Serie Gesund leben Besser essen mit Lebensmitteln aus der Region Ganderkesee

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Um gesund zu bleiben, rät Claudia Kay vom RUZ Hollen zu einer saisonalen Ernährung mit regionalen Lebensmitteln. Der hauseigene Bauerngarten zeigt, was alles hineingehört. Foto: Bettina Dogs-PrößlerUm gesund zu bleiben, rät Claudia Kay vom RUZ Hollen zu einer saisonalen Ernährung mit regionalen Lebensmitteln. Der hauseigene Bauerngarten zeigt, was alles hineingehört. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Ganderkesee-Hollen. Die lokalen Experten vom RUZ Hollen plädieren für eine Ernährung im Zyklus des Erntejahres. Sie zeigen heimische Alternativen zu „Super Food“ auf.

Früher war gesunde Ernährung was für Ökos. Heute weiß fast jede gesellschaftliche Gruppierung, dass eine vollwertige und ausgewogene Ernährung Krankheiten verhindern, das Wohlbefinden steigern und die Umwelt entlasten kann. Ökologisches Bewusstsein ist kein Schnickschnack einer alternativen Randgruppe mehr – es hat die Mitte der Gesellschaft erreicht.

Vorteile einer gesunden Ernährung

Seit Jahren klärt auch das Regionale Umweltzentrum in Hollen über die Vorteile einer gesunden Ernährung auf und stellt dabei Lebensmittel, die bei uns wachsen, in den Blickpunkt. Erst Ende vergangenen Jahres wurde unter dem Titel „Schätze von hier“ ein Ratgeber herausgegeben, der für den Verbrauch sowohl regionaler als auch saisonaler Produkte plädiert. Denn: „Man braucht keine Ananas, um gesund zu leben“, wie RUZ-Mitarbeiterin Claudia Kay betont. Stattdessen sollte man sich wieder auf Obst und Gemüse aus dem Umfeld besinnen.

„Jetzt ist zum Beispiel die Zeit für Kohl, Rote Bete und Pastinaken“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. Regelrechte Nährstoffwunder, die es mit jedem „Super Food“ aus Übersee aufnehmen könnten. „Vitamin A und C, Kalzium, Ballaststoffe – einige senken das Krebsrisiko, andere den Bluthochdruck.“ Durch kurze Transportwege blieben Obst und Gemüse frisch und wertvolle Inhaltsstoffe enthalten. „Und es wird später geerntet, wodurch noch mehr Nährstoffe gebildet werden“, so Kay.

Beim Bauern um die Ecke einkaufen

Denn: Was im Supermarkt knackig aussieht, muss vor allem lagerfähig sein. „Der Geschmack spielt nur eine untergeordnete Rolle“, so Claudia Kay. Günstiger sei es zum Teil auch noch – und das nicht nur für die Umwelt. Weil Zwischenhändler weg- und keine Transportkosten anfielen, lohne es sich auch finanziell, beim Bauern um die Ecke einzukaufen. „Vor allem zur Haupterntezeit, wenn saisonale Produkte in Hülle und Fülle vorhanden sind.“

Zwar habe sich in den vergangenen Jahren durchaus ein höheres Bewusstsein für gesunde Ernährung entwickelt, heimische Produkte müssten aber oft auch mit exotischen Lebensmitteln konkurrieren. Kays Alternativen: „Statt Goji-Beeren kann man schwarze Johannisbeeren essen und statt zu Chiasamen zu Leinsamen greifen.“ Das schone nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die CO2-Bilanz. Auch teures Olivenöl könne durch ein mindestens ebenso gesundes Pendant aus der Heimat ersetzt werden: „Rapsöl. Das enthält viele ungesättigte Fettsäuren und kostet auch noch weniger.“

Das Wissen um die schmackhafte Vielfältigkeit hiesiger Gewächse will das RUZ jetzt in Zusammenarbeit mit der regioVHS Ganderkesee-Hude ins Gedächtnis zurückholen. Erstmals werden in diesem Frühjahr Gemeinschaftskurse zum Thema Kochen und Ernährung angeboten. Da heißt es dann: „Wer den Giersch im Garten hat, nicht ärgern, essen!“ oder „Wilde Salate aus Knoblauchrauke, Löwenzahn und Co.“ Ganz passend zur Saison, denn, so Kay: „Die wilden Kräuter wachsen jetzt wieder.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN