„Wir sind ja noch da“ DRK Ganderkesee fordert mehr Hilfe von der SPD

Von Manuel Titze

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Kassenwart Michael Wanzke, Kassenwart Andreas Strodthoff und Bereitschaftsleiter Michael Pleus (alle DRK) bitten den Landtagsabgeordneten Axel Brammer, Christel Zießler und Werner Brakmann (alle drei SPD) um Unterstützung. Foto: Manuel TiezeKassenwart Michael Wanzke, Kassenwart Andreas Strodthoff und Bereitschaftsleiter Michael Pleus (alle DRK) bitten den Landtagsabgeordneten Axel Brammer, Christel Zießler und Werner Brakmann (alle drei SPD) um Unterstützung. Foto: Manuel Tieze

Ganderkesee. Der CDU-Antrag, das FTZ-Gebäude im Ortskern abzureißen, war für die 900 Mitglieder des DRK-Ortsverbandes Ganderkesee sicherlich ein Schuss vor den Bug – auch wenn er abgelehnt wurde. Knapp zwei Jahre nach der Veröffentlichung des DRK-Skandals aus Oldenburg und dem daraufhin folgenden Einzug der Malteser ins Gebäude in Ganderkesee, sorgt dieser Antrag für neue Unsicherheiten. Um mehr Rückendeckung aus der Politik zu bekommen, fand am Montag ein Treffen mit der SPD statt.

„Wir sind ja noch da!“ Mit diesen Worten eröffnet der erste Vorsitzende des Ortsverbandes Ganderkesee des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Andreas Strodthoff die Gesprächsrunde. Nachdem in das Gebäude der ehemaligen Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Ganderkesee die katholische Hilfsorganisation Malteser eingezogen ist, wächst in der Bevölkerung und auch in den eigenen Reihen die Unsicherheit, ob und wie es mit dem Roten Kreuz in Ganderkesee weiter gehen wird.

Strodthoff ist es daher wichtig, den Menschen aufzuzeigen, in wie vielen Bereichen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des DRKs weiterhin tätig sind. Zum Beispiel bei den Vorarbeiten beim Blutspendendienst, der reibungslose Ablauf und die kompetente Versorgung der Spender. Das alles wird hier in der Region von 35 ehrenamtlichen Mitarbeitern des DRKs gestemmt. Dieser ehrenamtliche Dienst, der eher unter dem Radar wahrgenommen wird, ist hauptsächlich ein Bezugspunkt für Senioren in der Gemeinde und macht es möglich, genug Blutkonserven für Unfälle oder Tumorbehandlungen vorrätig zu haben. Mehr als 15.000 Stunden kommen in einem Jahr an ehrenamtlicher Arbeit alleine durch das Rote Kreuz in Ganderkesee zusammen.

Graben die Malteser dem Roten Kreuz das Wasser ab?

Um in Zukunft die Zuverlässigkeit und Qualität dieser Arbeit auch garantieren zu können, müssen jedoch auch genug ehrenamtliche Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Aufgrund der Übernahme von Räumlichkeiten durch die Malteser, die kurz zuvor von den ehrenamtlichen Mitarbeitern und auf Kosten des Roten Kreuzes renoviert wurden, der oft problematischen Freistellung vom Arbeitgeber bei Einsätzen und der seltenen Einsatzmöglichkeiten speziell ausgebildeter Rettungssanitäter, sei es schwer, noch Leute für die ehrenamtliche Arbeit zu begeistern. Eine Ausbildung zum gut ausgebildeten Rettungssanitäter, die neben dem Hauptberuf absolviert wird, nimmt beispielsweise 520 Stunden in Anspruch, was etwa einem doppelten Jahresurlaub entspricht.

Hinzukommt, dass nun auch die Malteser eine Schnelle Einsatzgruppe (SEG) gründen wollen, sagt Strodthoff: „Und das, obwohl doch schon das DRK eine solche Gruppe hat. Wäre es nicht sinnvoller, wenn die Malteser einen Bedarf abdecken, den das DRK nicht bedient?“

Planungssicherheit für die ehemalige FTZ

Um aber auch weiterhin viele ehrenamtliche Mitarbeiter für die unterschiedlichen Arbeiten begeistern zu können, fordert der Verband mehr Unterstützung und Rückendeckung aus der Politik, sowie eine gewährleistete Planungssicherheit für das FTZ-Gebäude, damit dieses seniorengerechter gestaltet werden kann. Auch die Standorte der sanitären Anlagen müssen verbessert und ausgebaut werden.

Das Gebäude abzureißen, war lediglich ein CDU-Antrag, eine Idee, die die Mitglieder des Ausschusses besprechen mussten“, beschwichtigt Strodthoff. „Dieser Antrag wurde aber in der Breite parteiübergreifend abgelehnt.“ Das bestätigt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Brakmann: „Das DRK hat unsere volle Unterstützung.“

Vor allem sei aber die Pressearbeit entscheidend unterstreicht Christel Zießler von der SPD. Nur so könne man den Menschen wieder zeigen: „Wir sind ja noch da!“.


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