Bürgermeisterin bei OHV-Versammlung Brookweg-Anlieger in Schierbrok müssen für Ausbau zahlen

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Wenn der Brookweg in Schierbrok ausgebaut wird, müssen Anlieger Erschließungsbeiträge zahlen. Foto: Thomas DeekenWenn der Brookweg in Schierbrok ausgebaut wird, müssen Anlieger Erschließungsbeiträge zahlen. Foto: Thomas Deeken

Stenum. Bürgermeisterin Alice Gerken hat am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung des Orts- und Heimatvereins über aktuelle Themen aus den Dörfern berichtet – über den Straßenausbau, den Bahnübergang, das neue Baugebiet westlich des Schierbroker Mühlenweges und Tempo 30 auf dem Trendelbuscher Weg. Kreisbaudezernentin Eva-Maria Langfermann informierte über das künftige Naturschutzgebiet Stenumer Holz.

Schlechte Nachrichten für die Anwohner des Brookwegs in Schierbrok und des Philosophenwegs in Stenum: Sie müssen für den Ausbau ihrer Straßen Erschließungsbeiträge zahlen. Das hat Bürgermeisterin Alice Gerken am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung des Orts- und Heimatvereins (OHV) Schierbrok-Stenum bei Backenköhler in Stenum mitgeteilt. Beide Wege gehören zum neuen „Maßnahmenplan“ der Gemeinde, in dem 22 Straßen und Wege aufgelistet sind, die in den nächsten fünf Jahren erstmals hergestellt beziehungsweise saniert werden sollen. „Bei beiden handelt es sich nach unseren Unterlagen um einen erstmaligen Ausbau“, erläuterte Gerken. Und dafür seien Erschließungsbeiträge zu zahlen.

„Wovon sollen sie das bezahlen?“

„Die meisten Anlieger am Brookweg sind Rentner und kriegen doch keinen Kredit mehr. Wovon sollen sie das bezahlen?“, fragte eine Anwohnerin. Eventuell sei Ratenzahlung möglich, entgegnete die Bürgermeisterin. Zu detaillierten Kosten für jeden Anwohner, ebenfalls bei der Sitzung angefragt, konnte sie derzeit nichts sagen – die zu ermitteln sei außerordentlich aufwendig. Die Anlieger der Straßen würden allerdings nicht überfallen, sondern frühzeitig von der Verwaltung informiert. Beim Forstweg und beim Bremer Weg werde es dagegen keinen kompletten Ausbau, sondern eine doppelte Oberflächenbehandlung geben. Dafür entstünden den Anwohnern keine Kosten.

Kein Geld für Machbarkeitsstudie

Zum aktuellen Stand beim Thema Unterführung des Bahnübergangs meinte die Verwaltungschefin: Der Rat hat keine Mittel für eine Machbarkeitsstudie genehmigt. „Der Wunsch nach einem Tunnel ist offensichtlich auch nicht mehr so groß“, mutmaßte die Bürgermeisterin, die eine Unterführung durchaus kritisch sieht: „Sie würde im Ort Schierbrok ganz viel kaputt machen.“ Im Übrigen gebe es auch keine Probleme mit den Rettungsfahrzeugen. „Die Wege für die Notarztwagen werden so gewählt, dass sie nicht vor den Schranken stehen müssen“, zitierte Gerken die Rettungsdienste.

Querungshilfe wird überprüft

Die Bürgermeisterin informierte außerdem darüber, dass eine mögliche Querungshilfe auf der Bahnhofstraße bei der Grundschule derzeit geprüft werde und dass die Planung des Baugebietes westlich des Schierbroker Mühlenweges mit voraussichtlich 28 Flächen für Einfamilien- und Doppelhäuser sowie vier Grundstücken für Mehrfamilienhäuser ein gutes Zeichen für die Entwicklung des Ortes und der Schule sei. Darüber hinaus gab sie noch einmal den Ratsbeschluss zur neuen Tempo-30-Regelung auf dem Trendelbuscher Weg wieder. „Ob das rechtlich geht, befindet sich aber noch in der Prüfung.“

Waldpädagogik bleibt erhalten

Zweite Referentin des Abends war Eva-Maria Langfermann, Baudezernentin des Landkreises, die über die von der Europäischen Union beabsichtigte Umwandlung des rund 100 Hektar großen Stenumer Holzes vom Landschaftsschutzgebiet in ein Naturschutzgebiet berichtete. Die Regeln für Nutzer aus der Forstwirtschaft und für diejenigen, die Erholung suchen, werden schärfer. „Die Waldpädagogik können wir aber flexibel weiter stattfinden lassen“, sagte Langfermann und trat möglichen Befürchtungen der Grundschule, des Kindergartens und des RUZ Hollen entgegen. Die Schilder für den Waldlehrpfad sollen bleiben und die 22 aufgestellten Bänke auch. Und anders als in einem Urwald werde es auch weiterhin Forstwirtschaft geben – wodurch beispielsweise auch die Eiche besonders geschützt werde, weil sie sonst von der Buche übertrumpft würde. Allerdings müssten sich Pilzesammler künftig einen anderen Wald suchen.

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