Kahlschlag im Frühling An der Bahnstrecke Rethorn wurden Bäume gefällt

Von Alexandra Wolff

An der Bahnstrecke in Rethorn wurden trotz des beginnenden Frühlings zahlreiche Bäume gefällt. Foto: Thomas DeekenAn der Bahnstrecke in Rethorn wurden trotz des beginnenden Frühlings zahlreiche Bäume gefällt. Foto: Thomas Deeken

Rethorn. Bäume nach dem 1. März zu fällen, ist eigentlich nicht erlaubt. Dennoch wurden an der Bahnstrecke in Rethorn zahlreiche Bäume gefällt. Uwe Nordhausen, Geschäftsführer des Zweckverbands Kommunalservice Nordwest, bezeichnet diese Maßnahme als „erheblich radikal aber leider alternativlos“.

Seit den Stürmen im Herbst werden in Ganderkesee und Umgebung immer wieder Bäume gefällt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. In den vergangenen Tagen war die Bahnstrecke in Rethorn dran. Und das, obwohl seit März eigentlich keine Bäume mehr gefällt werden dürfen, um nicht die Gelege brütender Vögel zu zerstören.

„Das stimmt“, gibt Uwe Nordhausen, Geschäftsführer des Zweckverbands Kommunalservice Nordwest, zu. „Das gilt aber nicht für alle Bereiche, zum Beispiel nicht in der Forstwirtschaft. Und der ehemalige Kurpark kann als Wald bezeichnet werden.“ Außerdem seien die Vögel wegen der kalten Witterung ohnehin noch nicht in Brutstimmung.

„Ultimativ aufgefordert“

Die Deutsche Bahn habe den Zweckverband „ultimativ dazu aufgefordert“ Bäume fällen zu lassen, sagt Nordhausen. Bäume, die auf dem Bahngelände, also neben den Gleisen stehen, und bis zu fünf Meter von der Geländegrenze entfernt, sollten weichen – und sind es mittlerweile auch. Ein solcher Abstand sei nötig, um zu verhindern, dass Bäume auf die Gleise stürzen.

„Schonende Maßnahmen nicht möglich“

„Schonende Maßnahmen können wir leider nicht durchführen“, begründet Nordhausen die Tatsache, weswegen so viele Bäume weichen mussten. „Ließe man einzelne Bäume auf der betroffenen Fläche stehen, stünden sie nicht mehr im Windschutz der umliegenden Bäume und würden auch aufgrund der Bodenverhältnisse sehr wahrscheinlich dem nächsten größeren Sturm zum Opfer fallen. Mit Rücksicht auf den Bahnverkehr wäre das aus unserer Sicht nicht zu verantworten.“

Außerdem bedauere Nordhausen auch, dass die schweren Maschinen, die für die Fäll-Aktionen nötig sind, den Weg kaputt machten. Aber weil das alles eine „bittere Aktion“ sei, versuchten alle Beteiligten, das Beste daraus zu machen. „Wenn die Forstmulcher die Bäume zerkleinert haben, werden wir Wildblumen ansiedeln, worüber sich die Insekten freuen“, verspricht Nordhausen. „Später werden einzelne Inseln mit kleinkronigen Bäumen und Sträuchern folgen.“ Wenn dann die nächsten Herbststürme kommen, hätten sie keine so gute Angriffsfläche mehr. So sei die Situation für die Zukunft beherrschbar. Außerdem könne die bessere Einsehbarkeit des Geländes verhindern, dass Umweltsünder weiterhin ihren Müll auf dem Gelände abladen würden.