dk-Umfrage zur Sommerzeit Ganderkeseer sehen Zeitumstellung kritisch

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In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr eine Stunde vorgestellt. Symbolfoto: Federico Gambarini/dpaIn der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr eine Stunde vorgestellt. Symbolfoto: Federico Gambarini/dpa

Ganderkesee. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 24. März und 25. März, wird die Uhr von zwei auf drei Uhr vorgestellt. Das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf, aber auch lange Sommernächte. Die Umstellung hat Auswirkungen auf den Biorhythmus von Mensch und Tier und auf die Politik.

„Wer hat an der Uhr gedreht?“ Bei der Sommerzeit lässt sich diese Frage leicht beantworten. Der Bundestag entscheidet 1980, dass die Uhr eine Stunde vorgestellt wird. Dahinter steht der Wunsch, das Tageslicht besser zu nutzen und dadurch Energie zu sparen.

Tiere müssen sich an Umstellung gewöhnen

„Aus landwirtschaftlicher Sicht ergeben sich keine Vorteile durch die Zeitumstellung. Wir sparen keine Energie ein“, sagt Cord Wübbenhorst, Vorsitzender des Ortslandsvolks Ganderkesee. Die Tiere müssten sich genau wie die Menschen an eine Stunde weniger Schlaf gewöhnen. Wübbenhorst erklärt: „Viele Bauern verteilen die Umstellung daher auf mehrere Tage. Sie fangen erst eine halbe Stunde später an zu füttern, um die Tiere daran zu gewöhnen.“ Besonders die Milchkühe seien empfindlich.

Wildtiere kaum betroffen

Bei Wildtieren sei kaum eine Veränderung festzustellen. „Die Tiere leben nach ihrem eigenen Rhythmus. Das Reh trägt keine Armbanduhr und richtet sich nach dem Menschen“, sagt Hegeringsleiter Jan-Bernd Meyerholz. Es sei dennoch Vorsicht in der Morgendämmerung geboten, weil dann mehr Tiere, vor allem Rehe und Wildschweine, unterwegs seien. „Es gibt bei uns aber nicht mehr Wildunfälle, durch die Zeitumstellung“, erläutert Meyerholz.

Erhöhte Wachsamkeit im Verkehr

Die Verkehrswacht Landkreis Oldenburg mahnt ebenso zu Wachsamkeit. „Es gelten wieder die gleichen Regeln, wie in der dunklen Jahreszeit. Vor allem Kinder sollten sich morgens auffällig kleiden“, betont Gerhard Herrmann. Große Auswirkungen auf den Verkehr gebe es nicht: „Jeder reagiert unterschiedlich auf die Sommerzeit. Einige sind müder als andere. Das ist aber an jedem anderen Tag auch so.“

Großteil der Bevölkerung lehnt Zeitumstellung ab

Von Müdigkeit und Unkonzentriertheit berichten auch Passanten auf dk-Nachfrage. „Ich brauche vier Wochen, um mich an die Sommerzeit zu gewöhnen“, sagt eine Passantin. Die Zeitumstellung bedeute Stress und Gesundheitsprobleme und müsse daher abgeschafft werden, erklärt sie. Der 22-jährige Hasan Özgan befürwortet hingegen die Zeitumstellung: „So kann man abends länger draußen sein. Außerdem gewöhne ich mich sehr schnell an die Umstellung.“ Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Zeitumstellung allerdings ab. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt, dass drei Viertel der Bevölkerung –74 Prozent – die Zeitumstellung für überflüssig hält.

Abstimmung im Bundestag

Die Debatte um die Sommerzeit ist auch im politischen Berlin angekommen. Die FDP will an der Sommerzeit festhalten und die Winterzeit abschaffen. Am Donnerstag, 22. März, stimmte der Bundestag über die Abschaffung der Winterzeit ab und lehnte den Antrag ab. Die freien Liberalen argumentieren, dass den Bürgern künftig lange Sommerabende erhalten bleiben. Die hiesige Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen hingegen plädiert für die Abschaffung der Sommerzeit und die Beibehaltung der Winterzeit, weil diese keinen positiven Effekt bringe. Das Europaparlament spricht sich ebenfalls für die Abschaffung der Sommerzeit aus.

Endgültige Entscheidung steht noch aus

Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Solange wird wieder jeweils am letzten Sonntag im März und im Oktober an der Uhr gedreht.


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