im Jahr 1919 und betreibt ihn aktuell in der fünften Generation. Sie bewirtschaftet insgesamt 85 Hektar Land und hält 125 Milchkühe und 135 weibliche Nachzuchttiere.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN