Ehemaliger Bergedorfer Krug Dorfmuseum in Bergedorf verkauft Exponate

Von Alexandra Wolff

Erinnerungen an die 70er-Jahre: Helmut Paul (links) verkaufte, weil es schneller ging, bei Veranstaltungen Bierflaschen direkt aus der Kiste, weswegen er den Spitznamen Becks-Helmut bekam. Auf dem Bild ist aber gerade der damalige Inhaber des Bergedorfer Krugs Karl-Heinz Grundmann mit dem Bier beschäftigt. Foto: Michael MüllerErinnerungen an die 70er-Jahre: Helmut Paul (links) verkaufte, weil es schneller ging, bei Veranstaltungen Bierflaschen direkt aus der Kiste, weswegen er den Spitznamen Becks-Helmut bekam. Auf dem Bild ist aber gerade der damalige Inhaber des Bergedorfer Krugs Karl-Heinz Grundmann mit dem Bier beschäftigt. Foto: Michael Müller

Bergedorf. „Alleine macht das keinen Spaß“, sagt Irmgard Grundmann. Die 76-Jährige ist Inhaberin der ehemaligen Gaststätte Bergedorfer Krug und führt seit 13 Jahren zusammen mit Michael Müller in den Räumen der Gaststätte ein Museum. Doch seit einem Vierteljahr lebt Müller beruflich auf Mallorca. Deswegen soll das Museum aufgelöst und die Exponate verkauft werden.

Mehr möchte Grundmann dazu nicht sagen. Sie sei von verschiedenen Seiten „überrumpelt worden“, sagt Thorsten Schulze, der sich als „ihr kleiner Hausmeister“ bezeichnet. „Der Platz soll nun anders genutzt werden, zum Beispiel für Feierlichkeiten vermietet werden“, sagt er. All die alten Ausstellungsstücke, die an die Geschichte des Kruges erinnern und an Bergedorg an sich, an den Dorfladen und auch an das Kino, das früher dort einmal war -all das soll jetzt verkauft werden.

„Es sind auch einfach keine Gelder mehr da“, gibt Michael Müller als Grund an, weswegen das Museum im Bergedorfer Krug nicht mehr als solches fortgesetzt werden kann. „Wir haben auch versucht, jemanden zu finden, der historisch dahinter steht und das Museum weiterführen kann.“ Doch die Suche war vergebens. Deswegen werde das Museum nun komplett zurückgebaut.

Flohmarkt zu Ostern

Von 1808 bis 2005 war der Bergedorfer Krug eine Gaststätte, danach hat Grundmann ein Museum daraus gemacht. Zu Ostern wird sie das Museum auflösen. „Karfreitag, also am 30. März, laden wir alle dazu ein, ab 11 Uhr nach der Kirche noch einmal Abschied von dem Museum zu nehmen“, sagt Müller. „Bis 18 Uhr haben die Besucher dann auch die Möglichkeit, Gebote für die Exponate abzugeben.“ Von der Kaffeetasse bis zur Filmrequisite sei die Auswahl groß: eine Kaufmannsdose, alte Rechnungen aus Kriegs- und Nachkriegszeiten, Werke und Arbeitsgeräte des 1977 verstorbenen Künstlers Heinrich Schwarz, Autokinoschilder mit der Aufschrift „Bitte Standlicht anmachen“, sogar Filmrequisiten aus der „Unendlichen Geschichte“ und noch viel mehr, was ein Tante-Emma-Laden und ein Dorfkino zu bieten haben. Ein paar Kuriositäten seien auch dabei.

Er habe auch schon Internet-Kleinanzeigen aufgegeben, woraufhin sich viele Interessenten, sogar Museen gemeldet haben. „Aber die Kultur hat halt wenig Geld, deswegen wollen die Museen das oft geschenkt bekommen“, ist Müller aufgefallen. „Aber wir wollen nichts unter Wert verscherbeln.“ Am Samstag, 31. März, sollen die Sachen dann ab 9 Uhr bei einem Flohmarkt im Haus verkauft werden.