Kreistag des Landkreises Oldenburg Kreistag hebt Schonzeit für Wildschweine auf

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Fürs Wildschwein gibt es keine Schonzeit mehr. Foto: Carsten Rehder/dpaFürs Wildschwein gibt es keine Schonzeit mehr. Foto: Carsten Rehder/dpa

Landkreis Oldenburg. Nach Beschluss des Kreistags gibt es bis 2021 keine Schonzeit für Wildschweine mehr. Der Fortbestand der Förderschule Lernen soll für weitere fünf Jahre gesichert werden.

Die Landespolitik hat am Dienstag zwei Beschlüsse des Kreistags des Landkreises Oldenburg stark beeinflusst. Auf Empfehlung der Landesregierung ist für ausgewachsene Wildschweine die Schonzeit aufgehoben worden. Ausgenommen sind nur Bachen mit gestreiften, also jungen Frischlingen. So soll die Gefahr begrenzt werden, dass sich die Afrikanische Schweinepest über Wildschweine auf Hausschweinbestände ausbreitet.

Förderschule Lernen lebt weiter

Außerdem hat der Kreistag die Weichen dafür gestellt, dass die Förderschulen Lernen bis zum Schuljahr 2022/2023 neue 5. Klassen einrichten können. Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU in Hannover ist festgehalten, dass den Kommunen diese Möglichkeit eröffnet werden soll. Einen entsprechenden Antrag hat die Kreisverwaltung nach einstimmiger Beschlussempfehlung des Schulausschusses bereits an die Landesschulbehörde geschickt. Die Antwort steht noch aus.

Grüne gegen Abschuss

Reinhold Schütte, Kreistagsabgeordneter der Grünen aus Ganderkesee, hat beim Thema Schonzeit für Schwarzwild vergebens davor gewarnt, eine „um sich greifende Hysterie“ und „blinden Aktionismus“ zu befördern. Hauptüberträger der Erreger sei nicht das Wildschwein, sondern der Mensch, der infizierte Essensreste auf Raststätten oder am Straßenrand wegwirft. „Wir setzen auf Vorbeugung und nicht auf Abschuss“, so Schütte.

Furcht vor Schäden überwiegt

Die Mehrheit des Kreistags gab aber bis 2021 den ganzjährigen vorbeugenden Abschuss frei. Die Furcht überwog, dass sich die noch gar nicht in Deutschland angekommenen Seuche von Wildschwein zu Wildschwein und dann in die vielen Mast- und Zuchtställe ausbreitet. Dass das „massive wirtschaftliche Folgen für schweinehaltende Betriebe“ hätte, räumte auch der Grüne ein.

Drei Förderschulen Lernen

Die Förderschulen Lernen in Ganderkesee, Wildeshausen und Wardenburg können sich weiter darauf vorbereiten, nach den Sommerferien neue Schüler im fünften Jahrgang aufzunehmen. Die 5. Klassen hat es im letzten Jahr nicht gegeben, weil Rot-Grün in der Landesregierung zuvor die Weichen schärfer Richtung Inklusion gestellt hatte. Für die CDU argumentierte der Fraktionsvorsitzende Dirk Vorlauf, das Wahlrecht der Eltern werde erhalten. Die inklusive Beschulung sei nicht richtig vorbereitet worden, sagte Niels-Christian Heins (FDP). Als „Übergangslösung“ und „Aufschub“ bewerteten Kreszentia Flauger (Linke) und Franz Duin (SPD) die Verlängerung der Förderschule.


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